Beyond Bach

Music and Everyday Life in the Eighteenth Century

 

NOTES

A Note on Currency

Introduction

Chapter 1. Civilizing Instruments

Chapter 2. The Mechanic and the Tax Collector

Chapter 3. A Silver Merchant's Daughter

Chapter 4. A Dark-Haired Dame and Her Scottish Admirer

Chapter 5. Two Teenage Countesses

Chapter 6. A Marriage Rooted in Reason

Chapter 7. Male Amateur Keyboardists

Chapter 8. A Blacksmith's Son

Chapter 9. May God Protect This Beautiful Organ

Chapter 10. How Professional Musicians Were Compensated

Chapter 11. The Daily Life of an Organist

 

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1. Talle 2008, 111, 122.

2. Talle 2008, 112, 115, 123.

3. Talle 2008, 116.


Back to top Introduction

1. Thomas 1974, 45.

2. Hirschmann 2013.

3. Weber 1977.

4. Goehr 1994.

5. More comprehensive accounts of Bach's life have recently been published in Geck 2000, Wolff 2000, and Williams 2012.

6. Dok II, Nr. 16.

7. Dok II, Nr. 49, 53.

8. Dok II, Nr. 84.

9. Dok I, Nr. 23. See also Maul 2012.

10. Dok II, Nr. 53b, 58, 58a.

11. Dok II, Nr. 522. "Princeps sane hereditarius Hassiae FRIDERICVS BACHIO tunc temporis, Organum, vt restitutum ad limam vocaret CASSELLAS Lipsia accersito eademue facilitate pedibus veluti alatis transtra haec, vocum grauitate reboantia, fulgurisque in morem aures praesentium terebrantia, percurrente, adeo Virum cum stupore est admiratus, ut annulum gemma distinctum, digitoque suo detractum, finito hoc musico fragore, ei dono daret."

12. Dok II, Nr. 400. "Man erstaunet bey seiner Fertigkeit, und man kan kaum begreifen, wie es möglich ist, daß er seine Finger und seine Füsse so sonderbahr und so behend in einander schrencken, ausdehnen, und damit die weitesten Sprünge machen kan, ohne einen einzigen falschen Thon einzumischen oder durch eine so heftige Bewegung den Körper zu verstellen."

13. Dok II, Nr. 666. "So lange als man uns nichts als die bloße Möglichkeit des Daseyns noch besserer Organisten und Clavieristen entgegen setzen kann; wird man uns nicht verdenken können, wenn wir kühn genug sind, immer noch zu behaupten, daß unser Bach der stärkste Orgel- und Clavierspieler gewesen sey, den man jemals gehabt hat. Es kann seyn, daß mancher berühmter Mann in der Vollstimmigkeit auf diesen Instrumenten sehr viel geleistet hat: ist er deswegen eben so fertig, und zwar in Händen und Füssen zugleich, so fertig als Bach gewesen. Wer das Vergnügen gehabt hat, ihn und andere zu hören, und sonst nicht von Vorurtheilen eingenommen ist, wird diesen Zweifel nicht für ungegründet halten. Und wer Bachens Orgel und Clavierstücke, die er, wie überall bekannt ist, in der grösten Vollkommenheit selbst ausführte, ansieht, wird ebenfalls nicht viel wider den obigen Satz einzuwenden haben. Wie fremd, wie neu, wie ausdrückend, wie schön waren nicht seine Einfälle im Phantasieren; wie vollkommen brachte er sie nicht heraus!"

14. Dok II, Nr. 409. "[ . . . ] es sey nur ein Bach in der welt, und ihm komme keiner gleich."

15. Dok II, Nr. 591. "Daß Sie mit Herrn Bach pralen, dazu haben Sie Ursache, und ich würde ein Thor seyn, wenn ich diesem Manne den Vorzug streitig machen sollte; aber man muß auch gestehen, daß zum Vergnügen allein desselben Musik nicht diene, und ein Liebhaber, der aber die Musik nicht verstehet, wird niemahls an einer so schweren Harmonie Geschmack bekommen."

16. UR-R: M11. B118 C6 1739.

17. For good examples see Dreyfus 1996. Dürr 1998, Schulenberg 2006, Williams 1980–1984, Yearsly 2002 and 2012, as well as many of the essays in Schulze 1984, Stauffer and May 1986, and Wolff 1994.

18. See Biba 2009; Fortino 2003; Head 1995; Head 1999; Head 2013; Klassen 2009; Libin 1976 and 2010; Müller 1989; Rampe 1995 and 2000.

19. See Edler 1982, Rampe 1999, 2000, 2003–2005, and 2007.


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1. Stadtarchiv Leipzig: Sektion 2, M. 659 Bd. 1 (1741) and 2 (1753). These Galanterie-Waren ranged in price from twelve groschen for the shirt buttons to twenty-eight reichstaler for the silver clock. In his Frauenzimmer-Lexicon of 1715 Gottlieb Siegmund Corvinus used the word Galanterien to describe embroidered pillows, chair coverings and handbags. See Corvinus 1715, 571.

2. Gottsched 1725, 73–74.

3. Florin 1702, 32.

4. Thomasius 1701, 14. "Aber ad propos was ist galant und ein galanter Mensch? dieses dürffte uns in Wahrheit mehr zu thun machen als alles vorige, zumahlen da dieses Wort bey uns Teutschen so gemein und so sehr gemißbrauchet worden, daß es von Hund und Katzen, von Pantoffeln, von Tisch und Bäncken, von Feder und Dinten, und ich weiß endlich nicht, ob nicht auch von Aepffeln und Birn zum öfftern gesagt wird."

5. Gottsched 1725, 74. "Mit einem Worte, der Mißbrauch dieses Worts ist so groß, daß alles, was man sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen und empfinden oder sich auf einige Weise ersinnen und vorstellen kan, galant, überaus galant, und vollkommen galant heissen muß."

6. For a valuable overview of the word galant in music and beyond see Sheldon 1975.

7. Simons 2001, 344. "Die Frantzosen haben davon nicht einerley Concept. Doch bezeichnen die klügsten von ihnen dadurch so zu sagen die Vollkommenheit selber, und nennen nur einen solchen Menschen galant, der das Glücke hat einen durchdringenden Verstand, eine extraordinaire Gelahrsamkeit, ein ungemeines Vermögen von einer Sache gründlich und scharfsinnig zu urtheilen, eine vollkommene und unaffectirte politesse, und dergleichen annehmliche Eigenschafften zu besitzen."

8. Wiedemann 1969, 72; Gottsched 1725, 74–75.

9. Pigs from Westphalia were known to be fatter and tastier than those from other regions of Germany. See Sieglerschmidt 1996, 22.

10. Parker 1987, plates 23a, 23b, 23c; Dietz 1923, 30–37.

11. Friedrichs 1987, 188.

12. Stier and von Hippel 1996, 253; Schirmer 2000, 311–23.

13. Denzel 1994, v.

14. Gerber 1717, 2:403.

15. Denzel 1999, 152.

16. Gerber 1717, 1:574; Czok 1999, 1:187.

17. Weitz 1728, 1. "Wer das Welt-gepriesene Leipzig [ . . . ] zu Ende des vorigen Seculi besuchet, und anietzo wieder zu besehen Gelegenheit hat, wird sich nicht wenig über dero ungemeinen Wachsthum und Verbesserung verwundern; Ja er wird kaum begreiffen können, wie es möglich sey, daß eine Stadt [ . . . ] sich in so kurtzer Zeit so sehr verändern, und in vielen Dingen so mercklich verbessern und verherrlichern könne."

18. Kruedener 1973, 8.

19. Simons 2001, 282.

20. Hohberg 1687, appendix.

21. Gerber 1717, 2:1002. "Nun wissen zwar die hohen und vornehmen Weiber von dieser Manier nichts mehr, sondern haben eine gantz andere Wirthschafft erfunden. Doch giebet es noch hin und her einige, die der Durchlauchtigen Mutter Annen ihre Wirthschafft höher halten, als die neu-erfundene eitele und galante. Und ein jeglicher vernünfftiger Mann wird eine solche Ehefrau zehen mahl lieber haben, die der Wirthschafft und Haußhaltung sich ernstlich annimmet, als die nur auf Galanterie die Zeit wendet."

22. Vogel 1714, 918; Beachy 2005, 21–28.

23. Müller 2007, 238. "Gerade gegen mir über auf den Esels Markte hatten die Trödel Weiber ihre Buden [ . . . ]. Auch diese lebten nach der Leipziger Art galant, des Morgends und Nachmittags wurde ihnen auf einer Meßingernen Thee Platte der Caffe in einen gantz Meßingernen gläntzenden Aufsatz zugetragen."

24. Dülmen 1992, 2:23–27; Mörke 1996.

25. Treue 1999, 114.

26. Dülmen 1992, 2:23–27; Mörke 1996.

27. Schultz 1890, 31–31.

28. Hiller 1784, 184–86.

29. Scharffenberg 1713.

30. Lange 1704, 14, 73–74.

31. Simons 2001, 277–282.

32. Wustmann 1889–1995, 244, 355.

33. Gottsched 1751, 739; Kreutzer 2005, 93–95.

34. Kleeberger 1911.

35. Döring 2000a, 11–12.

36. Kempe 2003, 30–43.

37. Cohen 1985, 164.

38. Beyer 1999, 201.

39. D-LEsa: Riemer-Chronik, 546.

40. Israel 2001, 242–46, 552–55.

41. Mattheson 1713, 316. "Ein Gemählde ist doch nur ein meuble; eine Music aber ein würcklicher Actus."

42. Zedler 1731–1754, 22:1388–1405 ("Musick").

43. Albrecht 1734, 55. "Experientia docet, ideas, per organa sensorio communi oblatas, concitare posse quaelibet pathemata animi. Quorum tamen nullum, si recte attendimus, observatur, sine notabili corporis commotione; & ausim affirmare, omne illud, quod de formatione pathematum animi cogitatione comprehendere valemus, consistere in mutato tono fibrarum motricium spontanearum circa viscera, vasa, cutim, etc."

44. Albrecht 1734, 67. "Quoniam mores sequuntur propensionem, qua quisque est ad hæc vel illa pathemata, & per experientiam constat, certas sonorum harmonias certa excitare & fovere posse pathemata, hinc sequitur, mores juniorum formari, connatos mutari, depravatos corrigi ope harmoniæ Musicæ posse."

45. Hunold 1708, 223–25. "Capitel. XV: Ob man singen oder auf Instrumenten spielen darff. | So man eine gute Stimme hat, oder auff Instrumenten zu spielen weiß, oder auch die besondere Gabe von Natur besitzet, Verse zu machen, solches darff man sich durch nichts nicht mercken lassen: Allein so es entdecket und bekandt, und man von einer Person, die man vor andern mit grossen Unterscheid tractiren muß, ersuchet wird, sich darinen sehen oder hören zu lassen, so stehet es wohl und tugendhaft, sich deswegen zu entschuldigen. Sofern sie aber mit blossen Entschuldigungen nicht zu frieden, so soll einer, der zu leben weiß, nicht länger zaudern, zu singen, auff Instrumenten zu spielen, oder etwas weniges von seiner Arbeit und Manier herzusagen. Dieser geschwinde und auffrichtige Gehorsam befreyet einen von aller Beschimpffung; an statt daß eine Wegerung mit vielen Ceremonien noch einem Meister, und zwar nach einem schlimmen Meister im Singen riecht, welcher sich dadurch ein Ansehen wil machen; und veruhrsachet, daß man hernach scharffe Censores findet welche sagen, nichts mehr als dieses? Es belohet sich wohl der Mühe, sich so lange bitten zu lassen. | Vor allen darff man nicht sehr husten und auswerffen, noch allzulange seine Guitarre oder Laute stimmen. | Man hüte sich auch wohl, sich selber durch gewissen ausstudirte Geberden zu loben, die unsere Gefälligkeit bezeichnen sollen, und wenn man spielet zum Ex. zu sagen; Das ist eine schöne Passage; Hier kömt noch eine schönere; Geben sie Achtung, wie es hier so artig fället, und dergleichen; Solches bezeichnet entweder einen hochmühtigen oder schlechten Menschen. | Man bemühe sich auch, geschwinde ein Ende zu machen, damit die Compagnie nicht verdrießlich, und bey guten appetit gelassen wird. | Ja man muß es umb desto eher endigen/ damit, die Person nicht zu uns saget, es ist genug. Weil solches zu sagen eine Unhöfflichkeit, wenn die Person, so singet, von Condition ist: Wie es imgleichen nicht wohl stehet, zu reden und ihn dadurch zu stöhren, wenn er singet."

46. Mattheson 1739, 36. "Kan wol ein aufmercksamer Zuhörer zum Vergnügen beweget werden, wenn man ihm beständig einen Lerm mit dem Tactschlagen, es sey der Füsse oder der Arme, erreget? Wenn er ein Dutzend Geiger vor sich siehet, die keine andre Verdrehungen des Leibes machen, al ob sie böse Kranckheiten hätten? Wenn der Clavierspieler das Maul krümmet, die Stirne auf und nieder ziehet, und sein Antlitz dermaassen verstellet, daß man die Kinder damit erschrecken mögte? Wenn viele bey den Wind-Instrumenten ihre Gesichts-Züge so zerreissen oder aufblehen (wobey die Lippen zur Qveer-Flöte nicht auszuschliessen sind) daß sie solche in einer halben Stunde hernach mit Mühe wieder in die rechten Falten und zur natürlichen Farbe bringen können?"

47. Cramer 1747–1748, 110–12.

48. Gerlach was organist and music director at Leipzig's Neukirche and director of Bach's Collegium Musicum in the 1740s. Landvoigt was a former pupil at the Thomasschule and librettist of a lost Bach cantata, "Thomana saß annoch betrübt" (BWV Anh. 19).

49. Cramer 1747–1748, 116–21. "Die Aufmerksamkeit, welche in der Gesellschaft herrschet, so lange die Musik dauert, verdienet, daß ich sie nicht mit Stillschweigen übergehe. Alle Künste, die durch die Schönheiten der Harmonie gefallen, und mit der Erregung der verschiedenen Leidenschaften des Herzens zu thun haben, erfordern vornehmlich die Aufmerksamkeit, wofern ihre Wirkungen nicht gestöret werden sollen, und die Stille ist vielleicht die einzige Belohnung, welche die Ehrbegierde derjenigen, die sich darinnen hervorthun, befriedigen kann. Einem Kenner, dessen musikalisches Ohr sich nicht den geringsten Violinen-strich eines Gerlachs entgehen lassen will, ist ein jedes Geräusch, so klein es auch seyn mag, unerleidlich. In einem Meisterstücke wird nicht ein Ton oder Laut seyn, der nicht wichtig wäre, und ein einziger Takt, den man verhören muß, kann uns einen großen Theil des Vergnügens rauben, das uns der Komponist zubereitet hatte. Ich werde durch alle Fragen, die man alsdann, wann ich zuhören will, an mich thut, so sehr beleidiget, als wenn es Spöttereyen über mich wären, und ich spreche demjenigen, welcher unter der Musik unaufmerksam seyn kann, ohne Barmherzigkeit Empfindung und Geschmack ab. Ich kann meinen Verdruß, den ich ohnlängst über meinem Beysitzer empfinden müssen, nicht bergen, und ich bin noch nicht besänftiget worden, ob er gleich seitdem, ohne mich zu kennen, in meiner Gesellschaft meine Blätter sehr entscheidend erhoben hat. Er hat mir alles Vertrauen auf seine Lobsprüche durch seine fremden Gedanken bey der Musik genommen. Ich sitze in der Stellung eines Menschen, der seine ganze Seele in eine solche Ordnung gebracht hat, daß das Vergnügen einen ganz offenen Weg zu derselben finden, und sich in alle ihre Gegenden durchschleichen soll. Ein Solo, das Herr Landvogt auf der Flöte spielet, machet mich ganz zärtlich, und ich habe mich völlig darauf eingerichtet, von der Musik trunken zu werden, und mich, so zu sagen, ganz in Freude aufzulösen, als sich ein unbescheidener Beysitzer plötzlich bewegt, sich meinem Ohre nähert, die sanften und schmeichlerischen Töne erschreckt und in die Flucht treibt, und mit einer staatsklugen Miene zu mir sagt: Haben sie wohl gehöret, daß Bochetta wieder eingenommen ist, und die Türken sich in den europäischen Provinzen zusammenziehen sollen? Ich ward aufgebracht, daß er mein stilles Vergnügen unterbrach, und meine Antwort wird ihm nicht das beste Vertrauen zu meiner Staatswissenschaft gemacht haben; denn ich sagte so eilfertig, als möglich war: Nein."

50. Hunold 1708, 221. "Eine lächerliche Geberdung ist auch, den jenigen, die tantzen, mit dem Kopffe gleichsam zu folgen, oder wenn man die Violinen oder andere Instrumenten spielen höret, mit dem Kopffe, mit dem Leibe, und den Füssen die Cadance führen, oder den Tact zu schlagen."

51. Lange 1704, 73–74. "Denn wer weiß nicht, wie das gemeine Volck in Städten und Dörffern überall eine solche Art des Tantzens übet, welche in unbesonnenen Hüpffen, ungebärdigen Stellungen, ärgerlichen Griffen, geilen Umbfassungen, und dergleichen bestehet, und, (weil gar keine Kunst und Regulierung sich dabey findet) nach eines jeden unzüchtigen Muthwillen kan gelencket werden. Daher auch leicht zu erkennen und zu beweisen, aus was vor einer Quelle im Hertzen solch Tantzen komme: nemlich aus einer ungezämten frechen Bewegung des Gemüths zur Uppigkeit und Wollust; welche auch in ipso actu des Tantzens keine andere Absicht hat, als nur sich recht wohl auszulassen, und, durch die schändlichsten Stellungen, seine Begierden, wie es einem nur gelästet, an den Tag zu geben. Hingegen scheinet das honette und auff ehrbahren Hochzeiten inter bene moratos nach denen Kunst-Reguln übliche Tantzen aus keiner andern Quelle zu entspringen, als etwa an der zierlichen Bewegung eine Lust und Vergnügung zu suchen, oder auch offt einander darinn zu æmuliren, und sich sehen zu lassen: und wer Frantzösischen Täntzen jemahls zu gesehen; der wird sagen müssen, daß selbige so leicht keine ärgerliche geile Stellungen mit sich fähren, zumahl wenn junge Leute einerley Geschlechts sich auff dem Tantz-Boden mit einander exerciren."

52. Dietz 1915, 211. "Obig gemeldte Barbiergesellen führeten mich auf ein Dorf, Alt-Scheitnig genannt, in den Kretscham, oder Wirtshaus, da es lustig mit Tanzen und Musik mit unzähligen Handwerksburschen zuging. Wir tranken und essen im Kabinett mit Frieden. Als sie aber das Bier in die Köpfe bekamen, so wollten sie auch tanzen. Insonderheit hatten wir einen Barbiergesellen bei uns, welcher im Tanzen informierete. Diesen regeten sie an: sich auch sehen zu lassen. Sobald er angefangen, seinen Franz-Tanz zu thun, stunden zwar erstlich die andern alle stille und sahen mit Verwundrung, wie er seine Sprünge that, eine Weile zu. Es war ihn'n aber zu lang worden. Deswegen sie unsers Tänzers Jungfer ein Bein stelleten. Da ging der Lärmen und Schlägerei in einem Augenblick an, und fuhr alles über- und durcheinander. Doch der Wirt und seine Bauren machten Friede, und wir behielten den Platz; weil der Wirt einen guten Kunden an uns hatte."

53. Reviewing the documentary literature on the origins of the keyboard in his Syntagma Musica of 1619, Michael Prætorius noted that Pope Vitalian sanctioned the use of organs in church already in the year 660, but hypothesized that keyboard instruments must have been in common use elsewhere before this time. See Prætorius 1619, 89–90; and Wolf 1899.

54. For a survey of keyboard instruments in Bach's time see Libin 1994.

55. "Pandalon" here refers to Pantaleon Hebenstreit, the inventor of a dulcimer with ninety strings called the cymbal. See Ficker 1731. "Denen Liebhabern der edlen Musique dienet zur Nachricht, daß von dem Orgel- und Instrument-Macher, Nahmens Wahl-Friedrich Fickern in Zeitz, abermahl ein neu musicalisches Instrument inventiret und verfertiget worden, welches Cymbal-Clavir genennet wird; es ist in Form eines 16 füßigen Clavicymbals, und 4 Chörig, mit Drat-Saiten bezogen; an Gravität und Force übertrifft es den stärcksten Clavicymbal, und stehet in der Stimmung so lange, als ein gut Clavichordium ohne die geringste Accommodirung, lässet sich auch also leichte tractiren, da doch die Hämmergen auf 2 1,2 Zoll von oben herabwärts an die Saiten schlagen. Uberdiß hat es auch einige Veränderung: 1) eine angenehme Dämpffung, als ob mit betuchten Hämmergen gespielet würde; 2) kan man auch, vermittelst eines Zuges, das Untereinandersausen in währenden Spielen verhindern, gleichwie das Tuch in der Tangente eines Clavicymbals die Saite stille machet. Dieses Instrument, welches um einen civilen Preiß zu haben, hat die Eigenschafft des von dem hochberühmten Pandalon erfundenen Cymbals, und ist von vielen Virtuosen admiriret und approbiret worden."

56. Preußner 1949, 41–42.

57. LLL Universitätsbibliothek Göttingen, Cod. Ms. Achenw. 218 I, fol. 77v (Oct. 12, 1743). "Die verstorben Königi des Cerimonien Meisters Frau war sehr stark fm Clavier, sie erfand eine neue Art Clavier mit doppelte Resonantz Boden, Cymbal d'Amour genandt, lches 200 thl. kostet." My thanks to Rashid-Sascha Pegah for sharing this reference.

58. Adlung 1758, 139.

59. Bärwald 2008.

60. Heinz 2012, 26.

61. Roughly 555 German organs built during Bach's lifetime are known to survive today, while 116 more are known to have been destroyed. I would like to thank Piet Bron for providing this information. See also Ahrens and Langrock 2003, 16. Gottfried Silbermann built forty-four new instruments over the course of his career, thirty-two of which survive today. Losses were undoubtedly much higher for instruments built by less famous makers.

62. Adlung 1768, 197, 206, 219, 221, 224, 226, 237, 250, 254, 263, 267, 272, 280, 285.

63. Lediard 1740, 241. "The Organs are, in general, very fine here, of a prodigious Size, and finely adorn'd: That in St. Catherine's Church is said to consist of above 6000 Pipes, of which I, myself, observ'd two that were so large, that I could but just grasp them with the Extent of my arms." US-NHub: Osborn c295, 136. "Sunday the 17th [Sept. 1730] in the morning we went to St. Katherines & heard the fine organ there. It has a fine, clear, mellow tone."

64. Hildebrandt earned 858 reichstaler from domestic keyboard manufacturing in 1744–1745 and 885 reichstaler in 1747. Flade 1953, 200; Dähnert 1961, 106–7, 231.

65. Dähnert 1961, 106–7, 231.

66. Dok I, Nr. 23.

67. For more information see the discussion of Carl August Hartung's finances in chapter 11.

68. Adlung 1768, 2: xi; Heyde 1986, 49–54; Müller 2007, 119–20.

69. Friedrich 1989, 55, 96.

70. Henkel 1991 documents a chamber organ "in extreme disrepair" (so sehr baufällig) offered at auction for twenty-five reichstaler, a "small, spoiled" (klein, verdorben) harpsichord offered for two groschen, and clavichord that ranged in price from two groschen to two reichstaler. In one Leipzig coffeehouse, "Butterbrödte mit klatem Braten oder Servelat-Wurst" cost four groschen and "Die PortionChocolate in Wasser gekocht" cost six groschen. See Jugler 1779, 106–7.

71. Adlung 1768, 2:158.

72. Holtkötter 1986, 95–113.

73. Wheatley 1952, 5:395.

74. Hafner 1996, 212–13.

75. Dok 2:352.

76. Hankins and Silverman 1999, 3.

77. Bach 1753, 1. "Die Vollkommenheit desselben wäre leichte daraus zu erweisen, wenn es nöthig wäre, weil es diejenigen Eigenschafften, die andere Instrumente nur eintzeln haben, in sich vereinet; weil man eine vollständige Harmonie, wozu sonst drey, vier und mehrere Instrumente erfordert werden, darauf mit einmahl hervor bringen kan, und was dergleichen Vortheile mehr sind."

78. Mattheson 1739, 106. "Vor allen Dingen soll man sich das Clavier, als ein Haupt-Instrument, bestens lassen empfolen seyn, und solches täglich bey der Hand haben: es ist das besondere Componisten-Werckzeug, und wer darauf nichts ausnehmendes gethan hat, oder noch thut, der wird es in der Composition schwerlich hoch bringen. Doch muß es nicht so verstanden werden, als ob man alle seine Sätze von diesem Instrument herzuholen, und sich keines andern bey dem Componiren zu bedienen habe; sondern nur, daß es einen weit deutlichern Begriff vom harmonischen Bau geben können, als die übrigen, wenn auch der Kasten oder die Maschine gar nicht vorhanden ist, sondern nur in blossen Gedancken vorstellig gemacht wird: denn die Lage, Ordnung und Reihe der Klänge ist nirgends so deutlich und sichtbar, als in den Tasten eines Claviers, das doch ebenfalls seine Gebrechen hat."

79. Burkardt, Gantner-Schlee, and Knieriem 2006, 213; Edler 1982, 98.

80. Rose 2005; Gottsched 1725–1726, 2:346; Voigt 1742, 44–45, 75.

81. Preußner 1949, 41–42.

82. Klose 1849, 148.

83. These statistics represent a compilation of all works printed in German-speaking countries in RISM, publishers' catalogs including those of Balthasar Schmid (Heussner 1963), Johann Ulrich Haffner (Hoffmann-Erbrecht 1954, 1955), and Johann Jakob Lotter (Rheinfurth 1977) and book fair catalogs (Göhler 1902). A work is counted as a unique publication if it could be purchased individually. Bach's Keyboard Partitas (BWV 825–830), for example, were published separately between 1726 and 1730 and are thus counted as six separate works. The twenty-five installments of Telemann's Der getreue Music-Meister, by contrast, were purchased by subscription in 1728 and are thus counted as a single work.

84. The most important of these were Balthasar Schmid and Johann Ulrich Haffner in Nuremberg, and Johann Jakob Lotter in Augsburg.

85. Zohn 2005.

86. The term Galanterien referred initially to a broader range of repertoire but was refined over the first half of the eighteenth century to refer primarily to minuets, bourrées, gavottes, and other quick works in four-bar phrases. The title page of Johann Speth's Ars magna consoni et dissoni (Augsburg, 1693) promised, among many other things, "various arias with many beautiful variations, and other Galanterien" (unterschidliche Arien, mit vilen schönen Variationen, und andern Galanterien). The preface of Johann Caspar Ferdinand Fischer's Musicalisches Blumen-Büschlein (Augsburg, 1698) describes its contents as "consisting of various Galanterien: Preludes, Allemandes, Courantes, Sarabandes, Bourrées, Gavottes, Minuets, Chaconne's etc." (Bestehend in unterschidlichen Galanterien: als Præludien, Allemanden, Couranten, Sarabanden, Couréen, Gavotten, Menueten, Chaconnen & c.). In the preface to his 72 Versetl Sammt 12 Toccaten (Vienna, 1726), Gottlieb Muffat (1690–1760) described the contents of his as-yet-unpublished Componimenti Musicali per il cembalo (Augsburg: Leopold, >=1726) as consisting of "all types of arful caprices, or so-called Galanterie pieces" (eine gute Anzahl sogenanter Galanterie-Stuck & c.). It includes preludes as well as standard and optional dances. J. S. Bach's first collection of published keyboard music (BWV 825–830) was titled "Keyboard Practice consisting of Preludes, Allemandes, Courantes, Sarabandes, Gigues, Minuets, and other Galanterien" (Clavir Ubung bestehend in Præludien, Allemanden, Couranten, Sarabanden, Giguen, Menuetten, und andern Galanterien).

87. The preface to Georg Muffat's Florilegium Primum of 1695 is quoted from Strunck and Treitler 1998, 645–46 (translation by Oliver Strunck and Margaret Murata). "Es haben aber obgedachten Lully oder andere dergleichen Ballet-Compositiones, so wegen ihren fliessenden und natürlichen Gang, alle übrige Kunst, unmässige Läuffe, wie auch häuffige und übel-lautende Sprünge, gäntzlich scheuen, in disen Ländern anfänglich das Unglück gehabt, dass sie vielen unseren Violinisten, als welche selber Zeit mehr auf die Menge ungewöhnlicher Concepten und Künsten, dann auf die Lieblichkeit bedacht gewesen solten produciren, ihrer rechten Zeit-Maß und anderer Zierlichkeiten also beraubet, schlecht von statten gangen: Da sie aber von gewissen frembden Violinisten ersten in Oesterreich, bald hernach auch von deß Durchleuchtigsten Churfürsten in Bayren fürtrefflichsten Musicis, mit schönster Vollkommenheit exhibieret und also reiffer erwöget worden, haben viel, um sich nach denen solcher Music beyfallenden Fürsten und Herrn Gemüthern zu richten, von selber bessere Gedancken zu schöpffen, und ihrer Art und Lieblichkeit zugewöhnen, auch ihr nachzusuchen angefangen; und jenes ohne Zweifel wahr gefunden, was mir einstens von einem höchst-vernünfftigen Fürsten, disen Stilum belangend, ist gesagt worden: dass nemlich das jene, was solche gelehrnet, schwärer sey als was sie hätten zur Ergötzlichkeit der Ohren lehrten können."

88. Quantz 1752, 269. Distinctions between dance music for dancing and dance music for playing and singing appear in Mattheson 1713, 186–87, and Mattheson 1739, 224–32.

89. Leppert 1988, 149–54.

90. Krieger 1697, preface. "Wo einige Spatium oder Raum vorgefallen, hab ich selbigen mit etlichen Menuetten, Buréen und Gavotten erfüllet, als welche heut zu Tage denen, welche die Music und das Clavier nicht sonderlich verstehen, bey weiten mehr gefallen, als alle höhere Music; massen ihnen das jenige was lieblich in den Ohren klinget, viel anständiger ist, als die tiefsinnigen Kunststücke."

91. The rather sudden proliferation of printed galanterien around 1730 has sometimes been interpreted as marking the dawn of a new musical era (Ahrens 1986; Radice 1999) or signaling a precipitous drop in the technical proficiency of amateur keyboardists (Rampe 1995; Rampe 2000). In fact, the minuets, bourrées, and gavottes published in the 1730s and 1740s are not fundamentally different in style or technical demands from the those found in prints and manuscripts of the late seventeenth century (See D-Ngm: Hs. 31781; Jung 1991, 92; Leisinger 2000; Maul 2008; Epstein 1940; and Haensel 1974.). The fact that this music was frequently marketed as "easy" and "light" after 1730 is a result of professional publishers entering the market on a large scale. Such terms are advertisements for these collections, not objective descriptions of their contents.

92. Mattheson 1713, title page. "Das Neu-Eröffnete Orchestre, Oder Universelle und gründliche Anleitung, Wie ein Galant Homme einen vollkommenen Begriff von der Hoheit und Würde der edlen MUSIC erlangen, seinen Gout darnach formiren, die Terminos technicos verstehen und geschicklich von dieser vortrefflichen Wissenschafft raisonniren möge [ . . . ]"

93. Mattheson 1713, 202; Mattheson 1721, 179. "Mein galant-homme will, mag und soll nicht viel speculiren, (es sey denn nach dem buchstäblichen Verstande, wenn er sich pudert und im Spiegel besiehet) er will was aufzuweisen und zu hören haben." See Head 1995 and 1999.

94. Scheibel 1721, 41–42.

95. Hellmund 1719, 18–19. "Wie dann die Tantzenden selber sagen, daß sie es zur Lust üben und sich lustig machen wollen: Welches keinesweges die Geistes Lust, oder die Lust am Herrn ist, welche zum Christenthum gehöret, und aus dem Glauben kommt; sondern die Lust des Fleisches, oder des alten Adams."

96. Fuhrmann 1706, 87–88. "Was Menuet, Galliard, Rondeau, Bourrée, Ballet, Gavotte, Branle, Passe Pied, Bontade, Schnakade, Mascarade & c. eigendlich vor Frantzöis. Blümchen, und wie weit diese Gauckeleyen von einander unterschieden seyn, solches habe zu untersuchen Bedencken getragen, und die edle Zeit damit nicht verderben wollen, weil das leichtsinnige (sicut enim levis vestis levem arguit animum; Ita & c.) und leicht fertige (denn ein Frantzöischer Täntzer und Täntzerin muß leicht, fertig und schnell auff den Füssen seyn, als Ludovicus II. der Springer genannt, und wie das Fräulein Herodias, Tantzen mit den Principiis meiner Religion streitet. Sapienti sat!"

97. Buttstedt 1716, 9. "Welcher musicus gibt sich an die doppelten Contapuncte, an die Fugas regulares? Die wenigsten. Warum? es geht schwer ein, und wird nicht bezahlet. Daher kommt es daß man sich statt des rechten Wesens behelffe man sich nur mit Galanterien, wie des Frauenzimmers Schmuck, welcher vor Alters in Perlen und güldenen Ketten bestanden, heute zu Tage aber Bänder und Spitzen sind. Von jenen hätten die Kinder was, von diesen aber nichts zu hoffen."

98. Mattheson 1717, 42–44. "Sind denn itzund keine Perlen mehr, als vor Alters? Trägt man nicht gantze Garnitures en echelle von selbigen, die gewiß ein bißgen feiner kommen als vor Alters? Prangen nicht tag-täglich Hals, Hände und Ohren des schönen Geschlechts mit diesen Orientalischen Himmels-Zähren? Daß es etwan in Erfurt nicht geschieht, was kan man dafür? Und was wolten doch die alten güldnen Ketten sammt den binden Perlen dabey verschlagen? Was für gut könten die Kinder davon haben? Solten sie dafür Brodt oder Wein kauffen? Trägt ihnen solcher Kram das geringste Interesse, er werde dann versetzet? Und da ist man wohl dran. Kostete nicht eine Kette wohl zehnmahl so viel zu machen, als offt das Gold werth war? Eben so gehe es auch mit den sehr gekünstelten Fugen, die allemahl mehr Arbeit kosten als Vergnügen geben. Wenn hergegen unser Organiste nur hier in Hamburg Dames sehen solte; doch was rede ich von Dames? ich will nur Bürgerstands-Personen nehmen, die an Ohrgehängen, Kreutzen und Ringen, in blossen Juwelen, zehn und mehr tausend Reichsthaler Banco-Geld mit sich herum führen; solte er nicht meynen, daß man von solchen Pretiosis güldne Kette von hier biß Erfurt machen könte, so daß in jedem Post-Hause wenigstens die Köchinn eine hätte? Hat er wohl einen Bürger gesehen, der noch nicht einmahl galant heissen kan, und einen Hosen-Knopff von 10000. Rthlr Banco trägt? Das kommt ein bißgen wichtiger als sein Stylus ligatus mit den güldnen Ketten. Dergleichen, und viel grösser, sind unsere Galanterien. Mich deucht, damit ist Kindes-Kindern im Nothfall redlicher unter die Arme gegriffen, als mit einer lausigen Kette, daran wir die Flöhe fesseln. Nun mache einer die Application auf die Musicalische Galanterie, darinn heut zu Tage solche Edelsteine befindlich, daß ein alter übersichtiger Ketten-Krämer meynen solte, es wären Böhmische Steine; weil er sie niemahls so groß, und dabey so echte, gesehen hat."


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1. D-BS: C 1 8: Nr. 43, 538r–541v. Fritz's house had the Brandversicherungsnummer 2812.

2. Fleichsig 1962–1964, 48, no. 2: 47. "[ . . . ] wie auch eine ziemliche Anzahl Reisespinets von 4 Octaven verfertigt, die man im Wagen auf den Schooß nehmen, und unterwegs darauf spielen konnte."

3. The four standard types are: four octaves, fretted; five octaves, fretted; five octaves, unfretted; five octaves and a third, unfretted. In 1728, for a certain Herr Rademacher in Königslutter, Fritz built "ein doppeltes Clavier nebst Pedal." See Fritz 1757, 25.

4. Fritz 1757, preface. "Die mehresten davon, da sie theils für sich, theils für andere die Claviere verlanget haben, werden wissen, daß ich nach dem mir einmal gemachten Gesetze keinem Käufer vor dem andern einigen Vorzug gebe, sondern daß ich, wie die Claviere bey mir bestellet werden, selbige in ein Buch eintrage, und darnach die Käufer befördere, auch daß diejenigen, die ihre bestellte Claviere vorfallender Ursachen wegen binnen der gesetzten Zeit nicht zu sich genommen, mir oft eine Gefälligkeit erwiesen haben, weil ich alsdenn in den Stand gesetzet worden, den andern Liebhabern und Abnehmern meiner Arbeit, die darauf zuweilen wider mein Verschulden Jahr und Tag warten müssen, damit zu dienen."

5. Victoria and Albert Museum, Inv.Nr. 339–1882. For a description see Schott 1998, 78–80. The clavichord was formerly in the collection of Carl Engel, a German musicologist residing in England, who acquired it on a visit to his native country in 1874. See Simmonds 2008. The evidence for the connection between this instrument and J. H. Heyne is as follows. The title that Fritz gave the list of clavichord customers he published as an appendix to Fritz 1757 suggests that the names are presented in chronological order. It reads: "The names of the persons who received clavichords from me as I completed them one after the next in the years listed below" (Namen derjenigen Personen, welche in nachbenanten Jahren neue Claviere, so wie solche nach einander von mir verfertiget sind, erhalten habe). They are listed not only by year but also chronologically within each year. Given that only four Fritz clavichords survive to the present (Musikinstrumenten-Museum Berlin, Inv.Nr.3594; Museum Bochum, Inv.Nr.1540; Victoria and Albert Museum, Inv.Nr.339–1882; and Städtisches Museum Braunschweig, Inv.Nr.0012-0111-00), it is remarkable that two of them were produced in very close proximity: the Bochum instrument is dated January 1751, while the London instrument is dated February 1751. It is all the more remarkable that both of these belong to the largest and rarest category of instruments Fritz made. According to his published sales list, he built just three with this range in 1751: they occupy positions one, two, and four of seventeen total. Number one was sold to "The Accountant, Mr. May" (Hr. Buchhalter May), presumably the same accountant May who earned seventy-two reichstaler and thirty-three groschen per quarter from the government administration of Braunschweig-Wolfenbüttel in 1750–1751 (Staatsarchiv Wolfenbüttel: Sig. 17 III Alt, 170, f. 78r). Number two was sold to "The Tax Collector, Mr. Heyne" (Hr. Einnehmer Heyne). Number four was sold to "The Theology Student, Mr. Drechsler" (Hr. Cand. Theol. Drechsler), presumably Augustus Brandanus Drechsler of Braunschweig, who enrolled at the University in Jena on April 19, 1747 (Köhler 1969, 3:498). The London instrument cannot have belonged to Mr. May; his clavichord was the first of the year in 1751 and the London instrument cannot have been earlier than second of the year (it is dated February, whereas the Bochum clavichord is dated January). Given Fritz's ordinary rate of production for the period, by far the most plausible scenario is that Mr. May's instrument was completed in January, Mr. Heyne's in February, a small clavichord for another client in early March, and Mr. Drechsler's in late March or early April. Aligning these names with the surviving instruments, May would have received the Bochum instrument (dated January), Heyne the London instrument (dated February), and Drechsler the last (now lost).

6. For biographical information on Barthold Fritz see Fleichsig 1962–1964, 48, no. 2: 46–49 and 50, no. 2: 53; and Gerber 1790–1792, 1:456.

7. Braunschweig had 15,600 residents in 1671 and 22,500 in 1758. Meibeyer 1966, 129.

8. Albrecht 1980, 382–95.

9. Fleichsig 1962–1964, 48, no. 2: 48. "Außer dem Künstler, der unserer Stadt so viel Ehre gemacht hat, verlieren wir auch in ihm einen sehr redlichen und rechtschaffenen Mann, der bey keiner Gelegenheit den Preis seiner Klaviere erhöhte und sein Wort allezeit auf das genaueste zu erfüllen pflegte."

10. Fritz became a citizen on July 12, 1720. See Schröder 1928, 48. For information on Fritz's purchase of the house at Marstall 12 (Brandversicherungsnummer 2812) see D-BS: C 1 8: Nr. 43, 538r–541v.

11. Sack 1853; Albrecht 1980, 359–60.

12. Fleichsig 1962–1964, 48, no. 2: 47. "Alle Kenner und Liebhaber dieses musikalischen Instrumentes lassen ihm die Gerechtigkeit wiederfahren, daß in dem Klange seiner Klaviere etwas Originales anzutreffen war, besonders in der Stärke der Baßstimmen, welches man bey keinen andern Klavieren antrifft. Dies war auch die Ursache, warum diese seine Instrumente außerordentlich gesucht wurden. Er hat deren über 500 Stück verfertigt, welches für einen Mann, der diese Arbeit fast gänzlich allein verrichtete, gewiß keine geringe Anzahl ist. Ein großer Theil derselben ist nicht nur in alle Provinzen Deutschlands, sondern in noch fernere Gegenden, und bis nach Rußland und Archangel versendet worden. Außerdem hat er noch eine sehr große Anzahl alter Klaviere mit neuen Sangböden versehen; Flügel mit Federn und Hämmern zugleich gemacht, in deren Fuß ein Flötenwerk befindlich gewesen. Die hiesigen Orgeln hat er besonders in den Blasebälgen sehr verbessert, und verschiedene kleine Orgeln und Positive, wie auch eine ziemliche Anzahl Reisespinets von 4 Octaven verfertigt, die man im Wagen auf den Schooß nehmen, und unterwegs darauf spielen konnte."

13. Only 310 of the 322 clavichords Fritz sold can be connected with particular locations: Ammendorf (1); Amsterdam (Holland) (4); Arkhangelsk (Russia) (3); Berlin (1); Braunschweig (171); Bremen (1); Calvörde (1); Celle (4); Clausthal (23); Dessau (1); Dingelstedt (1); Dorstadt (1); Eisleben (1); Fallersleben (2); Frankfurt am Main (1); Gibraltar (England) (1); Glendorf (1); Göttingen (2); Haag (Holland) (1); Halberstadt (10); Hamburg (14); Hannover (1); Harpke (2); Harzburg (2); Helmstedt (1); Homburg (1); Hornburg (1); Kassel (1); Königslutter (2); Land Hadeln (1); Lauenburg (1); London (1); Lucklum (2); Magdeburg (1); Mecklenburg (1); Moordorf (1); Münden (1); Neuhaus (2); Norway (3); Ölper (1); Oschersleben (1); Quedlinburg (1); Quenstedt (3); Riddagshausen (1); Rinteln (1); Saldern (1); Schlesien (1); Schwarzburg (2); Sickte (1); Söllingen (1); Vorsfelde (1); Walbeck (1); Wallau in der Pfalz (2); Wendenzelle (1); Wernigerode (2); Westphalen (1); Wieda (1); Wiederstedt (1); Wiesbaden (1); Wolfenbüttel (11); Zellerfeld (1); Zerbst (1); Zilly (1).

14. In analyzing these materials, I have drawn a distinction between agents (those who bought Fritz's instruments "in commißion" on behalf of others) and owners (those who eventually owned the instruments, whether they bought them directly from Fritz or from an agent). This distinction is sometimes problematic because one suspects Fritz was not absolutely consistent in his designations; for example, a customer who purchased ten keyboards but is only listed five times as buying "in commißion" is considered here to be an agent in all ten cases, though he may have bought some instruments for his personal use. Conversely, a customer who ordered three instruments in quick succession but is never listed as buying "in commißion" is considered an owner in all three cases, though he may well have sold some of them.

15. Three pastors sold nine instruments; eight professional musicians sold twenty-five instruments; three merchants sold another twenty-five instruments.

16. Fritz sold instruments to 172 apparently unique individuals who did not have aristocratic names.

17. The "Hr. Hofgerichts-Assessor Lüdecke in Braunschweig" who bought a clavichord from Fritz in 1735 must be identical with the Hofgerichts Assessor Levin Christian Luedecke referenced in court employment records. See Staatsarchiv Wolfenbüttel, 17 III Alt, 154, f. 31r. Fritz's "Hr. Cammerconsulent Seyden in Braunschweig" is certainly identical with Friedrich Seiden, Kammerkonsulent referenced in court employment records. See Staatsarchiv Wolfenbüttel, 17 III Alt, 552. The "Hr. Cammerdiener Jenichen zu Braunschweig" who purchased a clavichord from Fritz in 1754 must be identical with the Cammerdiener Jänichen employed by the court. See Staatsarchiv Wolfenbüttel, Sig: 17 III Alt, 170, f. 51r.

18. Fritz lists among his customers, for example, "Hr. Buchhalter May zu Braunschweig" and "Hr. Buchhalter Gerlach zu Braunschweig," who must certainly be identical with the court employees Buchhalter May and Buchhalter Gerlach. See Staatsarchiv Wolfenbüttel 17 III Alt, 170, f. 78r, 79r. Fritz's "Hr. Postsecret. Emperius in Braunschweig" must be identical with the "Emperius, Sekr. d. Kayserl. Posten in Braunschweig" referenced in Staatsarchiv Wolfenbüttel Sig: 37 Alt Nr. 3272. The "Hr. Leibchirurgus Ramdohr zu Braunschweig" who bought a clavichord from Fritz in 1741 must certainly be identical with the court Leib Chirurgus Ferdinand Benedikt Ramdohr. See Staatsarchiv Wolfenbüttel 17 III Alt, 170, f. 52v. The "Hr. Tanzmeister Grüneberg in Wolffenbüttel" who purchased a clavichord from Fritz in 1740 must be identical with the Tantzmeister Grünenberg employed by the court in 1751. See Staatsarchiv Wolfenbüttel, 17 III Alt, 170, f. 37v.

19. Fritz identified 196 male customers (87 percent) and thirty female customers (13 percent).

20. Customer designations such as "Frau Commißionsräthinn von Kalm" and the "Frau Commißionsräthinn von Flögen" suggest that their husbands held courtly appointments. The latter was presumably the wife of Julius Justus von Flögen, Hof-Commissionsrat in Wolfenbüttel. See Staatsarchiv Wolfenbüttel Alt III, 552, 34 (1765) and 569 (1744–1765).

21. Düsterdieck 1983, Nr. 2, 45, 51, 104, 105, 131, 151, 152, 158, 189, 190, and 256. The music instructor was Nikolaus Georg Weinholtz, the French instructor was Jean Randon, and the chamberlain was Johann Daniel Richter. See Albrecht 1986, 68–69, 96.

22. Chrysander 1863, 285.

23. Voigt 1742, 109–11. "In vorgesagten Mühlhausen, war auch ein Müller, Ziegler genannt, der auch einem seinen Choral. spielte, und hatte in seiner Stube ein Clavicymbel, wenn nun des Abends die Mühl-Gäste in seine Stube kamen, und dem grossen GOtt mit einem Gesang verehrten, spielte derselbe allemahl auf seinen Clavicymbel darzu, welches gewiß was schönes war, und ob er gleich vom General-Baß nichts verstund, auch keine Noten konte, so wuste er doch die Manieren gut anzubringen, daß man sich darüber verwundern muste. Dergleichen Exempel giebt es ja fast in allen Städten, die meisten aber verstehen doch die Noten, und können auch im Nothfall ein Präludium durch ihre Fantasien machen, ob sie gleich nicht viel von General-Baß verstehen, sich auch niemahls werden träumen lassen Organisten zu werden, oder sich unterfangen andere zu lehren."

24. Fritz 1757, 22–24.

25. Fritz 1757, 8–9. "Die Orgelbauer und Instrumentenmacher würden sich diese Veränderung der Tasten gern gefallen lassen. Aber werden dieses auch die großen Clavierspieler der Nachkommenschaft zu Liebe thun?"

26. Fritz 1757. The first edition appeared in 1756.

27. Fritz 1757, preface to the 1757 edition. "Uebrigens gereicht es mir zur wahren Zufriedenheit und zur völligen Belohnung meiner angewandten Bemühungen, daß diese von den Kennern der guten Temperatur wohl aufgenommen worden, und daß insbesondere meine Anweisung zum Stimmen bey dem berühmten Hrn. Bach zu Berlin Beyfall gefunden, als welcher in seinem an mich erlassenen Schreiben sich darüber dergestalt geäussert hat, daß in meinen wenigen Bogen alles gesagt sey, was nöthig und möglich gewesen, und daß solche ungleich mehrern Nutzen stifften würden, als die vielen Ausrechnungen, womit sich mancher den Kopf zerbrochen hätte, indem diese Art von Anweisung nur für sehr wenige, die meinige aber für jedermann sey, selbst die Berechner nicht ausgenommen, weil diese von dem Ausspruche des Gehörs so gut als andere abhiengen."

28. Sorge 1749.

29. Sorge 1758, 7. "Wir arbeiten Beyde auf einen Endzweck loß, gebrauchen auch in der That einerley Mittel, nemlich Quinten, Octaven und Terzen, und fragen die letztern, ob wie den Quinten ihr Recht gethan haben, bekennen auch Beyde einerley Wahrheit, nur mit dem Unterschiede, daß ich mathematischen Beweiß beybringe, er aber bloß mechanisch zu Werke gehet, und sich bloß auf seine Ohren und seinen Stimmhammer verläßt."

30. Marpurg, 1760–1764, 280 (February 23, 1760). "Er poltert so fort etliche Bogen her, worinnen er von nichts als von einer niederträchtigen Tadelsucht, von Lügnern, von Verleumdungsscarteken, von vergeblichem Gewäsche, von Erzclavierstimmern des heiligen römischen Reichs, vom Mosthohlen Bartholds, von Einblasern, von Eigenliebe, vom Uebertreten des achten Gebots, u.s. w. schreibt, und mit einem berühmten Mechanicus, der wenigstens an die acht und dreyßig Jahre (man sehe den achtzehnten Brief dieses Wochenblatts, Seite 142.) und also ebenfals so lange, als der Herr Sorge, seinen Verrichtungen mit Ruhm und Ehre obgelegen hat, auf eine Art umgehet, dergleichen sich ein artiger Organist gegen seinen Balgentreter schämen würde."

31. Fritz 1757, preface to the 1757 edition. "Da mir indessen der Einwurf gemacht worden, ob ich auch über 300 Stück neuer Claviere, als dergleichen Anzahl sich sonst so leicht ein Clavier-Instrumentenmacher nicht rühmen kann, wirklich verfertiget hätte, zumal ich außer dieser neuen Arbeit mit Ausbesserung der alten Claviere und Verfertigung anderer Instrumenten mich mitbeschäftiget habe; So hoffe ich diesem Zweifel nicht besser begegnen zu können, als daß ich die Namen derjenigen Personen, welche von mir solche neuverfertigte Claviere erhalten, am Ende dieses Tractats öffentlich anzeige."

32. The preface to the second edition is dated April 4, 1757.

33. Fleichsig 1962–1964, 48, no. 2: 49.

34. For the record of Heyne's birth see Evangelisch-Lutherischer Stadtkirchenverband Hannover, Stadtkirchenkanzlei, Kirchenbuchamt. Clausthal Taufen 1681–1720, 242.

35. Eschebach 2005.

36. Stadtarchiv Braunschweig, Braunschweig Neubürgerbuch (Nbb. 1724–1757. S. 750–51. Signatur: C I 2 Bd. 3, S. 750–51.)

37. Hönn 1724, 3–4.

38. The average is calculated on the basis of known salaries for the Tantzmeister Grüneberg (150 reichstaler), the Leib Chirurgus Ramdohr (200 reichstaler), the Buchhalter Gerlach (266 reichstaler), and the Zoll und Accise Einnehmer Heyne (366 reichstaler). See Staatsarchiv Wolfenbüttel 17 III Alt, 170, f. 37v, 52v, 71r, and 78r (1750–1751).

39. Before 1778, Johann Christian Dietrich Heyne served as copyist (Copist bey der Berglandlungs Casse), from 1778 to 1783 he was a cashier (Caßirer), from 1783 to 1789 he was a registrar (Registrator beÿm Fürstl. Finanz Collegio) and after 1789 he was senior finance agent (Ober-Factor). Staatsarchiv Wolfenbüttel Sig. 3 III Nr. 559, f. 45–47, and Nr. 552, f. 59, 70, 85.


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1. One "ell" corresponded to the distance between the elbow and the tip of the index finger. Stadtarchiv Leipzig, Vormundschaftsstube Nr. 442, Bd. 1, f. 95r–95v. "vor 3 Ellen Netteltuch | ein paar Schuh | 2 schwartze und weiße Halstücher | ein paar seidene Handschuh | einen schwartzen Fecher | auf Abschlag des jährlichen Kostgeldes von primo Jan: 1732 angerechnet | vor 16. Ellen Zeug zu einen Haußrock | 9 Ellen Rath | accid. davon | vor ein Stück Cannefaß | ein schwartzes Nachtzeug | 5 Ellen Band à 3 gl. |vor ein paar schwartz und weiße Schuh | Herr Görnern vor Information aufn Claviere | vor ein paar Schuh | vor unterfutter zu einer Adriene und Contouche | zu einer gevatterschafft an Eingebünde | vor andere Ausgaben dabeÿ zusammen | einer Reiffenrock überziehen laßen | dem Schneider Conto | vor Nachtzeuger zu stecken. | den Rest des jährlichen Kostgeldes bis und mit Dec: 1732."

2. Neumann 1970.

3. Neumann 1970, 21–22. For comparison see Lediard 1740, 260–62.

4. Jens Müller 1989, 54–58.

5. Fritz 2005, 17–19.

6. Talle 2008, 72–75.

7. Eger 1745, 27, 48–49, 145–46.

8. Lediard 1740, 258. "In their Housekeeping they are frugal to a Fault, or rather mean: A large Piece of smoaked or salted Beef, boil'd on Sunday, is served up the whole Week, with Vegetables, or a Dish of Fish, which is extreamly cheap and good here; while their Servants are chiefly fed with sundry Sorts of Spoon-Meat, made of the Soop of their Salt-Meat and Herbs, or of sundry Groots, boiled in Milk, Water or Beer. But as sparing as they are in their own Families, as extravagant are they when they treat Strangers." See also Dimpfel 1929, 85–86.

9. Blochberger 1749, 3:660 ("Wasser").

10. Rambach 1737, 288.

11. Marie-Thérèse Dancourt had popularized the dress while playing the title role in Terence's Andria.

12. Das kirchliche Archiv Leipzig. Taufbuch St. Nikolai 1728–1734, 499.

13. Wustmann 1889–1895, 222.

14. Schulze 1997, 152. "Als der Hochedlen, Hoch-Ehr und Tugend-begabten Jungfer, Jungfer Christiane Sÿbilla Bosin, meiner besonders hochgeehrtesten Jungfer Gefatterin u. werthesten Herzens Freündin erfreülicher Geburths Tag einfiel, wolte mit diesen kleinen doch wohlgemeinten Andencken sich bestens empfehlen Anna Magdalena Bach."

15. Rambach 1732, 184. "Wenn Christus spricht: solt ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat, so weiset er Petrum von der Hand der Menschen hinauf auf den Rath GOttes, der ihm dieses Leiden bestimmet. Eben dieses sollen wir unserm Fleisch und Blut vorhalten, wenn es gegen das Leiden murret. Dadurch wird alle Bitterkeit versüsset werden, wenn wir bedencken, von wem unser Leiden uns zugesendet worden. Es ist ein Kelch, der von der Hand eines Vaters kömmt, der ja seinen Kindern nicht Gift, sondern Artzeney einschencket."

16. Rambach 1732, 1169. "Gott nimmt oft seine Kinder vor einem ihnen schon zugedachten Unglück durch den zeitigen Tod, da er freywillig sein Leben niederlegte, dem Bein-Bruche zuvor. Und so bringet Gott noch öfters seine Kinder durch einen frühzeitigen Tod in Sicherheit, und versetzet sie in die Ruhe, ehe die Fluthen seiner Gerichte hineinbrechen, und alles überschwemmen; oder ehe die Welt ihre bösen Anschläge, die sie über dieselben beschlossen hat, ausführen kan."

17. During the randomly selected years 1726–1731, one in twenty babies was miscarried or stillborn, and for every ten who survived childbirth six died as infants. One of every three who survived infancy died before reaching adulthood. See the printed summaries made by the Leichenschreiber in Leipzig during these years. See D-LEsa: Riemer-Chronik.

18. Dürr 1996, 189.

19. Gottsched 1725–1726, 2:284. A fictional, unmarried woman writes: "Eine Wittwe von eben solchen Jahren [36] hatte meinem Bedüncken nach, weit mehr Ehre von ihren Stande als eine alte Jungfer; indem jene zum wenigsten eine zeitlang das Glück in der Welt gehabt, eine Frau zu heissen."

20. Petersen 2003, 13.

21. Schultz 1890, 4–5.

22. Dürr 1996, 196.

23. Gräbner 1711, 64–65.

24. Recke 1795, 59–60.

25. Dürr 1996, 201. "Als einst meine Mutter noch als kleines Mädchen nur einige Minuten stillsaß, rief ihr sofort ihre Großmutter zu: 'Aber Mädchen, du tust ja nichts!' Auf ihre Antwort: 'Ich habe nichts zu tun,' antwortete die Großmutter ärgerlich: 'Ach was! Wenn ein Mädchen nicht weiß, was sie tun soll, schneidet sie sich ein Loch in die Schürze und flickt es wieder zu.'"

26. Dürr 1996, 192–193. "Die Mädchen sind zum häuslichen Leben bestimmt. Sie können sich bey den unvermeidlichen häuslichen Unfällen nicht so wie die Männer außerhalb ihrer Häuser zerstreuen. Sie müssen einst ihren Kummer in der Stille ohne Zeugen, unbemerkt ertragen. Sie müssen vielmals die Gefühle des Mißmuths im Innern des Herzens einzwängen, sie nicht aus ihrem Gesichte hervorstechen lassen, recht geflissentlich ein heiteres und munteres Gesicht zeigen, um den mit Geschäften belasteten Gatten nicht zu beunruhigen."

27. Recke 1795, 29–30. "Eines Abends, als meine Wärterin mich auskleidete und zu Bette bringen wollte, band sie mir meine Nachthaube so ungeschickt um, daß sie mir eine Haarnadel tief in den Kopf hineinstach. Ich that unwillkürlich einen Schrei; Blut floß von meinem Gesichte herunter, meine Großmutter eilte hinzu, fragte, was da wäre; schnell stürzte ich mich zu ihren Füßen, bat um Verzeihung und sagte, ich hätte mich an den Kopf gestoßen, denn die Gefahr, daß meine vonmir so inniggeliebte Wärterin bitter gestraft werden könnte, schwebte mir so lebhaft vor, daß ich mich gedrungen fühlte, diese Unwahrheit zu sagen. Jetzt bekam ich von meiner Großmutter ein paar derbe Maulschellen und die Anweisung, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Unaussprechlich fühlte ich mich glücklich, meiner geliebten Wärterin, die eine Leibeigene war, eine gewiß harte strafe abgenommen zu haben. Als meine Großmutter sich entfernen wollte, trat die sogenannte Großschwester, die Augenzeuge von allem gewesen war, hinzu und sagte jener: ich und meine Wärterin, wir hätten beide eine tüchtige Strafe verdient, denn das, was ich vorgegeben habe, sei erlogen; die Unvorsichtigkeit meiner Wärterin habe mir eine Haarnadel in den Kopf getrieben. Nun fuhr meine Großmutter meiner Wärterin habe in die Haare, zerprügelte sie und schickte sie nach einem Bündel Ruthen, um auch mich zu züchtigen. Meine Wärterin, die aus Liebe für mich in Thränen zerfloß, mußte mich halten und sehen, wie meine Großmutter mich mit Ruthen strich; als dieses vorüber war, mußte ich wieder Augenzeuge dessen sein, wie meine Wärterin niedergestreckt wurde und sie zwanzig Hiebe bekam. Mein Herz wurde schmerzhaft zusammengepreßt; ich zitterte an allen Gliedern, durfte aber keinen Laut von mir geben, wenn ich nicht die Strafe meiner mir nun noch lieber gewordenen Wärterin verdoppeln wollte. Nach dieser Exekution brachte meine Wärterin mich zu Bette; ich küßte ihre Hände, sie die meinigen; wir baten uns gegenseitig um Verzeihung und versicherten uns, daß die Schläge nicht geschmerzt hätten. Von dieser Stunde an herrschte zwischen mir und meiner Wärterin die innigste Zärtlichkeit, die auch bis zu ihrem Tode, der vor zehn Jahren erfolgte, fortgesetzt wurde und in meinem Herzen jetzt noch für die Kinder der guten Seligen fortdauert."

28. Roloff 1984, 1: 21. "Wir geben uns durchgängig viel weniger Mühe, unsere Töchter wohl aufzubringen, als unsere Söhne, und glauben zu dem, daß wir Recht darin haben. Wir meynen, die Wissenschafften seyn dem Frauenzimmer nichts nütze: es werde dieselben, nach seiner natürlichen Schwachheit, mißbrauchen, und lassen deßwegen mit Fleiß unsere Töchter in der dicksten Unwissenheit aufwachsen."

29. Curas 1723, 73–86.

30. Freilinghausen 1719, 118–30.

31. Hohberg 1687, 2:281. "[ . . . ] wer Studiren will, ohne Vorsatz, seinem Vatterland nutz zu seyn, ist gleich wie einer in fremde Länder reiset, und weiß nicht wohin, oder warum."

32. Leporin 1742, 102. "Und freylich ist nicht zu leugnen, daß es ziemlich schwer fallen würde, wenn ein Frauenzimmer würcklich vom studiis profession machen, dabey aber eine sehr grosse und weitläufftige Haushaltung bestreiten solte. Allein man hat nicht Ursach deßwegen den Muth sincken zu lassen, denn ich fordere nicht von allen und jeden Frauens Personen, daß sie von der Gelehrsamkeit profession machen, und alle ihre Zeit darauf wenden sollen; sondern ich behaupte nur, daß die Geschäffte der Haushaltung zulassen, daß das weibliche Geschlecht wenigstens so viel Zeit auf die studia wenden könte, daß dadurch ihr Verstand excoliret würde; damit wie Thomasius fodert, ihre Ungelahrtheit wenigstens keine grobe Unwissenheit könne genennet werden, und sie doch von denen nöthigsten ihnen obliegenden Pflichten ein Erkäntniß hätten."

33. Luther 1730, unpaginated.

34. Petersen 2003, 12. The young Johanna Eleonora Petersen impressed her confirmation teacher when she "nicht allein nach den Worten, sondern nach dem Verstande der Worte fragete."

35. Seybold 1785, vol. 4/91. "Um neun Uhr muste sich alles wieder in die Wohnstube versammeln, da ein Kapitel aus der Bibel, das Abendgebet gelesen, und ein Abendlied gesungen war. Als ich gut lesen konnte, war das immer mein Amt, vorzulesen."

36. Petersen 2003, 16, 37–38.

37. Gräbner 1711, 70. "An welchem Ort findet ein Frauenzimmer der beste Gelegenheit sich galant und qualificirt zu machen? Bey Hofe. Ob ich gleich daselbst wie in der gantzen Welt Laster antreffe, hat doch der Gegentheil auch seinen Grund, wenn ich sage, daß ein wohleingerichteter Hof mit Recht ein kurtzer Begriff der galanten Welt genennet wird, und da es ohne dem nicht bräuchlich, daß Frauenzimmer auff Universitäten ziehen, können sie doch den Hof als eine in vortrefflichen Qualitäten erbauliche Academie erwehlen, sonderlich weil bekandt, daß das Hof-Frauenzimmer, dessentwegen sehr zu rühmen, weil sie dem abgeschmackten Bauer-Stoltz, gäntzlich adieu gesagt haben."

38. Gräbner 1711, 68. "Nebst dem Rechnen und Schreiben könen sie durch die Music und Tantzen, Frantzösisch parliren zu mehrerer perfection gelangen."

39. Barth 1720, 76. "Mit einem Worte: Wer einen geschickten Reverentz will machen lernen, muß den Tantz-Meister consultiren; Wie es denn auch nicht wohl angehet, allzu genaue Regeln von der gantzen Positur des Leibes zu geben, sondern ich rathe, wer hierinne reusiren will, geben auf den Tantz-Boden; denn dessenwegen lernet man vornemlich tantzen: Als erstlich, daß man sich gewöhnet einen manierlichen Reverentz zu machen, anderns, den gantzen Leib wohl zu tragen, drittens damit man wohl gehen lerne, und viertens in honnêter Compagnie, als bey Hochzeiten und dergleichen den Frauenzimmer kan satisfaction thun; Worbey man sich denn vor allen Dingen zu hüten, daß man ja nicht affectire: Alles naturellement, und das läst."

40. Taubert 1717, 1003; Corvinus 1715, 1960–61.

41. Gräbner 1711, 66.

42. Hellmund 1719, 2. "[ . . . ] es ist hier [ . . . ] die Rede von denen Lust-Reyhen oder heutigen weltlichem Tantzen, wie es heutiges Tages von denen Leuten in der Welt würcklich geschiehet, wann sie sich (nach dem Fleisch) mit einander lustig machen wollen, da Manns- und Weibs-Personen mit einander heimlich oder öffentlich zur Lust nach einer weltlichen Music, und entweder nach der Kunst oder nur nach der Lust vor den Leuten um den Creyß herum hüpffen oder springen, und dabey allerley hoffärtige, wollüstige, ungeistliche, ungöttliche und gefährliche Gebährden machen, dadurch die Augen, Sinnen der Hertzen der Täntzer so wohl als der Zuschauer gereitzet, und an statt einer nöthigen und nützlichen Andacht u. mit solchen eiteln Bildern angefüllet und geweidet oder beleidiget und betrübet werden."

43. This description appears in J. F. W. Zachariä's poem "Der Renommiste" of 1744. See Zachariä 1761, 1:24. See Zachariä 1761, 1:24.* "Auch jetzt war hier ein Ball den Schönen angestellt. | Es schimmerte voll Glanz die junge Stutzerwelt; | Und manches schöne Kind, besiegt vom sanften Triebe, | Hebt die erhitzte Brust, und glüht von Tanz und Liebe. [ . . . ] Der kleine Liebesgott, mit schalkheitsvollen Blicken, | Dem Bogen in der Hand, dem Köcher auf dem Rücken; | Wie er mit starkem Arm nach jungen Schönen zielt, | Und Tugenden zurstört und Herzen unterwühlt. | Er sieht stolz um sich her, wie seine Pfeile fliegen, | Wie Helden untergehn, und Tänzerinnen siegen; | Wie der bestrickte Graf das Schneidermädchen liebt, | Und wie der Fräulein Herz dem Schreiber sich ergiebt."

44. Petersen 2003, 23. "Da tantzete ich offt mit Thränen, und wuste mir nicht zu helffen."

45. Gräbner 1711, 66–67. "Hat sie die gütige Natur mit einer angenehmen Stimme versehen, oder zu einer Instrumental-Music geschickt gemacht, denn ohne diese requisita will ich niemand hierzu rathen, die thun sehr wohl, daß sie sich hierinnen habilitiren; allermaßen die Music sonderlich das singen, eine vortreffliche Zierde des Frauenzimmers ist, und beweisen die Exempel, daß viele ihr grosses Glück dadurch gemacht, sonderlich weil noch dieses dazu kömmt, daß die Music die gute Eigenschafft an sich hat, einen rohen und übel moralisirten Menschen zu einer wohlanständigen Lebens-Art zu disponiren."

46. Recke 1795, 59–60.

47. See Neumann 1970. Head 1999, 207–8 notes that the Frauenzimmer Lexicon (Corvinus 1715) contains no entries for musical instruments other than the zither, lute, and keyboard.

48. Georgi 1742, 2:368. In the preface to this collection, Kuhnau refers to this woman as music personified as an unmarried woman (Jungfer Musa). For an alternative interpretation of the engraving see Matthews 1989, 220–22.

49. Scholze 1743, Nr. 46. "Soll ich unter allen Sachen, | Die vergnügt und lustig machen, | Sagen, was mir wohl gefällt, | Und mein Herz zufrieden stellt? | So ist mir, | Mein Klavier, | Über alles in der Welt. || Scherzen, lachen, tanzen, Spiele, | Sind zwar Dinge, welche viele, | Meines gleichen g'nug erfreun, | Aber ich laß alles sein, | Läßt man mir | Mein Klavier | Nur zum Zeitvertreib allein. || Oft sich vor dem Spiegel drehen, | Täglich in Gesellschaft gehen, | Kömmt den Mode=Schwestern zu. | Ich, die ich nicht also tu, | Wähle mir, |Mein Klavier, |Und verbleib' in stiller Ruh.' || Geht in Garten, geht spazieren! | Fahret sanfte! | Laßt euch führen! | Nehmet Hand und Kuß mit an! | Ich bin ganz vergnügt vertan, | Wenn ich hier, | Beim Klavier, | Manches Stündchen sitzen kann. || Sorgt, wie man die lange Weile, | In den Müssiggang verteile! | O der Saiten heller Klang, | Und ein lieblicher Gesang, | Machet mir, | Beim Klavier, | Weder Zeit noch Sorgen lang. || Hab' ich noch so viel Geschäfte, | Werden mir dadurch die Kräfte, | Gleichsam dazu stark gemacht. | Ist mein Tagewerk vollbracht, | Spiel' ich mir, | Im Klavier, | Noch ein Lied zu guter Nacht."

50. Gellert 1747, 123–24. "Was für Gedanken fühl ich nicht! | Gedanken, die mein Blut erhitzen. | So sehr mein Witz denselben widerspricht | So sucht sie doch mein Herz zu schützen. | Wie? Eine Mannsperson = = ein Mann! | Ein Mann! den = = was wars, worauf ich sann? | Mein ganzes Herz fängt an zu fühlen. | Ich will ein Stück auf dem Claviere spielen. | Um meinen Unmuth zu zerstreun." (Sie geht nach dem Claviere und kehrt gleich wieder um.) | "Doch itzund fällt mirs ein: | Ich hätte sie begleiten sollen; | Dort hätte sie gelauscht, | hier hätt ich lauschen wollen. | Und hätten wir ihn dann gesehn: | So wären wir ganz sacht, ganz sacht auf ihn gegangen, | Und hätten ihn gefangen. (Sie geht noch einmal nach dem Claviere und kehrt bald wieder um.) | "Allein, wie soll ich das verstehn? | Sie gieng, und hieß mich doch nicht mit sich gehn. | Und da wir von den Männern redten, | Beschwerte sie sich zwar, daß sie viel Fehler hätten; | Allein sie schwieg doch bald von ihren Fehlern still. | Vielleicht ließ sie mich hier zurücke, | Damit ich den nicht mehr erblicke, | Den sie allein für sich behalten will. | Die Alte sollte sich doch schämen, | Die Mannsperson mir zu entziehn. | Nein, nein, sie mag mir alles nehmen, | Ich bins zufrieden; nur nicht ihn!"

51. Marpurg 1750a, 101–2 (May 27, 1749). "Die junge anmuthige Phyllis lässet sich, nach einer kleinen Weigerung, erbitten, zu spielen. Man stellet sich so gleich nach der Kleiderordnung um den Flügel herum. Die Fertigkeit ihrer Hände ist bewundernswürdig. Sie machet ihrem Meister Ehre. Nur ihre höltzernen Zuhörer rühret sie nicht. Sie ziehen sich einer nach dem andern in aller Stille und Ehrbarkeit auf ihren Stuhl zurüce."

52. A Licentiat was a recipient of an academic degree roughly equivalent to a doctorate.

53. Uffenbach 1753, 2:99–101. See also D-Gs: Cod.Ms.Uffenbach.25, IV: 958–59.

54. Schmoller, Krauske, and Loewe 1898, 496.

55. D-Gs: Cod.Ms.Uffenbach.29, II: 177–178. "Nachmittags den Hrn von Willers preusischen residenten besuchten alwo wir verschiedene herrliche, und recht wohl meublirte apartements antraffen, die mit vielen recht guten aber meistens neuen gemählten gezierhet waren. Sein bester aber nicht der schönste meuble aber war seine Frau, die eine rechte virtuosa in der music ist, und uns die Zeit bey dem clavier, und ihrer admirablen stimme, unvergleichlich passiren machte, dazu ein abbate den bas spiehlt. Wir hielten uns eine gute weil alda auf."

56. Brockes 1721–1748, 2:223. "O GOTT, Der Du durch Deine Macht | Dieß grosse Rund geschaffen, | Ich habe diese ganze Nacht | So ruhig können schlafen; | Ich bin vergnüget aufgewacht, | Gesund und ohne Schmerzen; | Ich seh der güld'nen Sonne Pracht, | Deß dank' ich Dir von Herzen. | Gib, daß ich diesen ganzen Tag | Nach Deinem Willen leben mag! | Hilf, daß mein Fuß sonst nirgends ruh,' | Als nur auf Deinen Wegen, | Und gib zu allem, was ich thu,' | Aus Gnaden Deinen Segen!"

57. Recke 1795, 49, 53–54.

58. Lediard 1740, 5; Elsholtii 1682, 341; Dimpfel 1929, 83.

59. Petersen 2003, 11–23.

60. Möser 1871, 16–19. Blochberger 1749, 3:637–638 ("Wäsche").

61. Dimpfel 1929, 83–85.

62. Zedler 1731–1754, 2:526 ("Parfum für das Frauenzimmer zu den Händen"); 26:446 ("Aqua Cosmetica").

63. Zedler 1731–1754, 19:166 ("Magen-Balsam"); 29:683 ("Pulver [Zahn-] Rhunraths").

64. D-LEsa: Vormundschaftsstube Nr. 1055, fol. 5v–6r. See also Fritz 2005.

65. Zarncke 1909, 78, Müller 2007, 47–48.

66. Crell 1725, 57–58, 105.

67. Müller 2007, 203

68. Schering 1926, 306.

69. Crell 1725, 61–62.

70. Dietz hearing Kurrende. Line is from "Durch Adams Fall ist ganz verderbt."

71. Cramer 1747; Henkel 1991.

72. Dietz 1923, 259.

73. Taubert 1717, 429–30.

74. Maul 2010, 163–64.

75. Hilgenfeldt 1850, 172. "Der Thomasorganist, sonst ein wackerer Künstler, setzte ihn, bei der Probe einer Cantate, durch einen Fehlgriff auf der Orgel, einmal so in Wuth, dass er sich die Perücke von Kopfe riss, und sie jenem, mit der donnernden Apostrofe: 'Er hätte lieber sollen ein Schuhflicker werden,' an den Kopf schleuderte." The relationship between Bach and Görner eventually improved. By 1750, Bach was willing to trust the organist to serve as legal guardian for four of his children. See Dok II, Nr. 628.

76. Taubert 1717, 454–57.

77. Marpurg 1765, 5–6.

78. Vetter 1713; Rose 2005.

79. Kretschmar 1909. A keyboard notebook that originally belonged to Charlotte Fredericke Zeumer was inherited by her son, Johann Friedrich Zeumer, who apparently continued the book while having keyboard lessons with J. G. Görner in Leipzig. Zeumer left Görner 400 reichstaler upon his death in 1774. See Schönfuß 2015, 126.

80. J. P. Kirnberger added "l" and "r" indications in a copy he prepared of J. S. Bach's "Giga" (BWV 825/7), presumably for a student. See D-B: Mus.ms.Bach.P1206.

81. That C. S. Bose's lessons were interrupted during this period is suggested by the dates of her payments to Görner. See Stadtarchiv Leipzig, Vormundschaftsstube Nr. 442, Bd. 1, f. 172v (January 1733: "Herr Görnern vor Information auf 2 Monate à 2 Rthl." [four reichstaler]); f. 173r (August 1733: "Herr Görnern vor Information auf 2 Monate à 2 Rthl." [four reichstaler]); f. 173r (November 1733: "Herr Görnern p. Information auf 1 Monat." [two reichstaler]).

82. Talle 2008, 69–70.

83. Faced with the 1727 ban that followed the death of Augustus's wife, Prince Electress Christiane Eberhardine von Sachsen, Görner appealed to the authorities in hopes that his Collegium Musicum ensemble would be granted an exception on the grounds that it was educational rather than entertaining. See Spitta 1873–1880, 2:789.

84. BPH Brandenburg-Preußisches Hausarchiv. Rep. 46 König Friedrich Wilhelm I. W Nr. 67. Vol. 1. Fasz. 2. fol. 102r–102v. Herzogin Philippine Charlotte of Braunschweig-Lüneburg-Bevern, geb. Prinzessin in Preußen writing to her brother, King Friederich "The Great" of Prussia on December 30, 1743. " . . . il faut que je vous dise pour vous divertir, quapresent lorsque je suis seulle je fais venir L Opera d Artaxerce sur mon lit je remüe les doits comme si je joües du Claffsin et puis je mimagine entendre chanter la Gasparini et la Benedetta . . ." I would like to thank R.-S. Pegah for calling my attention to this document.

85. A collection of drawings from the life of Elisabeth von Zinzendorf includes an ink drawing by Friedrich von Watteville of the young lady having a lesson at the clavichord in 1751 with a female teacher in the presence of two other women. See Libin 2010, 230.

86. Lediard 1740, 141–42, 122–23.

87. Gottsched 1771–1772, 2:37–39 (November 20, 1751). "Ihre schöne Hanschrift, Ihre Geshicklichkeit im Zeichnen, Ihre Fertigkeit auf dem Claviere, geben Ihnen gerechte Ansprüche auf eine der besten solcher Stellen [ . . . ]."

88. Gottsched 1722–1766, 6:215–216 (November 25, 1739). "Nun erlauben Eure Hochreichsgräfliche Excellenz mir noch daß ich mit einer Betteleÿ kommen darf. Sie ist zwar nicht für mich; sondern für eine Kunst die zu hoch gestiegen ist, daß sie nicht nach Brodt gehen müßte. Es hält sich hier ein gewisses Frauenzimmer auf die eine excellente Laute spielt, Weisen habe ich nicht gehört; aber die andern Meister so ich kenne, übertrifft sie alle. Der Neid hat sie in Dreßden aller Hoffnung beraubt, wo sie bisher in den Diensten einer gewissen Fürstl. Person die ihre Hoffstatt eingezogen hat, gewesen ist. Sie würde sich glücklich schätzen, wenn sie in Berlin, entweder beÿ der Königinn, oder beÿ der Kronprinzeßinn Hoheit unterkommen könnte. Dörfte ich mir die Hoffnung machen, daß Eure Exellenz das Glücke dieser Person durch die Vorsprache des H. Reinbecks befördern wollten: So würde ich Denenselben lebenslang verbunden seÿn. Sie ist aber nicht nur in der Music stark; sondern sie zeichnet recht artig, sie stickt sehr schön, und weis alles was zur Bedienung einer hohen Standesperson gehört, wie sie denn nichts mehr wünscht als zugleich unter dem Kammerfrauenzimmer einer solchen Prinzessinn zu stehen; welches auch die gage so man ihr sonst geben müste sehr erleichtern würde. Sie ist bereit nach Berlin zu kommen und sich selbst zu zeigen, wenn sie nur einige Hoffnung hätte, daß die Reise nicht ganz umsonst seÿn möchte. Herren Reinbeck wird es ein Wort kosten diese Person glücklich zu machen; oder doch ihr Schicksal zu erfahren: Und habe lieber meine Zuflucht zu Eurer Excellenz nehmen als ihn selbst mit einem Schreiben beschweren wollen: Weil ich nicht zweifele, daß, wenn ich die Vorsprache eines so großen Heiligen vor mir habe, meine Bitte beÿ ihm nicht statt haben sollte." The references here are to Silvius Leopold Weiss, Sophie Dorothea von Preußen, Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, and Johann Gustav Reinbeck. My thanks to Rüdiger Otto for kindly sharing this document with me.

89. I would like to thank Rashid-Sascha Pegah for drawing my attention to this document.

90. Hauptstaatsarchiv Dresden: 10026 Geheimes Kabinet. Loc 383/05, f. 175r–v, 181r. "Le Roy m'a ordonné de dire a Vôtre Excellence, qu'Il souhaittait qu'elle fit expedier un Ordre du Cabinet à l'Accise de payer à la demoiselle du Masis joueuse de Clavecin une pension annuelle de 300 Ecus [Rthl.], et cela à commencer du premier de Janvier de l'année courante, et sans luy rabbattre le premier mois. C'est la même du masis dont il était fait mention dans la derniere liste des ordres a expedier que j'eus l'honneur de remettre à Vôtre Excellence il y a quelque temps, mais dont la pension n'était pas déterminée."

91. Hauptstaatsarchiv Dresden: 10026 Geheimes Kabinet. Loc 383/05, f. 180r: "[ . . . ] aus eben die Weise, als andere dergl. außländischen in unseren Diensten stehenden Personen geschehet [ . . . ]. "

92. D-Ua: Klunzin Nr. 1 (1711) and Klunzin Nr. 2 (1720). The 1717 book has been lost, though a portrait of Barbara Kluntz now in the Ulmer Museum reveals its title page.

93. Blessinger 1913, 24. The document Blessinger cites has been lost.

94. See Schultz 2005, 34. The dedication to her 1711 choralbook reads, in part: "[ . . . ] gewidmet, von denen, welche sich bisher deren getreuen Anleitung bedienet ihrer zur Ehr und in christlicher Absicht gesetzt mit Wünschen dass ihr geliebter Name im Himmel, wo die Englische Musik ewig währt, angeschrieben bleibe."

94. See Schultz 2005, 34.*

95. Koldau 2005, 934–43.

96. Neubacher 2009, 254–61. Female singers did sometimes participate in church subscription concerts—for example, those initiated in Lübeck by Johann Paul Kuntzen. See Hennings 1951, 125.

97. Ziegler 1731, 136. "Zwar kann ich nicht in Abrede seyn, daß dem erstern Ansehen nach solche angestellte Schau-Spiele jungen Leuten einiger massen gefährlich und schädlich zu seyn scheinen. Sie erblicken allerhand schön und prächtig gekleidete Frauens-Bilder vor sich, die reitzende Regung und Stellung ihres Leibes würcket einen grossen Eindruck in denen Gemüthern der Zuschauer, ihre zärtlichen Minen und verliebten Geberden gewinnen eine heimliche Herrschaft über die Umstehenden, die so angenehme Stimme bezaubert durch die süssen und verführischen Thöne der Menschen Ohr und Herz, die mit eingerückten so genannten Arien und buhlerischen Lieder erregen allerhand Begierden, ihre natürlichen und ausgekünstelten Ausdrückungen locken eitek [sic] wollüstige Triebe hervor, der gereitzte Mensch wird fast dadurch gantz entmenschet, und kurtz zu sagen, die gantze Schau-Bühne verwandelt sich in einen Zauber-Saal, wodurch offtermals die besten Sitten in eine Ausschweiffung gerathen können."

98. Berg 2009, 46–47. "Es werden 6 Sängerinnen dabey seyn, ohne die Castraten, und 20 Sultaninnen, die alle bis auf den Nabel entblösset gehen da soll man der Astroa Brustwehr recht zu sehen kriegen."

99. Rohr 1728, 502.

100. Wolff 2000, 204–5.

101. Ernst Ludwig Gerber probably learned this information from his father, Heinrich Nikolaus Gerber, who studied with J. S. Bach in the 1720s. Gerber 1790–1792, 1:76. "Bach (Anna Magdalena) geb. 1700 war eine vortrefliche Sopranistin, und die zweyte gattin von Joh. Sebastian Bach. Sie starb im J. 1757 ohne jemals öffentlich von diesem ihrem vortreflichem Talente Gebrauch gemacht zu haben."

102. Recke 1795, 70. "Je majestätischer ich die Menuette tanzte, je anmuthsvoller ich meine Entrechats machte, Arme und Körper in sanften Biegungen bewegte, je schwebender mein, um so trauriger rief er aus: 'Ach! Warum ist das kein Schustermädchen! Die sollte mir auf dem Wiener Theater wenigstens 6000 jährlich einbringen und einige Tausend Zuschauer in Bewunderung setzen und was Herzen entflammen!' Meiner Stiefmutter gefielen diese Ausrufungen; ich ließ mir viel vom Nationaltheater erzählen, und mein junges Herz brannte von Verlangen, das laute Bravo von 1000 Zungen und die tiefen Seufzer von fühlenden Herzen zu hören. Ich fragte meine Stiefmutter sogar, ob nicht auch eine Person von Stande auf dem Wiener Theater Tänzerin werden können, da brauche man denn nicht zu heirathen, um Brod zu haben und um die Winke eines Mannes zu spielen; man könne, wenn man keinem Manne angehöre, die Männer am besten beherrschen."


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1. Boswell 1928, 22.

2. Caroline Kircheisen went on to marry a war councillor and privy secretary named Friedrich August Ludwig Buchholtz.

3. Boswell 1928, 23.

4. Ibid., 27–28.

5. Ibid., 29–30.

6. Ibid., 30.

7. Crawford 1997, 106 (July 23, 1764).

8. Hunold 1708–1709, 1:417–18. "Annehmliche Schöne. Sie schlagen diesem kleinen Schelm die Zuflucht nicht ab, welche er in Dero wehrtem Hause zu suchen begehret. Denn es wäre eine Grausamkeit, ihn vor der Thüre erfrieren zu lassen, da er gantz bloß gehet, und es eine Zeit ist, wo man sich in dem besten Beltze kaum vor der Kälte bewahren kan."

9. Müller 2007, 218–19; Simons 2001, 50.

10. Recke 1795, 43–44. "Wenn er mich so mit seinen großen, blauen Augen ansah, meine Blicke den seinigen begegneten, er dann noch freundlicher wurde, dann schlug mein kleines Herz heftiger; ich errötete, und mir wurde dann so behaglich zu Muthe, wenn er mir die Hand küßte. So waren zwei Tage verflossen, als meine Stiefschwester mich beiseite nahm, mir mit großer Freude die Nachricht als Geheimniß hinterbrachte, daß Heyking ganz sterblich in mich verliebt sei; er hätte weder Tag noch Nacht Ruhe, mein Bild verfolge ihn überall, es mach ihn so glücklich, würde ihn aber sehr unglücklich machen, wenn ich ihn nicht wieder liebte. Er habe seinem Vater geschrieben, wie schön und gut ich sei,—er wolle auch recht viel lernen, wenn er nur hoffen könnte, daß ich einst seine Frau würde. So wohl Heyking mir auch gefiel,—so viele Freude mir diese Entdeckung machte, so verbarg ich dennoch beides meiner geliebten Vertrauten. Warum ich das that, dessen bin ich mir eigentlich nicht bewußt; dies weiß ich nur, daß ich meiner Stiefschwester sagte, ich wäre Heyking zwar recht gut, fände es auch, daß er ein allerliebster Mensch sei, aber ich liebe ihn nicht, und von Liebe müßte er nicht sprechen, wenn ich seine Freundin bleiben und ihn gerne sehen soll."

11. Recke 1795, 44. "[N]un sollte ich mich auch dazu bequemen, zur Versöhnung ein Geschenk von Heyking anzunehmen, denn er habe zu diesem Behuf eine schöne emaillene Dose vom eben angekommenen Kaufmann gekauft. Diese Dose habe die Inschrift—gage d'amitié sincère. Ich weigerte mich, das Geschenk anzunehmen, versprach aber, Heyking meine Freundschaft zu versichern. Heyking trat hinzu, wiederholte sein Anliegen, wollte der Versicherung meiner Freundschaft nur dann trauen, wenn ich zum Siegel dieses Bundes ein Andenken von ihm annehmen wollte, welches eine sonderbare Eigenschaft besäße. Diese Dose würde mir, wenn ich sie öffnete und dann allein hineinsähe, immer zeigen, was in seinem Herzen wohne, selbst wenn er weit—weit von mir entfernt sein wird. Doch könnte—was dann sich in der Dose darstellte, wenn ich hinein sehe—immer in selbiger bleiben, dann würde er sich von der Dose nie trennen; sie sollte ihn ins Grab begleiten; jetzt aber möge ich sie nehmen und ihn dadurch beruhigen, daß dies Andenken mich täglich daran erinnern würde, was seine Seele so sehr beschäftiget. Noch war ich nicht recht entschlossen, dies Andenken anzunehmen, aber meine Neugier und Bitten meiner Stiefschwester und meines Bruders brachten mich dahin, Heykings Wunsch zu erfüllen. Mit Ungeduld machte ich die Dose auf und sah da in einem Spiegel mein eigenes Bild. Ich war beschämt, ich war erfreut, hielt den Geber und die Dose so lieb, blieb aber steif und fest dabei, daß ich dies Andenken bloß als Pfand der Freundschaft annehme und auch nur Freundschaft entgegen versichere. Meiner Großmutter und Großschwester wurde gesagt, daß meine Stiefschwester mir diese Dose geschenkt hätte. Die Unwahrheit drückte mich zwar, aber wenn ich in die Dose hineinsah, daran dachte, daß mein Bild so in Heykings Herz abgedrückt ist, dann wurde mir die Dose, Heyking und mein eigenes Gesicht so lieb, daß ich um Heykings und dieser Dose willen gerne noch zehn Unwahrheiten gesagt haben würde."

12. Pütter 1798, 1:240–41.

13. Petersen 2003, 17. "Da fügte es die Barmhertzigkeit Gottes, daß ein Obrist-Lieut. Sohn, Bretewitz von Geschlecht in mich verliebet wurde; und als durch seinen Vater an meine Herrschafft, und nachgehends an meinen seel. Vater Ansuchung gethan ward, da war es auf allen Seiten ja. Er solte ein Jahr hinaus ziehen als Cornet, und denn solte er des Vaters Compagnie haben, so im Lande still lag, welcher unter dem Chur-Fürsten von Sachsen Obrister-Lieutnant war. Da er nun hinaus kam in den Krieg, hörete ich offt von andern, daß sein Leben nicht in der Gottseligkeit, sondern nach der Welt war, da betrübte ich mich heimlich, und lag auf meinem Angesichte vor Gott, und flehete, daß entweder sein Gemüth, oder unser Verbündniß möchte geändert werden. Jch wuste aber nicht, daß der Höchste solches hatte geschehen lassen, daß ich vor andern Edel-Heyrathen behüttet würde. Denn ich damahls noch sehr jung, und manche Heyrath vorfiel, die ich mit dieser alle zurück hielt, ohngeachtet, daß schon manche Veränderung auf seiner Seiten vorgangen, da er in Abwesen sich bald hie bald da engagiret hatte. Das währete etzliche Jahr, in welchen ich viele heimliche Betrübnissen hatte, so die Freude der Welt sehr in mir dämpfften [ . . . ]."

14. Petersen 2003, 20–21. "Als sichs aber zutraff, daß nach einiger Zeit eine geistliche Person, so im vornehmen Ammte stund, ein Belieben zu mir bekam, und einen fernen Weg reisete, um mich zu bewegen, hatte ich einen hefftigen Streit in meinem Gemüthe, indem gantz keine Gedancken zum Heyrathen in mir statt finden wolten. Da muste ich nach langem Streit mein Gemüth dem HErrn übergeben, und übergab es meinem leiblichen Vater, von dem ich den Willen meines himmlischen Vaters erfahren wolte; Ehe ich aber solches thäte, schriebe ich an zwey Gottselige Männer, die mir in der wahren Gottseligkeit wohl bekannt waren, und legete ihnen einige Fragen vor, welche mir denn also beantwortet wurden, daß ich keine Ausflucht mehr in meinem Gemüthe wuste, sondern es auf Gottes Willen ankommen ließ, den ich durch meines Vaters Willen zu erfahren glaubte; Der Sel. Vater übergab es meiner gnädigen Herrschafft, meine gnädigste Herrschafft überschickten denselben Geistlichen ihren Willen, ich aber berieff mich auf den Willen meines Seel. Vaters, und wolte weder Ja noch Nein von mir geben, sondern meines Sel. Vaters Ja solte mein Ja, und sein Nein mein Nein seyn. Da geschahe es, daß mein seliger Vater anders Sinnes ward, und sprach Nein, dabey blieb es."

15. Petersen 2003, 10. "Da wuste ich zwar gantz nicht, was eine Hure war, aber ich gedachte doch bey mir, daß es sehr böse seyn müste, weil die sel. Mutter so weinete, und gieng allein beyseits, fiel auf meine Knie, und betete mit Thränen zu GOTT, er solte mich doch bewahren, daß ich keine Hure würde."

16. In 1727, for example, a total of 877 children were baptized in Leipzig's St. Thomas and St. Nicholas Churches, 105 of whom had parents who were unmarried. See D-LEsa: Riemer-Chronik.

17. Anna Constantia von Cosel, spent forty-nine years in prison after a lengthy affair with Augustus the Strong went sour in 1716. See Hoffmann 1984.

18. D-LEsa: Riemer-Chronik, 196.

19. Gräbner 1711, 34–35. "Ein Sangvineus hat diese Eigenschafften: Seine Complexion ist warm und feuchte, sein gröstes Laster ist die Wollust, ist mehr weibisch als männlich, auch unbeständig, weichhertzig und furchtsam, lebt gerne commod, isset gerne delicate Bißgen, submittiret sich, ist offenhertzig, oder vielmehr waschhafft und leichtgläubig, dabey Ingeniös, und hat eine gute Erfindungs-Krafft. Die Wahl seiner Profession ist oratorie, Music und Poesie."

20. Spitta 1894, 221. "Von 9. biß 10. lerne ich das Clavier spielen, und heute habe eine recht schöne Arie gelernet, sie fängt sich so an: [folgt die erste Strophe des Textes]. Wenn mir das Herr Jolie fürgesungen, so hätte ich ihm ein Küßgen unmöglich können abschlagen. Es ist eine ganz neue Arie. Mein Lehrmeister will sie mir in mein Liederbuch einschreiben."

21. The fictional letter is dated May 1, 1749, and allegedly sent from "Klangburg." Marpurg 1750a, 88. "Der Firlefax, unser Clavizinist, hat gute Hände. Er weiß sie aber nicht gut zugebrauchen, ausgenommen, wenn er mit seinen Schülerinnen einen Augenblick allein ist, und die von den Müttern bey der Lection bestellte Aufseherinn einen Gang ins Nebenzimmer thut."

22. Printz 1691, 110–12.

23. The book belonged to Sophie Margaretha von Holleben (née von Normann) (1728–1803) and was prepared mostly before her marriage at age nineteen in 1747. Spitta 1894, 240–41. "Sammlung | verschiedener Melodischer Lieder | die von den Händen hoher Gönner und | Gönnerinen | auch Freunde und Freundinnen | in dieses Buch eingetragen worden | und mir als dessen Besitzerin | zum Zeugniß Dero respect: Gnade | und Freundschaft dienen | die ich lebenslang mit unterthänigsten | und gehorsamen Dank verehren werde."

24. These mottos were written by Elisabeth Dorothea Landgräfin zu Hessen-Darmstadt, who signed the book "E. D. L. Z. H. D. Ao 1692. d. 7 Julÿ" when she was sixteen years old. D-DSsa: D 11 Nr. 71/3. "L'AMITIE QUI FINIS N'A JAMAIS ESTEZ AMITIE. | RIEN NE ME CHANCHE NY LA FORCE NY LES BONNES PAROLES. | Je vous aime plus que moy meme[ . . . ] | Touiour constant et fidelle jusqua la mort et point de tout changant. | Amitié sans fin | LA VERTU SURPASSE RICHESSE | L'amour est une Etrange Beste | Si Fortuna mi tormenta | La Sperantza mi Contenta. | Amor est Scopus |L'Amour L'Honneur et mon Cher | Sont trois Flammbeaux de mon Coeur. | Je porte pour Devise, Constance et Franchise. | FIDELITE INNEBRANLABLE. | Lust und lieb zu einenem [sic] ding, Macht alle müh und arbeit gring. | Rien per force, Tout avec plaisir. | Contentement passe richesse."

25. Elizabeth Dorothea's older brother, Philip Landgraf zu Hessen-Darmstadt, copied an aria into the book, signing it "Aria P. L. Z. D. H."

26. Gressel 1716, 370. "Du wilst, ich soll etwas in dein Gesang-Buch schreiben | Ich setz die Feder an, ich weiß nicht was ich schreib | Mir selbst ist unbekandt, was ich da einverleib; | Ich laß den schwachen Kiel nach seinen Willen treiben. | Er schreibt: Ach ließ es doch/ nimm Dorimen' es hin, | Er schreibt, daß ich dein Knecht, ja gar dein eigen bin."

27. For comparable examples, see the poems in Gressel 1716, 112–13, and in Corvinus 1710, 141.

28. König 1745, 318. "Wann deine schöne Hand pflegt das Clavier zu rühren, | So muß ich jeden Griff in meinem Hertzen spüren, | Singt nun dein holder Mund, so trägt sein Anmuths-Thon, | Durch seine Fertigkeit, den höchsten Preiß davon; | Wofern du aber gar wilt auf die Laute spielen, | Muß die entzückte Brust gantz fremde Regung fühlen, | Die Liebe dringt, (wie sonst nur durch den Augenschein,) | Hier, Schönste, durchs Gehör zu meiner Seelen ein. | Drum, wo mein Seufftzen dich nicht künfftig soll beschweren, | So laß mich ja nichts mehr von deinem Spielen hören; | Dis aber ruff ich dir noch im Vertrauen zu: | Bey deinem Wunderspiel verspielt ich meine Ruh."

29. Neukirch 1704, 49–50. "Wie lange muß dein knecht doch etwas von dir bitten, | Worinnen man dich nicht genung bewundern kan; |Ein stümper darff sich nur vor frembden ohren hütten; | Du aber greiffst den ruhm der besten meister an, |Und kanst dich über sie mit gutem rechte setzen, | Doch deine demuth schlägt dergleichen lobspruch aus, |Und spricht: Mein singen ist nicht tüchtig zu ergötzen, | Mein spielen kommt noch gar zu ungeübt heraus. | Ach schönste! Kanstu wohl mit wahrheit solches sagen? | Verzeih, ich glaube dir, in diesem stücke, nicht; | Jedennoch wirstu mich am allerbesten schlagen, | Wo finger und Clavir das zeugnüß selber spricht; Wo deine stimme mich wird etwas anders lehren, | Und wo mich deine hand durch spielen überweißt, | Erhalt ich diesen wunsch, so wirstu selber hören, | Daß meine liebe dich, mit gutem rechte, preist. | So bath ich, als wir nechst allein beysammen waren, | Und ich dein Clavicord eröffnet stehen fand; | Du liessest mir das glück auch endlich wiederfahren, | Und nahmst das Notenbuch und dein Clavir zur hand. | O himmel! O, was hab ich wunder da gesehen, | Was hab ich da gehört! Ich stund als wie entzückt, | Um meine freyheit war es längst zuvor geschehen, | Sonst hättest du gewiß sie dazumahl bestrickt. | Duspieltest ungemein; es kamen läuffer, fugen, | Und sonst ein schwerer griff dir als was leichtes für, | Die finger flogen recht, wann sie geschwinde schlugen, | Und zeigten überall die trefflichste manier; | Der beste meister muß hier seine seegel streichen, | Wenn deine schöne hand sich ihm' entgegen setzt, | Ja selbst Francesco wird dein lob nicht halb erreichen, | Ob ihn die albre welt schon unvergleichlich schätzt. | Noch mehr bewegte mich dein ungemeines singen, | Die schöne stimme war der engel stimme gleich, | Ich wüntschte meine zeit stets also zuzubringen, | Es däuchte mich dein hauß ein rechtes himmelreich. | Weg! weg! Italien! Mit deinen sängerinnen, | Die der gemeine ruff biß an die sterne hebt | Du wirst hinfort durch sie ein schlechtes lob gewinnen, | So lang' Elysiens Lisette nur noch lebt. | Weg ihr Casstraten weg mit den Coloraturen! | Die stimme will bey euch schon etwas heischer seyn; | Hingegen machet hier Lisettens hand figuren, | Und singt ihr schöner mund, so ist es ungemein. | So dacht ich dazumahl und itzo muß ichs schreiben, | Damit du sehen kanst, ich habe wahr gesagt, | Als ich dein lob erhöht; es wird auch ewig bleiben | So lange nur der Welt die liebligkeit behagt. | Zwar deine höffligkeit will diesen ruhm nicht leiden, | Und du verachst dich selbst, allein es ist nicht recht; | Damit du künfftig nun must diese Sünde meiden | So soll die straffe seyn ein kuß von deinem knecht.' | In dessen lebe wol, die freude heist mich schliessen, |Die mir die hoffnung macht, daß ich dich küssen soll; | Ich weiß du wirst die schuld mit gutem willen büssen, | Drum schreib ich recht vergnügt: mein engel lebe wol."

30. Fassmann 1742, 5:148.

31. Pöllnitz 1735, 171–72. "Weil sie die Ursache seiner Entfernung nicht wuste, vermeynte sie, er wäre ihr untreu worden. Ihre Ungedult gestattete ihr nicht eine bequeme Zeit abzuwarten, da sie mit ihm reden könte: Daher schrieb sie an ihn, und bate, er möchte doch zu ihr kommen. Der Churfürst, welcher nicht weniger ungedultig war, sie zu sehen, verfügte sich zu ihr. Er traf sie ih einem kostbaren Nacht-Zeug an, ihr Haupt-Schmuck war zwar etwas nachlässig, aber doch dabey galant, und sie trug das Bildniss des Churfürsten in einem Armbande. In diesem Zustande erwartete sie den Printzen. Als er eben zum Zimmerentrat, spielte sie auf einem Clavicymbel, und sung eine sehr traurige Arie darein. Als sie ihn sahe, vergosse sie häuffige Thränen und blieb fast unbeweglich auf einem Lehn-Stuhl sitzen. Der Churfürst wurde bestürzt, sie in solchen Umständen zu finden, und fragte was doch davon die Ursach wäre. 'Wie mögt ihr, (sagte sie mit untergebrochenen Seuffzern zu ihm) mich um die Ursach meiner Thränen befragen? sagt es euch euer Hertz nicht selbsten, dass ihr der einige Urheber davon seyd? Solte ich denn nicht weinen dürffen, da ich mir vorstelle, dass vielleicht ein anderes Frauenzimmer mir eure Zärtlichkeit geraubet hat, und das die Augenblicke, welche ihr nun bey mir zubringen wollet, nur ihr abgestohlen sind, und dass ihr doch auch mir dieselbe nicht gäntzlich versagen wollet.' Der Churfürsten rührte dieser Verweiss gar empfindlich, er warff sich ihr zu Füssen, fasste sie bey den Händen, welche er in die seinigen fast einschlosse, und küste dieselbige unaufhörlich, sprach ihr dabey einen Muth zu und schwur ihr, dass er niemanden anders als sie liebete."

32. Boswell 1928, 39.

33. Ibid., 40.

34. Ibid., 41–42.

35. The translations from Boswell's diary and letters are adapted from Frederick Pottle's translations in Boswell 1928. US-NHub: GEN MSS 89, series 1, letters, box 5, folder 156, L 836–37 (August 10, 1764). "Pour vous montrer, ma chere Amie, combien je suis Homme de Parole, je hazards de vous faire voir mon ignorance de la langue françoise. J'ai trouvé moyens de le cacher en quelque façon dans la volubilité de la conversation; mais quand vous lisez tranquillement ce que j'ecris, vous verrez que votre Espagnol Ecossois meprise tant la Nation frivole qu'il a dedaigne d'apprendre leur langue. | Avez vous jamais vu un homme si vain que moi? Ja suis sure que non. Il m'est impossible de me debarrasser de ma vanité un seul moment. Je vous assure que je commencois fort sincerement de faire des excuses pour mon mauvais françois; et pourtant je ne pouvois pas parvenir á la fin d'une sentence, sans reprendre le haut ton, et me venter même de mon Ignorance. Es bien? Vous avez assez de bonté pour pardonner tous mes defauts. J'en suis que trop sure. Si je les corrige, c'est par des motifs plus genereux que par craint. Vous savez cela ma chere, et vous agissez envers moi d'une manierre tres different que je ne m'imagine que je voudrois agir envers ma femme, si j'avois l'honneur d'en avoir une."

36. US-NHub: GEN MSS 89, series 2, correspondence, box 25, folder 600, C 1669–1670 (August 18, 1764). "Monsieur. | Vous ne feriés pas honneur à votre nation, si Vous n'etiés homme de parole. Je crois que c'est aussi le plus grand motif, qui Vous à engagé, à me donner de vos nouvellés. Je Vous admire Monsieur que vous ayés pû vous vaincre, à me lés donnér, dans une langue, si fort au dessous de Geniés Anglois. | Les fautés que vous dités y commetre, vous font honneur, preuve que vous n'avés pas à vous reprocher, d'avoir perdu beaucoup de tems pour l'etudiér. [ . . . ] peutetre qu'avec le tems, votre genérosité surmontera le prejugé, et que vous vous perfectionnerés par ce motif, das la langue de la nation frivole."

37. US-NHub: GEN MSS 89, series 2, correspondence, box 25, folder 600, C 1669–1670 (August 18, 1764). "J'ai été trés charmée d'apprendre, que la Cour de Bronswick rende justicé à Vos merités. Entre nous soit dit, cela ne nourritil pas votre petite vanite. Avoués franchement que j'ai devinú, que c'est du sucre pour Vous. Vous reviendre, je crois comme un parfait Espagnole, et gare à celui qui ne vous traitera pas humble et respectueusement. Je m'y preparerés deja davanu." The translation is adapted from those of Pottle in Boswell 1928, 68–69.

38. US-NHub: GEN MSS 89, series 1, letters, box 5, folder 156, L 836–37 (August 10, 1764). "Comment va le Clavessin? Perfectionnez vous, je vous en prie. Vous ferez des Miracles un jour. En attendant, vous avez la satisfaction de contribuer beaucoup au Bonheur d'un tres digne Homme qui (entre nous) possede une assez grande partie de votre Admiration. Charmante qui vous etes! ne rougissez pas. Vous l'avez prit en mauvaise part quand je vous dissois que vous m'admirez. Peutetre vous ne le prendrez pas sie mauvais quand je l'ecris. Je voudrois en faire l'experience."

39. Boswell 1928, 78.

40. Ibid., 87–88.

41. Ibid., 91–92.

42. Ibid., 82, 91–92, 95.

43. Ibid., 92.

44. Ibid., 98.

45. Ibid., 98–99.

46. See US-NHub: GEN MSS 89, series 1, letters, box 5, folder 156, L 836–37 (October 2, 1764). See also Boswell 1928, 123.

47. The translation is my own. US-NHub: GEN MSS 89, series 1, letters, box 5, folder 156, L 836–37 (October 2, 1764). "Vers ecrits sur un Chariot de Poste | addressés á Mademoiselle Kircheisen. || Autrefois j'etois Poête, | Et je faisois tous les jours | Des chansons sur une Brunêtte, | Qui m'inspiroit de l'amour. || La Brunêtte etoit galante, | Elle avoit un tendre cœur; | Et (comme Cavalcabo se vante) | Elle m'aimoit á la fureur. || Ces jours sont passés comme une Ombre; | Adieu l'amour! adieu ma lyre! | Je ne suis que froid et sombre, | Je n'ai plus mes beaux désirs. || Ah! ma jolie Caroline! | Qui me charma tant de soirs: | Par vos yeux doux je devine | Que Vous ne voulez pas me croire."

48. Boswell 1928, 42–43. That Caroline Kircheisen was also a brunette is suggested by his earlier having likened her to an "Indian princess."

49. Boswell 1928, 123–24.

50. US-NHub: GEN MSS 89, series 2, correspondence, box 25, folder 600, C 1669–1670 (February 2, 1765). "Je profite donc de cette occasion Monsieur pour Vous remercier de la Poesie que j'ai trouvé dans votre derniere, elle m'a fait beaucoup de plaisir, voyant par la que Vous Vous etes aussi souvenu de moi, en chemin faisant. Vous aurés vu a present touttes les beautées de l'Allemagne, et serés occupé à admirer celles de l'Italie, je suis bien curieuse de savoir ces Aventures qui Vous sont arrivés, depuis que nous n'avons eu de Vers nouvelles, je me flatte que Vous nous en firés un petit recit par la premiere occasion."


Back to top Chapter 5. Two Teenage Countesses

1. See Jaeneke 1973.

2. Speer 1687, 124–31. "Hierbey kommt aber auch noch eine leichte Information deß Claviers vor das Frauen-Zimmer."

3. Speer 1687, 130–131.

4. Examples include Johan Joachim Agrell's Sonates pour le Clavecin accomp. de quelques petites Aires, Polonaises & Menuettes, composés pour le Divertissement des Dames (Nuremberg: Christoph Riegel's widow, ca. 1751–52); Johann Nikolaus Müller's Des Musicalischen Frauenzimmers Musicalisches Divertissement (Nuremberg: Balthasar Schmid, ca. 1739–1745); Christoph Nichelmann's Sei brevi sonate da cembalo massime all'uso delle dame (Nuremberg: Balthasar Schmid, ca. 1745), and Brevi sonate da cembalo all'uso di chi ama il cembalo massime delle dame (Nuremberg: Balthasar Schmid, ca. 1748); Michael Scheuenstuhl's Gemüths- und Ohr-ergötzende Clavier-Übung, bestehend in VI. leichten und nach heutigen Gusto gesezten Galanterie-Partien, welche meistentheils vor Frauenzimmer componirt (Nuremberg: Johann Ulrich Haffner, [>=1742]) and Die beschäfftigte Muse Clio oder zum Vergnügen der Seele und Ohrs eingerichtete III. Galanterie-Suiten auf das Clavier, in welchen vornehmlich der heutige Geschmack beobachtet wird, Zum Dienst des Music-liebenden FrauenZimmers verfertiget (Nuremberg: Johann Ulrich Haffner, [1745]); Johann Nikolaus Tischer's (1707–1774) Das vergnügte Ohr und der erquickte Geist in Sechs Galanterie-Parthien zur Clavier-Ubung für das Frauenzimmer in einer leichten und applicablen Composition dargestellet (Nuremberg: Johann Ulrich Haffner, ca. 1742–1746).

5. Dok II, Nr. 492.

6. Johann Ludwig Krebs, Andere Piece, Bestehend in einer leichten, und nach dem heutigen Gusto, Wohl-eingerichteten Suite Denen Liebhabern der edlen Music, Besonders des Claviers, Zur Gemüths-Ergötzung, Und Angenehmen Zeit-Vertreib (Zwickau, 1741). An advertisement in the newspaper for the same collection emphasizes that it is "playable by women without much trouble." See Ahrens 1986, 71. Advertised on January 7, 1741, in the Leipziger Post-Zeitung as "im heutigen Gusto" and "auch von einem Frauenzimmer ohne große Mühe gespielet werden." A similar ad appeared in 1740 in the Hamburger Relations-Courier (see Becker 1956, 43). In his next publication, Krebs tried to have it both ways, offering an Ouverture aimed at those who seek what he called the "plus ultra" in music, while the remaining movements (Lentement, Vivement, Païsan, Menuetts, Gavotte, Air, Passepieds, Rigadon) were "to be understood simply as Galanterien for women."

7. Marpurg 1750a, 11 (March 7, 1749). "Ich lasse es aber nicht allein bey der Singekunst bewenden, sondern lege mich auch mit vielem Vergnügen und gar glücklichem Fortgange aufs Clavier. Es hat mir mein gnädiger Herr Papa ein gar vortrefliches in einer gewissen Auction für funfzehn Groschen und sechs Pfennige erstanden. Es unterweiset mich auf selbigem ein gar geschickter vorstädtischer Organist aus einer benachbarten Stadt. Wir lassen ihn alle vierzehn Tage einmahl mit Gelegenheit zu uns herüber kommen, und giebt er mir in ieder Reise eine halbstündige Lection. Er ist gar nicht theuer, und dürfen wir ihm nicht alle Monate zwey oder drey Ducaten bezahlen. Meine gnädige Frau Mama verehret ihm jährlich einige Scheffel Habergrütze. Wenn ich auch keine Zuneigung zur Musick hätte, so wäre dieser Mann im Stande, mir eine zu machen. Er ist gar bescheiden, und weiß, für einen Mann aus bürgerlichem Geblüte, gar wohl mit Leuten umzugehen. Er setzet sich allezeit zu meiner lincken Seite, wenn ich spiele, und vergißt niemahls, mir nach der Lection einen Reverentz aus einem gewissen englischen Tantze zu machen. Er bezeichnet alle Noten mit Buchstaben, damit er meinem Kopfe keine unnöthige Mühe mache, wiewohl ich schon itzo anfange, die erste und andere Linie auf dem C Schlüssel ziemlich zu kennen. Den G Schlüssel kann er aber gar nicht im Discante leyden. Er sagt, daß derselbe von einigen musicalischen Freygeistern zur Unzeit eingeführt zu werden, beginne, und daß der Großvater seines ehemaligen Lehrmeisters ein geschworner Feind von selbigem gewesen sey. Die Wahl der Finger überläßt er, als eine Kleinigkeit, meinem Gutdüncken, wiewohl er die beyden Daumen aus den Positionen verbannet wissen will, und wegen des häuffigen Gebrauchs derselben wider die heutigen Clavizinisten sehr öfters eifert. Da er gar uneigennützig ist, und nicht Lust hat, mich zwey oder drey Jahr lang aufzuhalten, so verwirft er alle Manieren, und behauptet zugleich dabey, daß die Hurtigkeit im Spielen dadurch verhindert werde. Uebrigens giebt er mir die Hofnung, daß ich mit ehesten die neusten Arien anzufangen, im Stande seyn soll, dieweil ich ausser der Schmiedecourante, dem Gassenhauer, und zwey pohlnischen Täntzen, schon zum wenigsten ein halb Dutzend Chorals in der Hand habe, und folglich zu den schweren Stücken vorbereitet bin. Ich muß nicht vergessen, ihnen zu sagen, daß mein unverdroßner Meister sonst allezeit ein Maultrommel, oder Weiderpfeiffe bey sich zu führen pflegt, womit er meine Thöne öfters begleitet, damit er, wie er sagt, mir einige Begriffe von Concerten beybringe." See also Marpurg 1750a, 69–70 (April 29, 1749).

8. The view would remain standard for much of the eighteenth century. As Charles Burney (1726–1814) noted in 1771: "Ladies [ . . . ] though frequently neat in execution, seldom aim at expression." See Head 2013, 27.

9. D-WRgs, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: M 8:29b. See Maul 2008. The Clavierbuch of Princess Sophia Augusta of Anhalt-Zerbst (D-WRgs, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: M 8:29b) was copied in the years around 1685 by the court organist in Zerbst, Bernhard Meyer, and the court organist in Weimar, Johann Effler. Its contents consist primarily of arias from Adam Krieger's Das erste Zehen (Dresden, 1657) and Das Fünftes Zehen (Dresden, 1667), and from Johann Caspar Horn's Parergon musicum; oder, Musicalisches Neben-Werck (Leipzig, 1663). The book also includes a popular street song (Guten Morgen Garten Man), as well as keyboard galanterien (for example, Der Klap Tantz, Der Himmel Tantz, Die Sieben Sprünge, Brandle de Boische, Französischer Tantz, Sarabande, Gavotte, Gigue, Allemande, Ballo), some of which have programmatic titles (for example, Gringoletta, La Marionette, Der Ticktack).

10. A-Wn: SM 19455. See Leisinger 2000. The Clavierbuch of Princess Wilhelmine Amalia von Braunschweig-Lüneburg was copied around 1693 and contains primarily excerpts from operas by J. B. Lully and anonymous dances (courante, menuet, bouree, passepiet, sarabande, chaconne), some of which can be safely attributed to various French composers. There are also some exercises in note reading and two works attributed to "Madame la princesse" and "Madame la daufine," which she may well have composed herself. The heavy French influence in this notebook can be attributed to her having spent most of her early life in Paris, where at least some of this book was probably copied.

11. DK-Kk: Pos. Thott 292.8o. See Epstein 1940, 92–94, and Haensel 1974. The Clavierbuch of Christiane Charlotte Amalie Trolle was prepared at the convent in Preetz around 1700, probably by Heinrich Scheele, who served as organist there from 1678 to 1718 and was charged with teaching the Schul-Jungfrauen. The book, dated 1699 and 1702, contains eighty-five works for keyboard solo (including forty-eight minuets, as well as various preludes, variations, arias, and other dances) and thirty-two chorales. Fräulein Trolle's exact relationship with the convent remains unclear, but it clearly did not hinder her from collecting secular galanterien.

12. D-WRsa: Hausarchiv, Abt. A XV Sophie Charlotte Albertine Nr. 1. See Jung 1991, 92. The keyboard book of Sophie Charlotte Albertine von Brandenburg-Culmbach was copied around 1724–1727 when she was twelve to fourteen years old. It was copied for the most part by her keyboard teacher, the court musician Johann August Bomhard, who was paid two Reichstaler per month for his trouble. The book begins with an introduction to reading music and continues with a variety of galanterien, some attributed to Georg Philipp Telemann. Unfortunately, most of the book is blank, suggesting that the princess was somewhat less inclined toward music making than her teacher had expected. Its contents correspond closely to the published repertoire marketed to the women.

13. D-Ngm: Hs. 31781. See Epstein 1940, 90–94.

14. See the discussion of Johanna Catharina Burchardi in chapter 11.

15. Ziegler 1731, 406–9. "Sie seynd begierig zu wissen, ob ich alle diejenigen Arten von Instrumenten, deren man Ihnen von mir Erwehnung gethan, zu meiner täglichen Ubung [sic] ausgesetzt, und hierinnen irren Sie gar nicht, ohngeachtet ich nur noch einen rohen Lehrling darinnen abgebe; Sie verwundern sich aber auch nicht wenig, warum ich die deutsche und frantzöische [sic] Flöte, als welches Ihnen vielleicht, als was seltsames zu seyn scheinet, zugleich mit in die Hand genommen. Allein meine hierunter gehegte Absicht wird verhoffentlich Ihr hierüber aufgebrachtes Gemüthe wieder besänfftigen. Mir ist gar wohl wissend, daß unser Geschlechte, so bey sich eine Neigung und Liebe etwas in der Music zu erlernen verspühret, insgemein auf das Clavier, oder das Lauten-Spiel verfällt; ich selber habe sie beyderseits zum Grund-Stein meiner wenigen musicalischen Wissenschafft nicht nur geleget, sondern ich suche mich auch noch biß diese Stunde darinnen täglich zu verstärcken, weil eines wie das andere, nicht nur viel Zeit und grosse Gedult, sondern auch fertig und geübte Finger haben will. Doch wenn ich Ihnen die Wahrheit entdecken darff, so kann ich nicht läugnen, daß diejenigen Instrumenten, so von dem menschlichen Athem, und unsrer gerührten Zunge ihren Klang und Annehmlichkeit erborgen müssen, von mir allezeit in weit höhern Werth nicht unbillig gezogen worden. Sie sind freylich einem Frauenzimmer schwerer zu erlernen, als die andern Saiten-Spiele; Alleine meine ungemeine Neigung darzu und der diese begleitende Eifer hat mir die darbey besorgende Schwürigkeit erleichtern helffen und alle hinderliche Steine aus dem Wege geräumet. Zudem schiene mich eine, ich weiß nicht, ob auch Beyfalls-würdige Ehrsucht bey dergleichen Entschluß mercklich aufzumuntern. Die gantz gewöhnlichen und dem weiblichen Geschlechte gebräuchlichen Instrumente höret man täglich bey vielen Frauenzimmer, die Flöten aber klingen bey unsers gleichen und diß durch gantz Deutschland, gar sparsam; was rar und seltsam ist, gewinnet immer bey uns mehr Beyfall und Gunst, als was uns alltäglich heisset. Wollten Sie mir aber einen Einwurff machen, ob schickte sich dergleichen Instrument gar nicht vor eine Dame, weil es dem männlichen Geschlechte eigenthümlich zu seyn schiene, so gebe ich Ihnen die theure Versicherung, daß die meisten von denen Frantzöischen [sic] Frauenzimmer so wohl adelichen als bürgerlichen Standes, welche doch jederzeit bey allen Nationen Beyfall gefunden, und vor gallant und artige Geschöpffe in der gantzen Welt paßiren, sich der so genannten Traversiere starck bedienen[ . . . ] Entschliessen Sie sich nur daher, und sonder [sic] langes Besinnen, Ihr Fräulein zu Erlernung dieses angenehmen und nicht allzugemeinen Instruments anzuhalten, damit ich an selbiger eine Mitgefehrtin bekomme."

16. Ibid., 392–93. "Die beygelegte Ouverture, so mit einer Fuge vergesellschafftet ist, welche beynahe von allen Stimmen eine beständige und getreue Gefehrtin abgiebet, ist sehr schön; die Kunst lobet hier den Meister, dergleichen die beyden Concerten ebenfalls thun: allein ich hätte lieber gesehen wann selbige zärtlicher und schmeichelhaffter, und nicht so ernsthafft, gesetzet wären. Es bedüncket mich, daß adagio einen grössern Künstler zu spielen, als allegro, erfordere, wie denn das erstere mir weit liebreicher und entzückender Vorkömmt. Ich kenne viele die bey ihren Spielen eine grosse Fertigkeit bezeigen, und deswegen von manchen vor Virtuosen gehalten werden, wenn man aber nach Anmuth und Manieren fraget, so muß man selbige unter den Pausen mit suchen. Die meiste Kunst bestehet wohl in der Zierlichkeit mehr, als in der Geschwindigkeit, daher diejenigen; so nur auf die springenden Noten sehen und hören, offt aus einer flüchtigen Menuet oder Polognese mehr als aus einen Concert oder Ouvertüre machen, und die Galanterie-Compositiones denenjenigen künstlich und schwer gesetzten Stücken, die uns in Erlernung selbiger die gröste Mühe machen, vielmahls wider alle Billigkeit vorziehen. Doch einen jeden nach seinen Geschmack."

17. Debuch 2001, 15–58.

18. The instrument now stands in the Kirche zur Frohen Botschaft in Berlin-Karlshorst.

19. Wutta 1989, 48–49. The translations from this source are adapted from Berg 1998, 481. "Grande nouvelle ma chere soeur très interessant pour moi et très peu pour vous j'ai jouèe aujourd'hui pour la premiere fois de mes Orges, la Gj. Schwerin dit que cela fait un peu de bruit, comme c'est naturel, mais le son est charmant dites-le je vous prie, à mes freres, celà ma fait un vrai plaisir, le garçon de la ruë ne se sont point attroupè quoique le balcon ait ètè ouvert, cela prouve que l'instrument n'a pas la force ordinaire comme pour une Eglise, je me fait fort d'accompagner un solo à chacun de mes freres et que leur basse n'y perdra pas d'un demi ton . . . Amelie Organiste."

20. Wutta 1989, 49. "Guill: vous contera quil à ètè present à l'incuration de mon Orgue, j'y trotte toutes les après-dinèes, c'est le seul exercice que je me donne, et la seul chose ui me fasse plaisir, je suis assure alors comme Orphée qui l'orsquil jouoït de sa lire assembloit toutes les bêtes d'alentour pour l'ecouter dessous mes fenêtres, sur l'escalier sur le corridor tout est plein de canaille qui s'atroupe, cela me fait rire car je leur donne le spectacle gratis." Guillaume here refers to Prince Augustus Wilhelm of Prussia, Amalia's brother.

21. Princess Amalia signed one of the letters quoted here: "Amelie, Organiste."

22. In 1567 the territory of Hessen-Darmstadt had around twenty thousand residents living on perhaps thirteen hundred square kilometers. Darmstadt had only about twelve hundred residents and was still quite rural. The numbers given in the text have been adjusted for territorial acquisitions between 1567 and the period 1688 to 1739, when Ernst Ludwig was in power. See Franz and Wolf 1980, 13.

23. Hoferichter 1980, 69–74.

24. Two million gulden. See Franz and Wolf 1980, 17.

25. Hoferichter 1980, 77.

26. D-DSsa: D4 379/6 (August 24, 1741); D4 379/6 (November 12, 1746): "[ . . . ] das[s] auch die kaum aufgewachsene bubens, mich fast über den hauffen lauffen, und nicht einmahl mich zu honoriren an ihren huth greiffen, wenige dan[n] solchen vor mich abnehmen, und noch gar vor das schlos Herraus fordern wollen."

27. D-DSsa: D4 379/5 (February 7, 1744). "Monseigneur! comme il y â deja huit Mois passé que nous n'avons reçues ni Thée ni Caffé ni sucre, excepté trois livre de caffée et six livre du sucre de Canarie, que Monsieur le Marechal de la Cour â eu la bonte de nous donner a son retour de la rue du Cerf et méme si nous avons voulues manger une salade, il nous a fallu acheter l'Huile, et cela à continuer comme du commencement."

28. D-DSsa: D4 378/5 (March 23, 1742). "Durchlauchtigster Landgraff, | Gnädigster Fürst und Herr! || Weilen alle brieffe welche wir von unserer Frau Mutter empfangen von der Hoffnung melden, daß wir mit hülffe Ihro Majestät des Kaÿsers bald würden wieder zu ihr kommen und aus Ihro Hochfürstl. Durchl. Gnädigsten vorsorge entrißen werden, so doch der Höchste in gnaden verhüten wolle, in uns eine große fürcht erwecken, so werden wir hir durch genöhtigt unsere zuflucht zu Höchst Denen selben zu nehmen und gantz Demühtigst zu bitten, Ihro Durchl. geruhen Höchst Deroselben so offt wiederholten Gnädige verheissungen uns als ein Vatter zu versorgen und uns zu behalten in Gnaden sich zu erinnern."

29. D-DSsa: D45 378/5; Huber 1980, 391.

30. D-DSsa: D4 379/6.

31. The Tanzmeister de Moll refers to Petrus Franciscus de Moll, who is documented as an employee of the Darmstadt court from 1739. See Maaß 2006, 94. The "Fräuleins von Meinigerode" presumably refers to daughters of Heinrich von Minnigerode, who served as head forester and hunter as well as home secretary to the court of Hessen-Darmstadt. D-DSsa: D4 379/6 (November 12, 1746). "Eure Hochfürstliche Durchlaucht geruhen gnädigst, nach eingezogener genauer Erkundigung, sich unterthänigst referiren zu lassen, warum die beiden Comtessen bei dem Tanzmeister de Moll sich nicht nur sehr ausbilden, beÿ dem Stallmeister von Schorockofski wirklich unter allgemeinem Beifall getanzt, solches aber bei Hof und in dem Opernhause unterlassen haben. Madame de Schade und Frau Eppelin sehen den Tanz für üppig und sündlich an-sie haben von denselben theils abgerathen und theils denselben den Comtessen verbothen /: wie mir der fürstliche Laquai Andreas Leisler selbst, mit der inständigsten Bitte, ihn nicht zu verrathen, gesagt hat :/ Frau von Schorokofski hat bemeldeten beiden Comtessen die Unterlassung des Tanzens sehr verwiesen und sie bedeutet, daß sie gleich den Besten bestehen könnten, indem es ihr nicht unbekannt seÿ, mit welchen Vollkommenheit sie in ihrem Hause getanzt hätten. [ . . . ] Würden Euer Hochfürstliche Durchlaucht gnädigst billigen, den beiden Comtessen, Fräuleins von Meinigerode und andere jungen Leuten einen kleinen Ball in meiner Wohnung oben auf dem Saal geben zu dürfen, so würde und könte sich alles äussere, und von selbst zu Euer Hochfürstlichen Durchlaucht desto gründlicher Nachricht herausstellen, die Frau von Schorokofski aber die Inspectorin und Ehrenmutter abgeben können."

32. The advanced level of the music copied for them that year suggests that the countesses' music training predated 1742.

33. While most of the manuscripts are signed "Me," four are signed "Mre" (D-B: N.Mus.ms.BP10, N.Mus.ms.BP11, N.Mus.ms.BP203, N.Mus.ms.BP205) and one is signed "Mrle" (D-B: N.Mus.ms.BP202). An archival documented (D-DSsa: D4 379/7) dated February 18, 1743, reveals that Luise Charlotte passed her test for confirmation in the Lutheran church "vermittelst der treuen und sorgfältigen Unterweisung des Informatoris Mörle." A comparison of the birth, death, and marriage records Johannes Merle kept during these years with the handwriting of the movement titles in the countesses' manuscripts reveals beyond a shadow of a doubt that they are the work of the same person. See D-DSk: Best. 244, KB Ginsheim Nr. 2, Film Nr. 1797 ("Ginßheimer Kirchen buch angefangen von Johann: Merle zeitige Pfarrer Rauschenberga Hasso. den 24. Jun. 1759."). Johannes Merle's parents were Johann Stephan Merle and Eva Elisabeth Milchsack. He had a younger brother named Augustus who was also a musician. For biographical information about the Merle family I would like to thank Ulrich Kison and Käthe Vaupel (née Merle) of Rauschenberg and especially Günter Merle of Darmstadt.

34. Johannes Merle matriculated at the University of Marburg on October 20, 1735, and at the University of Jena on April 16, 1731. See Habicht 1927, 214, and Köhler 1969, 3:160.

35. It is clear from the foliation of these manuscripts that the pieces within could have followed no order other than that in which they arebound.The organization by key and splitting up of larger works was clearly not an accident but rather intended from the beginning.

36. D-B: N.Mus.ms.BP712; N.Mus.ms.BP719.

37. There is a particularly large collection of works with pedal-tone in D-B: N.Mus.ms.BP 711.

38. As noted in Jaeneke 1973, the composer attributions in these manuscripts are not always correct. Of the thirty-three works entirely without attribution, three were composed by François Couperin. One piece credited to Johan Joachim Agrell is actually by Jean Philippe Rameau, and three are probably by Gottfried August Homilius. Six movements composed by the Trier organist Joseph Torner were credited to his publisher, Ernst Kolborn.

39. Noack 1967, 167–72, 215, 220, 233.

40. Apparently, Rasbach had previously served as cantor in Landau, where some of his children were baptized between 1714 and 1717. His death was on July 13, 1760. My thanks to Helmut Klingelhöfer of the Hessisches Staatsarchiv Marburg for providing this information. Engel 1957, 29. "Rasbach war 1719 Nachfolger des 1703 angestellten Organisten an der lutherischen Kirche, Seegardt, geworden. Es ging ihm schlecht, er bittet mehrfach um Zulage und erhaelt 1738 10 Taler jährlich als eine Zulage wegen seiner vielen Kinder, jedoch ohne Consequence. Er starb 1760."

41. D-DSsa: D 4 Nr. 378/5 ("Übergabe der Töchter des Gräfin Luise Sophie v. Seiboldsdorf in die Erziehung bei Frau v. Löwenstern.").

42. This practice is well known for early-eighteenth-century composers such as Telemann, who liked to style himself Melante, and François Couperin, who published some works under the pseudonym Pernucio.

43. D-B: N.Mus.ms.BP701.

44. D-B: N.Mus.ms.BP27.

45. D-B: N.Mus.ms.BP670.

46. D-B: N.Mus.ms.BP83/2; N.Mus.ms.BP 83/3.

47. D-B: N.Mus.ms.BP397; N.Mus.ms.BP692.

48. D-B: N.Mus.ms.BP670.

49. D-B: N.Mus.ms.BP692/3: "NB. Hier muß die 2. Violin und Alto besonders ausgeschrieben werden."

50. D-B: N.Mus.ms.BP95: "SONATA à Cembalo Solo | ex C dur | del Madam. Illustr: F. S. C. Z. E. || Dst. 1744. 8br."

51. D-B: N.Mus.ms.BP558; N.Mus.ms.BP559.

52. D-B: N.Mus.ms.BP670.

53. Jakob Adlung likened a musician copying brilliant passages from printed works to a student copying pithy quotes from Latin authors. See Adlung 1758, 726.

54. D-DSsa: D 4 379/4.

55. Corneilson 1992, 85 reveals that the opera in question is Hasse's Demofoontey. D-DSsa: D4 400/3. "Monseigneur! Aïant vû que Votre Altesse Serenissime a eu la grace de temoigner quelque Satisfaction du peu que nous avons profité dans la Musique; nous n'avons cherché du depuis qu'a y profiter encore plus, afin que laisque nous aurions de nouveau une fois l'Inestimable Bonheur de chanter en la presence de Votre Altesse Sme nous puissions nous en mieux aquitter, et en quelque façon etre capables de contenter un si Auguste Auditeur; et comme l'Opera qu'on represente a Mannheim pourroit etre un moïen a nous perfectionner davantage. nous prenons par celle a la hardiesse de supplier tres humblement Votre Altesse Sme de vouloir bien nous permettre d'y faire un tour incognito et a nos frais ne prenant nulle suite avec que la demoiselle qui est chez nous, et si Vous vouliez bien Monseigneur et trés gracieux Père, nous accorder l'accompagnement du Lt. Collonel Herr Hoffman ce seroit un nouveau surcroit de Faveur."

56. Darmstadt Kabinets-Archivar Adam Budde wrote the text of this story on February 21, 1876, and reports that it stems from Count Ludwig III von Hessen und bei Rhein, who himself had it indirectly from Friederica Sophie and her husband, Ludwig Freiherr von Pretlack. D-DSsa: D4 379/5. "Während der Regierung des Herrn Landgrafen Ludwig VIII hatten sich einst adelige Damen erlaubt, den beiden Gräfinnen von Epstein den Vorrang bei Hofe streitig zu machen und denselben überhaupt in verletzender Weise zu begegnen. Der Herr Landgraf, zu dessen Kenntniß dieses Benehmen gelangt war, mißbilligte dasselbe in jeder Weise und beschloß deshalb, diesem peinlichen Zustande rasch und gründlich ein Ende zu machen. Zu diesem Behufe erging er eine große Anzahl hoffähiger Damen und Herren eine Einladung zur Landgräflichen Tafel. Nachdem die Geladenen sich in dem hierzu bestimmten Saale des Schloßes zu Darmstadt versammelt hatten, erschien der Herr Landgraf, die beiden Gräfinnen von Epstein an der Hand führend. Mit einer Verbeugung gegen die Anwesenden, stellte der Sohn Herr die genannten zwei Gräfinnen mit den Worten vor: 'Mesdames et Messieurs, je vous présente mes soeurs, les comtesses d'Epstein.' Dieser nicht mißzuverstehende Art hatte entschiedene Wirkung, denn keine der Hoffähigen Damen wagte es ferner, die beiden gräflichen Schwestern mit Geringschätzung zu behandeln oder denselben den Vorrang an dem Landgräflichen Hofe streitig zu machen."

57. Anna Magdalena Elisabeth Merle died on September 16, 1762, at age thirty-six, after being bedridden for six months with gout and two hours after giving birth to their last child, a boy, who was buried with her on her arm. Johannes Merle himself died on December 30, 1783, at age seventy-four. See Ginsheim Kirchenbuch Nr. 2, 230 (Nr. 14) and 264 (Nr. 17). My thanks to Günter Merle for providing this information.

58. Noack 1908, 15–16: "[ . . . ] hiernächst auch an die Comtesse v. Epstein, welche hernach sehr schön einige italienische Arien sang und dazu den Flügel spielte, eine natürliche Tochter des vorigen Landgrafen, übrigens eine Person von 30 Jahren und ungemein viel Verstand und Verdiensten [ . . . ]."

59. D-DSsa: D4 524/6 (July 4, 1768). "Quant aux deux Concerts pour le Clavecin, il seroit difficile d'en juger sur les Themes, s'ils sont beaux et bons ainsi je Vous prie Monsieur de dire à Enderle que s'ils ne coutent que le copierlohn je m'en raporte à son Jugement pour m'en faire copier l'un ou l'autre ou tous les deux s'ils le meritent, auquel Cas Vous aurez la bonté d'en charger Glotsch, qui j'espere pourra aussi fournir le papier plus large que haut. Le genéral me charge de bien des compl. et remerciments pour Vos peines."


Back to top Chapter 6. A Marriage Rooted in Reason

1. Both J. C. and Luise Gottsched's letters are currently being edited and published by the Sächsische Akademie der Wissenschaften in Leipzig. See Gottsched 1722–1766. Although Luise Gottsched's letters were edited by her friend Dorothea von Runckel before publication in 1782, I believe that they nonetheless constitute a valuable source of insight into the private sentiments of their original author. See Heuser 1998 and Kord 2000, 23–40.

2. Gottsched 1968–1987, 10:509–11.

3. Döring 2000b, 157–58. The speech, titled "Von dem verderblichen Religionseifer und der heilsamen Duldung aller Religionen," includes the questions: "Wer hat von euch dreien recht? Wer soll Macht haben, die anderen zu verfolgen?"

4. Gottsched 1968–1987, 1:27. "Im weit entlegnen Sachsenlande | Ertönte deiner Seyten Klang; | Von dem entfernten Weichselstrande, | Entzückte mich dein Lustgesang. | Die Nymphen jener Philurenen, | Sammt jeder muntern Huldgöttinn, | Entsetzten sich in ihrem Sinn | Vor solchen Proben einer Schönen; | Und zweifelten wohl gar dabey: | Ob Famens Nachricht glaublich sey? || Ich selber sprach in meinem Herzen: | Wer weis, ob mich der Ruf nicht trügt? | Vieleicht will jener Freund nur scherzen, | Indem er merkt, daß michs vergnügt. | Ich wagte mich, an dich zu schreiben, | Da sah ich bald ein neues Blatt, |

Und an des alten Zweifels statt, | Nichts, als Erstaunung, übrig bleiben: | Weil jede Zeile deiner Schrift | Fast Wunsch und Hoffnung übertrifft."

5. Gottsched 1738, 1:4. "Alle Blätter desselben [Die Vernünftigen Tadlerinnen] geben Abrisse von den Vollkommenheiten und Fehlern des Frauenzimmers: Aber niemals hätte ich in Abfassung derselben gedacht, daß ich alle die erstern in einer einzigen Person vereiniget, antreffen; von den letztern aber keinen einzigen an derselben finden würde."

6. Gottsched 1968–1987, 1:27. "Der edlen Kulmus Seelengaben | Erhöht der frischen Jugend Pracht, | In welcher so viel Anmuth lacht, | Als hundert andre Schönen haben, | Die doch, denn ihr Verstand ist blind! | Nur todte Marmorbilder sind."

7. Gottsched 1968–1987, 1:26–30. "Ihr sanften Hände, laßt mich wissen, | Ob euch Mereur so schnell gemacht, | Der an den schwarzen Höllenflüssen | Die Schatten außer sich gebracht? | Schlägt Orpheus selbst durch euch die Seyten, | Der auch den Cerber eingewiegt, | Und Plutons harten Sinn besiegt, | Die todte Gattinn zu erbeuten? | Nein! Phöbus und sein Chor zugleich | Begeistert, rührt und treibet euch. || Zu zaubern scheint ihr, nicht zu spielen, | So bald man eure Laute spürt: | Ja Mark und Adern könnens fühlen, | Wenn ihr den Flügel kaum berührt. | O Reichthum neuer Fantasien! | Wie schnell, wie fertig, voll und schön, | Hört man die bunten Fugen gehn! | Wie wenig dörft ihr euch bemühen! | Weil, wie man deutlich hört und sieht, | Was Höhers Nerv und Finger zieht. || O sollt ich sie doch alle küssen! | O sollt ich es doch zehnmal thun! | So könnte mein gestillt Gewissen, | Als nach erfüllter Dankpflicht, ruhn. | O könnt ich täglich sehn und hören, | Wie schön und klug du, Schönste, bist! | Und, weil ein Odem in mir ist, | Dein ungemeines Wesen ehren: | So gäbe mir mein zeitlich Glück | Den allerschönsten Gnadenblick! || Ach dörft ich solches auch nur hoffen! | Doch wie vergeht sich Hand und Kiel? | Was hat sie für ein Fall betroffen? | Verstumme, mattes Seytenspiel! | Die Vorsicht deckt mit dunkeln Tüchern | Die Spuren ihrer Fügung zu; | Und will, man soll in stiller Ruh, | Sich ihrer steten Huld versichern. | Wohlan, ich bin damit vergnügt: | Sie hat es stets sehr wohl gefügt."

8. I am not persuaded by Susanne Kord's theory that Luise Kulmus wished to accept J. C. Gottsched as a mentor but was hostile to the prospect of a romantic relationship with him. To cite one of many instances in which our interpretations of the letters she wrote differ fundamentally, Johann Christoph once likened himself and Luise to Orpheus and Euridice. She responded "No, I do not wish to be Euridice and you shall not be my Orpheus" (Nein ich mag keine Euridice und Sie sollen nicht mein Orpheus seyn). Kord interprets this as evidence that Luise "firmly refused to enter into any kind of emotional dialogue" with Johann Christoph (Kord 2000, 54). She neglects to mention that Luise's very next line is "Let the bond between us never be broken" (Lassen Sie uns unsern Bund nie brechen). In my view, Kord does not adequately take into account the role of the Kulmus family in hindering the couple's courtship and marriage negotiations. See, for example, Gottsched 1722–1766, 3:213–14 (October 1, 1734).

9. Hennig 1790, 324.

10. Gottsched 1722–1766, 1:228 (July 12, 1729). "Sie sind also glücklich nach Leipzig gekommen! Sehn Sie was unsere Wünsche für gute Wirkung gehabt haben. Von diesen sind Sie aber auch zu Wasser und zu Lande begleitet worden. Und gewiß wäre es auch das erstemal, daß die Wünsche treuer Freunde und die Bitten einer Freundin unerhört vom Himmel zurücke gekommen wären. Eine, und gewiß nicht die kleinste meiner Hoffnungen wäre also erfüllt. [ . . . ] Wer weis, ob nicht das Zeichen ihres Schiffs von glücklicher Vorbedeutung gewesen ist? Lassen Sie uns der Vorsicht trauen, die unsre Bekanntschaft selbst gefüget hat; ist es ihr Wille, so wird die reinste und zärtlichste Freundschaft durch sie beglücket werden. Ihr Segen ruhet auf den Tugendhaften. Lassen Sie uns tugendhaft seyn: so haben wir einen Anspruch auf ihre Hülfe."

11. Gottsched 1722–1766, 1:431–32 (September 20, 1730). "Alles was Sie mir gefälliges in Ihrem Schreiben sagen, ist eine Vorschrift wie ein tugendhaftes Frauenzimmer seyn soll, und auch zugleich ein Beweis wie viel mir, und den meisten meines Geschlechts an dieser Vollkommenheit fehlt. Die Beschreibung, die Sie von dem sächsischen Frauenzimmer machen, ist sehr vortheilhaft. Glücklich ist das Land, das viel solche Töchter aufweisen kann, aber auch diese finden sich belohnt, wenn sie von einem Verehrer der Tugend bemerkt werden, der sie auch Ausländern so schön zu empfehlen weis. Ich hoffe auf dem Wege der Tugend nicht zurücke zu bleiben, sondern darauf immer weiter zu kommen."

12. Gottsched 1722–1766, 2:7–8 (January 7, 1731). "Ihr beygelegtes Geschenk läßt mich vermuthen, daß sie mich für eigennützig halten; ein Laster, das ich verabscheue. Nein, bester Freund! Nie werden Sie mich durch Geschenke gewinnen. Wenn die Vorzüge des Verstandes und Herzens nichts bey mir ausrichten; so werden alle Schätze der Welt mir gleichgültig seyn, so magnetisch auch diese Kraft bey vielen seyn mag. Führen Sie mein Herz nicht in die Versuchung, daß es auf solche Sachen falle, davon ich es ganz zu entwöhnen gesucht habe. Schriften, die den Verstand bilden und das Herz bessern, werden mir allemal ein sehr angenehmes Geschenk seyn. So eines, aber kein anders erwarte ich künftig von Ihrer Güte."

13. Gottsched 1722–1766, 2:146 (November/December 1731). "Möchte ich ihn doch bald in die seeligen Wohnungen folgen, wo er mich vielleicht schon mit väterlicher Freude erwartet! Dieses ist jetzt mein einziger Wunsch."

14. Gottsched 1722–1766, 2:146–47 (December 15, 1731). "Die vortheilhafte Meynung, so Sie von mir gefaßt, hat ungemein viel schmeichelhaftes für mich, und Ihre Wahl macht mir Ehre. Wie glücklich wäre ich, wenn mich meine Verdienste darzu berechtigten. [ . . . ] Eins bitte ich Sie H. H. lassen Sie meine Trauer ungestört zu Ende gehen, ehe ich an vergnügte Tage gedenke."

15. The work, Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl (BWV 198), was first performed in Leipzig's university church on October 17, 1727.

16. Dok II, Nr. 249: "[ . . . ] der Herr Capellmeister Bach ist in Sachsen das Haupt unter seines gleichen."

17. Gottsched 1722–1766, 1:167 (January 9, 1732). "Es ist mit meinem Claviere ein vierwöchentlicher Stillstand gemacht: so bald ich es anrühren werde, soll das überschickte Stück zu Ihrem Andenken ertönen." My assertion that Bach composed this unspecified keyboard is based on Luise's letter of May 30, 1732, discussed herewith.

18. Gottsched 1722–1766, 2:233. "Die überschickten Stücke zum Clavier von Bach, und von Weyrauch zur Laute, sind eben so schwer als sie schön sind. Wenn ich sie zehnmal gespielet habe, scheine ich mir immer noch eine Anfängerin darinnen. Von diesen beyden großen Meistern gefällt mir alles besser als ihre Capricen; diese sind unergründlich schwer." See also Dok II, Nr. 309.

19. See the discussions of "Capricen" in Fuhrmann 1706, 86 ("Fantasia"); Mattheson 1713, 176; Mattheson 1739, 232; Walther 1732, 141. It is possible, though by no means certain, that the Bach work Gottsched sent Luise was the second Keyboard Partita (BWV 826), the final movement of which is entitled "Capriccio."

20. See Gottsched 1742, foreword. "Nein, ich will nur den gesunden und männlichen Geschmack dieser Helden in unsrer Sprache und Dichtkunst anpreisen, und bekannter machen; um wo möglich, der neuen Sucht, gekünstelt, versteckt und unergründlich zu schreiben, die sich hin und her reget, zu steuren."

21. Gottsched 1722–1766, 2:233 (May 30, 1732). "Wie gefällt Ihnen Donna Laura Bassi, welche neulich den Doctorhut in Bologna erhalten? Ich vermuthe, daß wenn dieser junge Doctor Collegia lesen wird, solcher in den ersten Stunden mehr Zuschauer, als in der Folge Zuhörer bekommen möchte."

22. Peters 2008.

23. The translation here is from Kord 2000, 50–51. Gottsched 1722–1766, 2:268–69 (July 19, 1732). "Die Frau von Z. kann mit Recht die Aufnahme in die deutsche Gesellschaft eben so hoch schätzen, als wenn sie von irgend einer Academie den Doctorhut erhalten hätte. Aber gewiß, Sie halten mich für sehr verwegen, wenn Sie mir zutrauen, an dergleichen Ehre zu denken. Nein, dieser Einfall soll nicht bey mir aufkommen. Ich erlaube meinem Geschlechte einen kleinen Umweg zu nehmen; allein, wo wir unsere Grenzen aus dem Gesichte verlieren, so gerathen wir in ein Labyrinth, und verliehren den Leitfaden unserer schwachen Vernunft, die uns doch glücklich ans Ende bringen sollte. Ich will mich hüten von dem Strom hingerissen zu werden. Aus diesem Grunde versichere ich Sie, daß ich meinen Nahmen nie unter den Mitgliedern der deutschen Gesellschaft wissen will."

24. Gottsched 1722–1766, 2:268–69 (July 19, 1732). "Sie haben neulich für einen Ihrer Bekannten von allen meinen Capricen eine einzige begehret. Dies ist eben die beste und erträglichste von allen übrigen. Ich werde sie aber nicht überschicken. Warum nicht? | Ein Lied, das ich nur Dir, und keinem andern singe, | Das ist kein Ständgen, Freund, das ich der Straße bringe. | O! ich bin auf meine Capricen so eifersüchtig, als kein Mann auf die schönste Frau seyn kann. Ich will Sie solche einmal in aller Vollkommenheit hören lassen, so bald sie wieder nach Danzig kommen. Wie sehr wünsche ich Ihren Beyfall zu erhalten, wenn Sie mich in der Music vollkommner finden, als Sie mich verlassen haben. Wenn wird es doch geschehen, daß ich Ihnen mündlich und durch alle Töne einstimmig versichern kann, wie sehr ich Ihnen ergeben bin?" The verses she quotes in the middle are from Friedrich Rudolf von Canitz (1654–1699).

25. Gottsched 1722–1766, 2:312 (October 15, 1732). "Vor allen Dingen danke ich Ihnen für die überschickten Musicalien. Die schöne Symphonie von Hasse soll das nächstemal im Concert gespielet werden. Ich werde meine Finger fleißig üben um das trefliche Stück dieses großen Meisters nicht unkenntlich zu machen."

26. Gottsched 1722–1766, 2:369–70 (January 16, 1733). "Meine Anverwandten finden für gut, unsern Briefwechsel wohl nicht ganz zu unterbrechen, doch aber mir aufzulegen, nicht so oft wie bisher an Sie zu schreiben. Es ist eine der stärksten Proben die man von mir fodert."

27. Gottsched 1722–1766, 2:387–88 (February 15, 1733). "Sie nennen mich grausam, Sie beschuldigen mich meines Versprechens vergessen zu haben. [ . . . ] Wäre unsre Freundschaft ein Feuer, das erstickt werden könnte, so wäre es längst geschehen.[ . . . ] Fürchten Sie also nichts, wo nichts zu fürchten ist; und lassen Sie uns eine Probe unserer Gedult ablegen, so werden wir endlich herrlich belohnet werden."

28. Gottsched 1722–1766, 2:392 (March 7, 1733). "Sie hören nicht auf meine Büchersammlung zu bereichern. Das musicalische Lexicon war mir noch ganz unbekannt. Ich habe schon viele Zweifelsknoten dadurch aufgelöset, und jedesmal erinnere ich mich dabey an Ihre Güte, die mir solches zugeschickt hat."

29. Gottsched 1722–1766, 3:213–14 (October 1, 1734).

30. Döring 2006, 43–44.

31. Gottsched 1767, 222–23, 232–35.

32. Gottsched 1722–1766, 3:386 (July 25, 1735). "Endlich sollen doch Ew. H. erfahren, daß ich noch lebe, daß ich mich in dem vortreflichen Leipzig wohl, sehr wohl befinde, und in meiner Ehe die glücklichste und beste Wahl getroffen habe. Ich beschäftige mich recht nach meiner Neigung. Mein Freund hat selbst einen guten Vorrath der besten Bücher, und alle große Büchersammlungen sind zu seinem Gebrauch offen. Bedenken Sie einmal, wie viel ich Zeit und Gelegenheit zum Lesen habe; ich will mir auch gewiß alle diese Vortheile zum Nutzen machen." The letter is addressed to Charlotte Margaretha von Frensdorff.

33. Gottsched 1722–1766, 3:390 (August 15, 1735). Unsere Beschäftigung sind, so wie unsere Gedanken, immer gleichförmig. Wir lesen sehr viel; wir machen über jede schöne Stelle unsere Betrachtung; wir theilen oft zum Schein unsere Meynung, und bestreiten einen Satz, bloß um zu sehen, ob die Meynungen gegründet sind, die wir von unsern Schriften fassen. Ich werde täglich die geringe Anzahl meiner Kenntnisse gewahr, und entdecke immer mehr Mängel meines Verstandes. Nichts, als der Wille alles zu verbessern, kömmt jenem gleich." The letter is addressed to Katharina von Kielmannsegg.

34. Gottsched 1738, dedication. "Wenigstens ist von meiner Seite die Hochachtung gegen Dieselbe destomehr gewachsen, je mehr ich Dero treue Liebe gegen mich, Dero Verstand in Hausgeschäfften, Dero Redlichkeit im Umgange, Dero Klugheit im Rathen, Dero Bescheidenheit im Glücke, Dero Gelassenheit im Unglücke, Dero Entfernung von aller Eitelkeit und Verschwendung, und kurz zu sagen, Dero ungekünstelte Neigung zu allem, was wahrhaftig gut und edel ist, wahrgenommen habe. Wo bleibt nun bey dem allen noch Dero lebhafter Geist, Dero Liebe zu den freyen Künsten, Dero Einsicht in Wissenschaften, Dero Geschicklichkeit in der Musik, Dero Erfahrenheit in fremden Sprachen, Dero vortreffliche Fertigkeit in unsrer Muttersprache nach beyderley Schreibart, Dero ungemeine Gabe sinnreich zu scherzen, und die aus dem allen entspringende anmuthige Gesellschaft, so ich bisher von Ihnen genossen habe?"

35. Gottsched 1733–1734.

36. Döring 2000b, 157–58.

37. Gottsched 1738, 253–54. "Kurz, unser Geschlechte ist das glückliche Werkzeug, wodurch die weise Vorsicht das Leben, die Bequemlichkeit, und das Vergnügen des männlichen Geschlechts befördern wollen. Und wie können wir unsere Bemühungen wohl besser anwenden, als wenn wir uns zu derjenigen Pflicht tüchtig machen, die uns unser weiser Schöpfer auferlegt hat?"

38. Gottsched 1739.

39. Brown 2012.

40. Gottsched 1722–1766, 6:605 (1740). "In dieser Absicht, verwende ich den größten Theil meines Lebens auf Arbeiten, die vielen meines Geschlechts ganz fremd sind; und meine Gesundheit würde vielleicht besser seyn, wenn ich mehr Bewegung und angenehmere Zerstreuung hätte. Dies sagt mein Arzt, den ich über die Schwächlichkeit meines Körpers zuweilen um Rath frage. Mein eigner Trieb hingegen sagt mir, daß die Beschäftigung mit allem, was meine Neigung befriediget, und meinen Geist zufrieden stellt, meiner Gesundheit nicht schädlich seyn kann. Diesen Trieb will ich folgen, so lange meine Maschine nicht ganz baufällig wird."

41. Mertens 1968, 17."[I]ch hörte nur noch neulich, daß der Kutscher seine Pferde vor Orthodoxen schalte; weil er kein ärger Schimpf-worte wuste."

42. For this insight, I am indebted to Kord 2000, 74–75.

43. Plachta 1994, 89; Mertens 1968, 144–145.

44. Mertens 1968, 155. The victim was an orthodox preacher in Hamburg named Erdmann Neumeister.

45. Gottsched 1722–1766,4:217–18 (November 14, 1736). "Nein, gnädige Frau, die Vorsehung hat noch nicht für gut befunden, mich mit einem Kinde zu begnadigen. Ich würde es gewiß als ein Geschenk des Himmels ansehen, allein auch im Fall ich keins von ihm erhalten soll, ergebe ich mich in dem Willen Gottes. Ich habe oft gehöret, daß nichts schwerer sey, als Kinder zu erziehen, und gut zu erziehen: wer weis, ob ich die Geschicklichkeit besitze, die dazu erfordert wird? Ich will, im Fall mir die Vorsehung diese Wohlthat, aus weisen und mir ersprießlichen Absichten, versagen sollte, mich desto eyfriger bemühen, meinen Beruf auf andere Art treulich zu erfüllen. Ich arbeite viel, und lerne noch mehr. Ich übe mich in der Musik, und möchte wo es möglich, mich in der Composition festsetzen. An allen diesen würde ich verhindert werden, wenn ich ein Kind hätte, denn auf dieses würde ich meine ganze Zeit verwenden." The letter is addressed to Katharina von Kielmannsegg.

46. Gottsched 1968–1987, 10:518–19. "Wo die Wohlselige noch immer die Musik zur Abwechselung ihrer Nebenstunden zu brauchen pflegte: so bemühte sie sich auch darinnen die gemeine Bahn des Frauenzimmers in etwas zu überschreiten. Den Generalbaß hatte sie auf dem Claviere schon in Danzig gelernet: allein die musikalische Setzkunst, oder das Componiren, hatte sie noch nicht begriffen. Bey ihrer großen Fähigkeit und Neigung zu dieser Kunst, hatte sie als nur noch einen Schritt zu thun: und hier wählte ihr Gatte, von denen damals hier befindlichen Musikverständigen, einen der geschicktesten Lehrlinge des Capellmeisters Bach, Herrn Krebsen: der nachmals sehr berühmt geworden. In kurzem begriff sie so viel davon, als zu Stillung ihrer Begierde nöthig schien. Sie setzte nicht nur eine sogenannte ganze Suite, womit sie zur Erkenntlichkeit, ihren Gatten einmal an seinem Jahrstage anband; sondern brachte auch eine Cantate von seiner Arbeit in Noten, die auf ihrer beyder glückliche Verbindung verfertiget war."

47. Johann Ludwig Krebs, dedication to Erste Piece, bestehend in sechs leichten, und nach dem heutigen gusto, wohl-eingerichteten Praeambulis (Nuremberg: Schmid, 1740). "Dir, Theure Heldin dieser Zeit, | Frau Gottsched, | Sey diß Blat geweynt. [ . . . ] Du weist ja noch die Zeit, da Dir mein Säiten-Spiel, | Wie? oder sag ich recht, mir Deine Kunst gefiel, | Die den, der Dein Gehör zu unterweisen dachte, | So bald Du mir gespielt, zu einem Schüler machte. [ . . . ] Hier hat Natur und Kunst ein Meister-Stück gemacht, | Dir aber, edler Geist, die Palmen zugedacht. | Wohlan! so siege denn, wenn ich, und andre weichen, | Die Kunst, sohoch sie steigt, sieht nirgend Deines gleichen."

48. Gottsched 1968–1987, 10:519.

49. Gottsched 1763, 178–92. "Seyd gegrüßt ihr schönen Stunden! | Schönste Freundinn! sey geküßt! | O! wie lieblich sind die Auen, | Wo wir nach so langem Leiden, | Endlich unsre Heerden weiden. | Seit ich früh und spät kann schauen, | Galathee! wie schön du bist!"

50. Ball 2006, 250–51.

51. Ibid. In 1739, Johann Adolph Scheibe sent Luise Gottsched "Arien" at her husband's request. See Gottsched 1722–1766, 6:97–98 (September 28, 1739).

52. Lorenz Mizler, Zweyte Sammlung auserlesener moralischer Oden zum Nutzen und Vergnügen der Liebhaber des Claviers (Leipzig: Author, [1740] [Not in RISM]); Johann Friedrich Gräfe, Sammlung verschiedener und auserlesener Oden [ . . . ] II. Theil (Halle: Author, 1739 [RISM G 3267]).

53. See Gottsched 1722–1766, 5:237 (October 25, 1738); 5:358–59 (March 22, 1739). Schlobach and Eichhorn-Jung 1998, 70–72. Much or all of Luise Gottsched's collection of lute music came into the possession of the Breitkopf publishing firm after her death and was sold at auction in 1836. A substantial portion was acquired by François-Joseph Fétis and is preserved today in the Koninklijke Bibliotheek in Brussels, Belgium. See B-Br: Ms. II. 4086, 4087, and 4089.

54. Gottsched 1968–1987, 10:509.

55. Schulze 1968, 203. "Ich habe vor einiger Zeit mir die Ehre gegeben, mit einer kleinen Galanterie-Partie auffzuwarten, davon |: wie Mons: Schuster mir nachgehends gemeldet :| Sie aber schon ein und anders Stück zuvor gehabt, diesen Fehler nun auszubessern, habe ich beyfolgendes, Eintzig und allein vor Sie, machen und Ihnen hiermit gehorsamst wiedmen wollen, | unerachtet es was schlechtes ist, so habe doch gehorsamst zu bitten, solches nicht weiter zu communiciren, dann so lange mann eine Sache allein hat, so ist Sie immer schön und neü, ich meines Ortes werde es auch so halten, hin und her habe die Finger dazu gesezt, welches ich durchgehends würde gethan haben, wann mir nicht Dero bereits erlangte Einsicht, die application betreffend, gnugsahm bekand wäre."

56. Gronau was Luise Kulmus's music teacher in Danzig, as confirmed by a 1738 letter from Adam Falckenhagen, who asked her to send him a trio by "von Ihren Meister aus Danzig." One copy of this letter has a contemporaneous note in the margin that makes explicit that the composer in question is Gronau. See Gottsched 1722–1766, 5:237 (October 25, 1738).

57. The only keyboard works she certainly acquired in Leipzig are Johan Joachim Agrell, Sei Sonate per il Cembalo solo accompagnate da alcune Ariette, Polonesi e Menuetti composta da Giov. Agrell. Opera seconda (Nuremberg: Haffner, [1748] [RISM A 422]) and Friedrich Wilhelm Marpurg, Raccolta della più nuove composizioni di clavicembalo di differenti maestri ed autori per l'anno 1756 (–1757) fatta stampare dal sig. Feder. Guiglielmo Marpurg (Leipzig: Breitkopf, 1756 [RISM M 722]). See Gottsched 1767, 235.

58. Bach's name appears only once in her estate catalog: "1 dergl. [Buch] von Seb. Bach und Gronau." See Ball 2006, 250–51. The fact that Bach's music is bound with that of her teacher in Danzig, Gronau, is a sure sign that this collection dates from before her marriage.

59. The excerpt is drawn from the second movement of J. S. Bach's "Ach Gott vom Himmel sieh darein" (BWV 2). "Sie lehren eitel falsche List, | Was wider Gott und seine Wahrheit ist; | Und was der eigen Witz erdenket, | O Jammer! Der die Kirche schmerzlich kränket | Das muß anstatt der Bibel stehn. Der eine wählet dies der andre das; | Der törichte Vernünft ist ihr Kompass."

60. Gottsched 1730.

61. Döring 2010, 79–80.

62. Gottsched 1737, 340 (quoting his own translation of Seneca's Hercules Oetaeus). "Was säumst du noch lange, Jupiter? Fürchtest du dich etwa vor mir? oder wird Atlas den Herkules mit dem Himmel zugleich nicht ertragen können? Gib, gib mir, o Jupiter, zum wenigsten das Amt, die Götter zu beschützen. Derjenige Theil des Himmels, den ich vertheidigen werde, wird deiner Donnerkeile nicht bedürfen. Du magst mir nun entweder den kalten Nordpol, oder die hitzige Mittagsgegend anvertrauen: So kannst du versichert seyn, daß die Götter unter meinem Schutze sicher seyn sollen."

63. For associations of Seneca and Lohenstein see Gottsched 1737, 341, 346, 623, 682.

64. Gottsched 1737, 341 (quoting Lohenstein's Ibrahim Sultan). "Mit was für neu und ungewohnten Stralen, | Seh aber ich Burg, Stadt und Land gekrönt? | Ja einen neuen Stuhl mit Purpur aufgethrönt? | Der Donau Haupt mit Myrtenkränzen pralen? |Sich ihren Sand in Gold, ihr Schilf in Zuckerrohr, | Sein Schmelz in Diamant, den Schaum in Perlen kehren? | Was leuchtet aus Tyrol für ein Gestirn hervor? | Kan sein Erztreich Gebürg auch Sonnen nun gebähren?"

65. Gottsched 1737, 97 (quoting book 2 of Opitz's Trostgedichte in Widerwertigkeit deß Kriegs). "Die andern Thiere zwar kennt jedes seine Kraft, | Und weis auch von Natur von seiner Eigenschaft: | Der Mensch allein, ihr Haupt, der Herr so vieler Sachen, | Muß alles, was er thut, von andern lernen machen. |Und daß er ißt und trinkt, redt, sitzt, steht, geht und liegt, | Kömmt nur durch Unterricht, schläft auch nicht ungewiegt."

66. Gottsched 1730, 358–64.

67. Ibid., 604. "So muß ich sagen: Die Opera sey das ungereimteste Werck, so der menschliche Verstand jemahls erfunden."

68. My assertion that Luise Gottsched reworked the discussion of music in the 1737 edition of Gottsched's Critische Dichtkunst is based on the fact that nearly all of the music discussed came from her personal library. See Ball 2006, 250–51. It seems clear, too, from Johann Adolph Scheibe's letter of September 28, 1739, that Gottsched routinely turned music-related matters over to his wife. See Gottsched 1722–1766, 6:97–98.

69. Gottsched 1737, 413–15; Gottsched 1742, 470–72.

70. Gottsched 1737, 414–15: "Er hat sich darinn aller der Fehler enthalten, die bey andern Componisten so gemein sind. Die Wiederholungen sind sparsam, nemlich nicht über dreymal; die Recitative sind voller Melodie, und es ist kein einziges Wort darinn gezerret; sondern alles wird hintereinander verständlich weggesungen."

71. Writing as Misogynis, Scheibe produced works with titles such as "Well Founded Reasons to Hate Women, Particularly Those Filled with Deceitfulness, Evil, Jealousy, Duplicity . . . and Other Countless Vices; Published as a Warning to Men by One Who Suffered for Seventeen Years in the Clutches of One Such Female Beast." See Scheibe 1750; 1753; 1762.

72. Maul 2010, 169–70.

73. Dok II, No. 400.

74. The English text presented here comes, with slight adjustments, from Wolff, Mendel, and David 1999, 337–38. "Der Herr [Bach] ist endlich in [Leipzig] der Vornehmste unter den Musicanten. Er ist ein ausserordentlicher Künstler auf dem Clavier und auf der Orgel, und er hat zur Zeit nur einen angetroffen, mit welchem er um den Vorzug streiten kan. Ich habe diesen grossen Mann unterschiedene male spielen hören. Man erstaunet bey seiner Fertigkeit, und man kan kaum begreifen, wie es möglich ist, daß er seine Finger und seine Füsse so sonderbahr und so behend in einander schrencken, ausdehnen, und damit die weitesten Sprünge machen kan, ohne einen einzigen falschen Thon einzumischen oder durch eine so heftige Bewegung den Körper zu verstellen. | Dieser grosse Mann würde die Bewunderung gantzer Nationen seyn, wenn er mehr Annehmlichkeit hätte, und wenn er nicht seinen Stücken durch ein schwülstiges und verworrenes Wesen das Natürliche entzöge, und ihre Schönheit durch allzugrosse Kunst verdunkelte. Weil er nach seinen Fingern urtheilt, so sind seine Stücke überaus schwer zu spielen; denn er verlangt die Sänger und Instrumentalisten sollen durch ihre Kehle und Instrumente eben das machen, was er auf dem Claviere spielen kan. Dieses aber ist unmöglich. Alle Manieren, alle kleine Auszierungen, und alles, was man unter der Methode zu spielen verstehet, drückt er mit eigentlichen Noten aus; und das entziehet seinen Stücken nicht nur die Schönheit der Harmonie, sondern es machet auch den Gesang durchaus unvernehmlich. Kurtz: Er ist in der Music dasjenige, was ehemahls der Herr von Lohenstein in der Poesie war. Die Schwülstigkeit hat beyde von dem natürlichen auf das künstliche, und von dem erhabenen auf das Dunkle geführet; und man bewundert an beyden die beschwerliche Arbeit und eine ausnehmende Mühe, die doch vergebens angewendet ist, weil sie wider die Natur streitet."

75. Dok II, Nr. 409. "[ . . . ] es sey nur ein Bach in der welt, und ihm komme keiner gleich."

76. The most comprehensive account of the conflict is offered in Maul 2010.

77. Gottsched 1722–1766, 5:447–451 (June 10, 1739). "Ich vermehre die Anzahl derjenigen, welche Ew. Magnif: vieles in der Erkenntniß philosophischer Wahrheiten zu danken haben. Ich habe nicht nur aus dero nützlichen Schriften vieles einsehen gelernet, was mir sonst fast gänzlich unbekannt war; sondern ich habe auch vorneml. aus der critischen Dichtkunst ganz andere und gründlichere Begriffe von der Dichtkunst und Critic erlanget, als ich mir wohl ehedem gemacht hatte." See also Maul 2010, 173–84.

78. Luise Gottsched's authorship of the review of Der Critische Musikus is acknowledged in Johann Adolph Scheibe's letter of September 28, 1739. See Gottsched 1722–1766, 6:97–98. Gottsched 1737, 413–15.

79. Dok II, Nr. 483: "In die Streitigkeiten welche der Herr Verfasser mit Herrn M. Birnbaum gehabt, wollen wir uns hier gar nicht einlassen." See Maul 2010, 176.

80. Birnbaum was, like Gottsched, a member of a debating club known as the Deutsche Redner-Gesellschaft. Bach had set texts by Gottsched to music, not only in 1727 but most recently on the occasion of a visit to Leipzig by the Saxon elector's family in 1738. The resulting work, "Willkommen, ihr herrschenden Götter der Erden" (BWV Anh. 113), does not survive.

81. The original text appears in Beyträge zur critischen Historie der Deutschen Sprache, Poesie und Beredsamkeit, herausgegeben von einigen Liebhabern der deutschen Litteratur. Drey und zwanzigstes Stück (Leipzig 1740), 464–65. It is quoted here from Maul 2010, 176. "Uebrigens freuen wir uns, daß sich der gute Geschmack und sonderlich die Reinigkeit der deutschen Schreibart, auch in der Musik so stark ausbreitet, zumal da Deutschland heute zu Tage in der praktischen Musik es mit allen Ländern der Welt aufnehmen kann. Man verehret einen deutschen Händel in England; Hasse wird von den Italiänern bewundert: Telemann hat sich neulich in Paris nicht wenig Ehre und Beyfall erworben, und Graun machet gewiß unserm Vaterlande bey allen Kennern seiner Stücke viel Ehre. Was soll ich von Bachen und Weißen sagen? Anderer geschickten Männer zu geschweigen, die wir den Ausländern entgegen setzen könnten. Wie hoch würde nicht noch die Musik unter uns steigen? Wenn man den vernünftigen Vorschlägen, des Herrn Mathesons und unsers Herrn Scheiben wegen Verbesserung der musikalischen Wissenschaft und wie die Musik in noch bessere Aufnahme zu bringen sey, folgen wollte."

82. The pairing with Silvius Leopold Weiss has sometimes been taken as a sign of support for Bach because at the end of her life, Frau Gottsched owned a great deal of Weiss's music. See Maul 2010, 176. At the time she wrote this review, however, she had never met Weiss, and her experience with his music may well have been quite limited. See Gottsched 1722–1766, 6:97–98 (September 28, 1739) and 6:215–16 (November 25, 1739); and Gottsched 1968–1987, 10:509 (1763).

83. Gottsched 1771–1772, 2:158–59. "Ihre Vergleichungen zwischen einem gewissen großen Componisten und dem Seneca sind unvergleichlich. Beyde haben ihre Einfälle herzlich lieb; des Weisen Wiederholungen kann ich doch noch eher leiden, als die von dem musicalischen Seneca. Lassen Sie uns aber davon ganz leise reden, man würde unsern Geschmack sehr tadeln."

84. GB-Lbl: Ms.Add. 15768, 67.

85. Addison 1735.

86. "Chambers's perspective" here refers to Chambers 1726, which is a translation of Dubreuil 1642.

87. GB-Lbl: Ms.Add. 15768, 65–66.

88. GB-Lbl: Ms.Add. 19939 (November 20 / December 1, 1736).

89. Gottsched AW 10:579 (1763). "Ihre Gemüthsart war von blöder, oder besser zu sagen, von bescheidener Art. Sie versprach dem Anscheine nach in Gesellschaften nicht viel, leistete aber destomehr; wenn man ihr erst ein Vertrauen abgewonnen hatte. Alle ihre Worte und Reden waren wohl überlegt, und so richtig abgefasset, als ob sie geschrieben, oder gedruckt werden sollten. Sie suchte aber niemals mit einem schimmernden Witze zu glänzen. Mit ihrer Gelehrsamkeit pralte sie auch niemals, zumal in Gegenwart des Frauenzimmers; um demselben niemals zum Ekel zu werden. Selbst Gelehrte hatten Mühe, dieselbe auf gelehrte Unterredungen zu lenken [ . . . ]."

90. I would like to thank Rüdiger Otto for providing this annotated source. Elisabeth Dorothee von Mosheim was the wife of the Lutheran theologian Johann Lorenz von Mosheim (1693–1755). Mademoiselles Lambalet and Ritter are unidentified Swiss acquaintances. Otto 2010, 123–24. "Diesen abend hab ich alles gesehen, was schön für mich ist zu Leipzig. H. Gottsched stellte für Mich ein concerto an und lud dazu ein. H. Coste einen magister und noch 2 Studenten warteten etwas auf, und spielten. Insonderheit war da ein junger Mensch von Lubec. Kunzen des capellmeister sohn und ein großer virtuosus. Das gespräch gieng an beÿ der Eloquenz und beÿ H. Coste. ich charmirte H. Gottsched, daß ich ihm sagte es seÿe bös nach H. Coste auf den kanzel zu steigen. und in der that; so ist es. er prediget sehr delicat. und H. Coste repetirte ich da ich ihn sahe, qu'il serait facile de monter, mais non point de descendre avec honneur. cela lui plut. H. Coste ist ein subtiler man. allein er hat die natürliche religion, und beÿ dieser bleibt er; [ . . . ]. Frau Gottsched will sich meliren französisch zu sprechen, und kan kein wort her vorbringen, auf das wenigste keinen ganzen spruch; sie ist sehr timid und förchtet alle augenblik zu fehlen. Ich sahe, daß sie etwelche blike auf mich that, sie gleichet nicht übel der Jungfrau Lambalet: und hat nichts wenigers als das angenehme, auch nicht das was eine Weibsperson haben soll. H. Coste ist einer von denen, der alle Wort hort und alle wiegt. Ich sagte der frau Gottsched, daß frau Äbtin Mosheim ihre schrifften sehr estimirte und sie liebte, sie war davon touchirt. Nachdeme man den caffé getrunken gieng man zur music und die währte mit dem ambigu, das man uns gabe bis um 10. fr. Gottsched spielt nicht alles weg. sie will nur ihre eigene stuke haben. sie mieche lang auf dem Clavier; allein das war noch nichts gegen die lauten; da war ich entzükt. Sie merkte meine verwunderung und dieses zündete sie an mehr zu thun. Sie ist admirabl mit der lauten, und noch schöner als die Jungfr. Ritter. ich konte sie nicht genug admiriren. H. Gottsched liebt sehr seine frau sehen zu laßen. Er ist so ehrgeizig nicht für sich. er will nur, daß man ihne passiren laße, aber er will, daß seine frau geliebt seÿe, sie aber will admirirt seÿn. H. Gottsched invitirte mich auf die Bibliothec. seiner frauen. und andere sachen zu zeigen. Er meint, daß die Christliche religion nur seÿe eine bestätigung der natürlichen; und daß sie nur neüe gründe anbringe. [ . . . ] Dieses ist der tag den ich noch am besten zu Leipzig zugebracht hab. Könnte ich verse machen, so wollte ich darüber sitzen."

91. The quote is from Friedrich Melchior Grimm. Gottsched 1722–1766, 7:424 (April 19, 1741). "Niemand ist würdig, sie zu besitzen, als Gottsched."

92. Döring 2009b.

93. Gottsched 1771–1772, 3;165 (February 15, 1762). "Ich dichte nichts mehr [ . . . ]. Ich bin zu alt, zu verdrüßlich und vielleicht auch zu unfähig meine Muse die neuern Pfade gehen zu lehren. Geschmack, Styl, Versart, alles hat sich verändert, und wer diesen nicht folget, wird nicht glimpflich, nein grausam getadelt."

94. Gottsched 1968–1987, 10:540–41.

95. The letter is dated October 3, 1754. Döring 2003, 225. "Wir bekommen bey den besten Traiteurs Mittag und Abend-Broth vor 2 Th 8–12 Groschen da wir 2 mahl beßer gesünder Eßen bekommen, als am Gottschedischen da es kahl, rau, und recht schandlich hungrig zugehet. Sie haben die raue Art zu eßen der Seestädte noch an sich [ . . . ] Ferner rechnen die Gottschedische es uns als eine ganz unwiedervergleichliche Gewogenheit an, daß sie uns den Tisch geben, und wißen uns diese Wohlthat als ganz was außerordentliches anzupreisen, und bey iedem Bißen vorzumahlen. Sie ist vor Hochmuth, und er vor Grobheit, rudesse, Auffahren [ . . . ] unerträglich [ . . . ]."

96. Döring 2003, 238; Goodman 2009, 78–80. The letter is dated April 19, 1755.

97. Döring 2003, 241.

98. For this reference I am indebted to Döring 2003, 237. Gottsched 1771–1772, 2:167 (December 19, 1753). "Der ganze practische Theil bleibt doch immer nur Theorie, und weil sie es verlangen werde ich den Verfasser in Ihren Namen fragen, wie weit er selbst in der Ausübung seiner herrlichen Lehren gekommen? Ich wette, er wird uns die Antwort schuldig bleiben. Die Philosophen und Moralisten, scheinen das Vorrecht der Gesetzgeber behaupten zu wollen; sie sagen wie es seyn soll, und glauben ihre Pflichten nach deren ganzen Umfange erfüllet zu haben, wenn sie durch Lehren unterrichten, ohne eben solche durch Handlungen, die mit diesen übereinstimmen zu unterstützten und zu bestätigen."

99. Seybold 1784, 115–17. "Das Jahr 1755 wars, das dem künftigen Leben unserer Freundin die Richtung gab, wiewohl erst neun Jahre hernach. Der Bruder, Probst zu Kemberg, reisete in demselben nach Leipzig, und nahm die Schwester mit. Sie besuchte die Madame Gottsched, spielte auf dem Flügel, und sang. Reiske trat ins Zimmer-ein Mann von anerkannten Verdiensten und ausgebreiteter Gelehrsamkeit."

100. Döring 2000, 108–11.

101. Gottsched 1771–1772, 3:104 (February 4, 1758). "Was für Vergnügen könnte mir z. E. eine goldene Dose aus der Hand eines Menschen erwecken, der meinen Mitbürgern eben so furchtbar als groß ist?"

102. Gottsched 1771–1776, 3;169 (March 4, 1762). "Theurest Freundin, Ich muß Ihnen eine traurige Nachricht melden; ich verliere mein Gesicht fast gänzlich. [ . . . ] Gott gebe, daß sie sich auch so endige; das heißt, durch einen baldigen unschmerzhaften Tod. Und wie sehnlich wünsche ich die Stunde meiner Auflösung schlagen zu hören! Fragen Sie nach der Ursache meiner Krankheit? Hier ist sie. Acht und zwanzig Jahre ununterbrochene Arbeit, Gram im Verborgenen und sechs Jahre lang unzählige Thränen sonder Zeugen, die Gott allein hat fließen sehen; und die mir durch meine eigene und hauptsächlich durch die allgemeine Noth und die erlittenen Kriegsdrangsalen so vieler Unschuldigen ausgepreßt worden."

103. Gottsched 1968–1987, 10:573. "Die letzten zwey Jahre nämlich, sind bey ihr fast kein Leben, sondern ein beständiger Gram, und Kummer; die aber auch durch die zunehmende Schwäche ihres Körpers sehr genähret wurden, zu nennen gewesen. Ihre Musik gerieth ganz ins Vergessen; und sie sah sie allmählich mit Ekel an."

104. Gottsched 1771–1776, 3:169 (March 4, 1762). "Heute wird die von meinem Manne verfertigte Cantate zur Probe aufgeführet, bey welcher ich aber, meiner Unpäslichkeit wegen, nicht erscheinen kann. Allein ich habe dem Churprinzen ein Opfer gebracht, was ich nur Antonien und außer diesen beyden keinem andern bringen würde. Ich habe meinen Flügel auf den Concertsaal schaffen lassen, der wird seine Rolle besser spielen, als ich."

105. Gottsched 1968–1987, 10:576. "Mit was für Rührung aber ich selbst dabei die Abnahme ihres Seufzens und Stöhnens, und das Ermatten der Pulsschläge an ihrer Hand, die ich beständig in der Meinigen hielt, wahrgenommen, kann nur derjenige begreifen, der selbst eine geliebte Person sterben gesehen. Sie war außerdem die erste in meinem Leben, bey deren Ende ich zugegen gewesen: welches meine Empfindungen als doppelt lebhaft machete. Ihr letzter Seufzer und Pulsschlag kam endlich, unter meinem andächtigen Zuruf, der sie der gnädigen Hand ihres Schöpfers empfahl: und so verlohr ich eine jederzeit zärtlich geliebte Freundinn, die mir ihre Liebe und Zärtlichkeit, sonderlich in den ersten und meisten Jahren, so redlich erwiesen, und mir so viel Ehre bey Hohen und Niedrigen gemachet hatte!"


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1. The advice is drawn from Rambach 1739, 314 and 318; and Erasmus of Rotterdam 1731, 15 and 39.

2. Bahrdt 1790, 1:59–61.

3. According to a chronicle of the time, a mother may begin a boy's education but then the father must take over "weil nur ein Mann den künftigen Mann bilden kann." See Lampe 1963, 1:20.

4. This quote from Johann Ludwig Huber's Etwas von meinem Lebenslauf und etwas von meiner Muse auf der Vestung (Stuttgart: Steinkopf, 1798) appears in Hardach-Pinke and Hardach 1981, 153–54. "Die practische Religion, die begreiflichen Lehren von einem unsichtbaren höchsten Wesen, das ganz Weisheit und Güte ist; von seiner alles umfassenden Sorge für seine Kinder, die Menschen; von unsrer Pflicht, all unser Vertrauen auf ihn zu sezen, und, um seinetwillen, wie eine einzige Familie, uns unter einander zu lieben; von den natürlichen Folgen eines edlen oder unedlen Lebens, und von ihrem Lohn oder Strafe jenseits des Grabes, dies war der erste Unterricht unsers Vaters, früher als Lesen und Schreiben. In den Winterabenden setzte er sich zu uns, und gab jenem Unterrichte das Leben durch Erzählungen leichtbegreiflicher Geschichten von guten und schlimmen Menschen aus der Bibel und aus der Weltgeschichte. Sobald wir lesen konnten, gab er uns die weise Sprüche des Salomo und Sirachs in die Hand, zwei himmlische Schriften, die bey unsrer Erziehung der Jugend so unverantwortlich hintangesezt werden [ . . . ] So natürlich, so ungebunden an irgend eine sonst gewöhnliche Methode, war auch meine Erziehung in Absicht auf Künste und Wissenschaften. In meinem vierten Lebensjahre wurden mir zu gleicher Zeit die Alphabete von der Teutschen, Lateinischen und Griechischen Sprache theils durch Grammatiken, theils durch Vorschriften meines Vaters gezeigt. Mein Vater hatte in diesen drei Sprachen eine sehr deutliche und leserliche Handschrift. Ich lernte sie in diesem Zeitpunkte auch nachmalen. Im sechsten Jahre meines Lebens konnte ich sie lesen, wie sie ein sechsjähriger Knabe lesen kann. Sogleich folgte die saure Arbeit des Auswendiglernens der Wörter und der Paradigmaten. Selbst in unsrer Muttersprache mußte ich sehr oft decliniren und conjugiren, eine Uebung, welche in den Schulen so sehr versäumt wird. Die Regeln des Syntaxes wurden vielmal gelesen sammt den beigesezten und mehreren von meinem Vater angegebenen Exempeln; aber sie wurden nicht auswendig gelernt. Mit dem siebenten Jahre wurde die Verteutschung Lateinischer und Griechischer Schriften angefangen, und die Regeln der natürlichen und zierlichen Zusammensetzung dieser beiden Sprachen in der Uebung des Uebersezens gezeigt. Ausser der Methode, die gelehrte Sprachen auf die nemliche Weise, wie die lebendigen, blos durch den Umgang zu lehren, gibt es keine leichtere und sichrere, als diejenige, die mein Vater angewandt hat. Immer wurde von dem Leichtern zum Schwerern hinaufgestiegen, von den historischen Schriften der Alten zu den philosophischen und poetischen Werken. Es war eine Ersparnis zum mindesten der halben Lernzeit; daß mein Vater, bey dem Uebersezen, niemals die mir fehlenden Worte in dem Wörterbuche nachschlagen ließ; sondern sie mir, mit einer unbeschreiblichen Gedult, hundertmal aufs neue wieder sagte; und daß die Uebersezungen niemals zu Papier gebracht, sondern immer nur mündlich damit fortgefahren wurde."

5. Bahrdt 1790, 1:55–56.

6. Ibid., 1;37. "Geben Sie den Jungens täglich so und so viel Stunden, halten Sie sie dann auf der Stube, daß sie keine Teufeleien machen, und hauen mit dem Ochsenziemer drunter, daß das Fel stiebt, so sie nicht folgen wollen."

7. Bahrdt 1790, 1:38–40. "Er rauchte unaufhörlich Tabak und schwizte dabei im Gesicht, daß die Tropfen immer auf der Nase standen. So saß er am Tische, klemmte mich und meine zwei Brüder in seine Seiten ein, und zwang uns, zu lesen und unaufhörlich zu exponiren: denn mehr konnte er selbst nicht [ . . . ] Je schlechter wir aber exponirten, destomehr Kopfnüsse und Schimpfnamen regnete es [ . . . ] Wir suchten uns z. B. dadurch für unsere Informationspein zu entschädigen, daß wir beim Exponiren und allerlei witzige Einfälle zuflüsterten, und unter andern auch mit Verkehrung der Buchstaben auf unsern Plagegeist schimpften. So murmelte denn mein Bruder: Nednab sti nie Ran: und ich erwiederte: Nednab sti nie Lese: (Banden ist ein Narr: Banden ist ein Esel.) Wenn nun endlich der Schulmonarch diese Geheimnisse unserer neuen Sprache entdeckte; so karbatschte er uns rein durch und nöthigte uns zu neuen Erfindungen: bis endlich mein Vater gelegentlich erfuhr, was unser Banden für ein Held war, und ihn verabschiedete."

8. Bahrdt 1790, 1;70–72. "Ich lief alle Morgen mit meinem großen Bücherpack, dem ein starker Riemen Haltung gab, um sieben Uhr nach meiner Klasse, und kam um eilf [sic] Uhr eben so zurük [sic], wie ich hingegangen war. Es war nichts da zu lernen."

9. Jan Minelli was a Dutch schoolteacher whose style of marginal translations and annotations in the works of classical authors was well known to early-eighteenth-century German schoolboys. Bahrdt 1790, 1:70–72. "Mein Lehrer ward der Konrektor Adami, den Gott im Zorn zum Schulmanne gemacht hatte. Ob er schulmännische Gelehrsamkeit besessen hat, weiß ich nicht. Aber so viel weiß ich, daß keine Spur davon in seinen Schulstunden zu vernehmen war. Seine Erklärungen der klassischen Autoren bestunden entweder in dürer Grammatik, oder in Minellischen Noten. Dabei war seine Stimme so widrig, sein Air so pedantisch, seine Laune so hypochondrisch, daß man entweder vor Ueberdruß erkranken, oder vor langer Weile bei ihm einschlafen mußte. Das leztere war bei seinen Schülern der gewöhnliche Fall. Oft sah man ganze Reihen oder Bänke voll Schüler in einem Tempo nikken."

10. Bahrdt 1790, 1;87–88, 102.

11. Ibid., 1:82–83.

12. Ibid., 1:84–85. "Die Kost der Schüler ist, der Stiftung nach, zu gut, und der Wirklichkeit nach, zu schlecht. Alle Mittage ist ihnen eine Fleischbrühsuppe, und zwei Schüsseln mit Fleisch bestimt, nebst einem guten Brode, eines halben Pfundes schwer, einer großen hölzernen Kanne gutes Bier für jeden Tisch, wöchentlich dreimal Braten, und zweimal Wein, und des Abends eine Schüssel Fleisch nebst Brod und Bier zur völligen Sättigung."

13. Ibid., 1:86–87. "Wenn ich mir einmal mit Essen und Trinken gütlich thun wolte, stelte ich mich krank, und meldete mich beim Siechmeister. Da konte ich denn zuweilen vier, sechs und mehrere Tage in der sogenanten Siechstube bleiben, und gute fette Fleischbrühsuppen, und besser zugerichtetes Fleisch und Braten genießen. Dabei benuzte ich meine Zeit getreulich zum Studieren."

14. Ibid., 1:88–89.

15. Leipziger Post-Zeitungen 1731 (August 6). "Es ist den 27. Junii a. c. ein junger Herr von Adel, mit Nahmen Gottlob Benjamin von Berge, seines Alters 16 Jahr, ohngefehr 2 1/2 Elle lang, etwas übersetzt, im Gesicht völlig und Sommersproßig, hat sonst röthlich Haar, trägt aber eine lichte Peruque mit einem Band-Zopf, und einen Huth mit einer rothen Feder, hat ein licht-graulich Ober-Kleid an, ein Coffe-braune Weste und Beinkleider mit gefrornen Knöpffen, und grau-melirte Strümpffe, schreibet und spricht gut Französisch, aus Furcht, wegen Versäumung etlicher Stunden in den Exercitiis, bey der Companie Cadets zugewartenden Straffe, allhier von Dreßden weggegangen, ohne daß man erfahren kan wohin [ . . . ] [Es] soll ihm frey stehen, ob er studieren oder ein Soldate werden will."

16. Bahrdt 1790, 1;95–96, 100–101, 106, 127.

17. Ibid., 1:97–98. "Man denke sich den Inspektor an der Thüre. Der arme Knabe, auf dessen Ankunft schon vigilirt wird, tritt herein. Der Inspektor schreit, steh Kanaille! wo komst du so spat [sic] her? oder wo hast du deinen Spanier? oder—so etwas. Der Knabe schweigt, und stellt sich wie ein Lamm, in geradester Figur, vor seinen Tyrannen hin. Denn wenn er das nicht gleich that, so ward er auf der Stelle mit Füßen getreten. Nun holt der Inspektor mit der flachen Hand aus, und zieht ihm aus Leibeskräften eine Ohrfeige, daß das Cönakel erschalt, und alle Finger sich auf den blutrothen Wangen abdrükken. Der Knabe wankt, der Inspektor wiederhlt sein: seht Kanaille! hierauf zieht er, mit der linken Hand, ihm eine eben solche Ohrfeige, daß auch der andere Bakken ihm quilt.—Hund steh!—Und so wechselt wieder die rechte Hand,—bis der Barbar genug hat. Und nun geht der Knabe betäubt und mit aufgelaufenem Gesicht an seinen Plaz, spricht kein Wort, und darf gar nicht thun, als ob ihm etwas unangenehmes begegnet wäre, wenn er nicht von seinem Tischinspektor neue Prügel erndten wil. Und bei Präceptoren klagen, wäre sein Unglük."

18. Ibid., 1:106–9. "Das Laster der Knabenschänderei war in dieser Schule so eingerissen, daß ich zweifle, ob außer mir, meinem Bruder, dem jungen Preller, und meinem Palmann, ein einziger Schüler zu meiner Zeit frei davon geblieben ist. Es wurde dieses scheusliche und schrecklichste aller Laster, welches gewöhnlich auf die ganze Lebenszeit schadet, die Verdauungskraft zerstürt, die Eingeweide schwächt, das ganze Nervensystem zerrättet, und besonders die Seelenkräfte stumpf, und den Menschen stupid macht—nicht blos des Nachts heimlich getrieben, sondern in allen Klassen konte man am hellen Tage, die unglüklichen Kinder in diesen Greueln, vermittelst mehr, als eine Sinnes, bemerken. [ . . . ] Da nun dies Laster algemein war, so gieng es sehr natürlich zu, wenn jeder Schüler von jedem die Meinung hatte, daß es ihm bekant seyn müsse. Und so glaubte auch jeder von mir, daß ich davon angestekt sey. Ja, er würde es für die albernste Behauptung einer Unmöglichkeit angesehen haben, wenn ihn einer hätte bereden wollen, daß ein Knabe, wie ich, zart, weiß, wolgebildet, noch rein, und sogar von aller Versuchung frei geblieben sey. In diesen natürlichen Gedanken also kam eines Tages ein gewisser Hofmann, ein Mensch, dessen tölpisches Gesicht, und plumper Körper den Bauerlümmel, so wie seine Physionomie einen dummen, und, was fast immer damit vergeselschaftet ist, einen tükkischen Menschen karakterisirte,—im Cönakel zu mir und befahl, sogleich auf seine Zelle zu kommen. Da er ein Primaner, und ich nur erst ein Untersekundaner war, so mußte ich ohne Aufschub und Widerrede gehorchen. Als er die Zelle aufgeschlossen, und mich eingeführt hatte, verschloß er sie wieder, und sezte sich aufs Bette. Ich fragte, was er zu befehlen habe? Nichts, war die Antwort; du solst dich zu mir sezzen. Ich thats, und—nun erfolgten eine Menge von Karessen, Küsse u. d., die mich erröthen machten, ohne daß ich ein Arges dabei hatte. So wie nun der Unverschämte seine Schritte beschleunigte, zog ich mich schüchtern zurük. Er ward unwillig. Ich blieb bei meiner Blödigkeit. Er wurde grob. Endlich da er sahe, daß er einen Stok vor sich hatte, stand er mit den Worten auf: Luderjunge! du wilst mich nur nicht: und zog mir zwei Ohrfeigen, daß ich betäubt niederstürzte. Er warf mich zur Zelle hinaus, und drohte, da ich mich auf die Erde hingesezt hatte, um erst wieder zu mir selbst zu kommen, mich halb todt zu prügeln, wenn ich nicht gleich auf meine Zelle gehen würde. Ich rafte mich also auf, und ging mit einem aufgelaufnen Gesicht zu meinem Pallmann. Was fehlt dir, armer Junge?—Thränen stürzten aus meinen Augen, wie ein Strom. Endlich erzählte ich ihm den ganzen Vorgang. Und er—freute sich meiner Unschuld, erklärte mir mit dunkeln Ausdrükken die schändliche Absicht dieses Menschen, beschrieb mir die unglüklichen Folgen des Lasters, belehrte mich von der obgedachten Algemeinheit desselben, die mir bisher gänzlich unbekant gewesen war, warnte mich, den Hofmann nicht zu verrathen, und seine Rachsucht zu reizen, und gab mir Regeln, wie ich fernern Versuchungen dieser Art ausweichen solte."

19. Ibid., 1:111.

20. Wagenseil 1705, 70–71."Es will sich nicht geziemen, daß ihr euch viel auff die Music leget, ob es zwar eine herrliche Sache darum ist. So viel zu erlernen, daß man sich in einer führnehmnen Gesellschafft dürffe hören lassen, erfordert gar zu grossen Fleiß und lange Zeit, daß ihr euch aber mit einer Stümplerey prostituiret, und der Zuhörenden Ohren nur verletzet, wäre euch verkleinerlich [ . . . ] In alle Wege aber müsset ihr, Printz so viel von der Music lernen, daß ihr den Unterscheid der Stimmen, und was wol oder übel, beydes im Singen und auff instrumenten klinget, wie auch worinnen die Kunst und Annehmligkeit bestehet, genugsam begreiffet. Damit ihr nehmlich, wann ihr in einer Gesellschafft eures Standes, wo eine schöne Music angestellet wird, euch befindet, oder wann man euch wegen eures tapffern Verhaltens eine herrliche Serenade oder Aubade bringet, vernünfftig, und wolgeschicklich davon reden und urtheilen, auch eine Ergetzung hieran haben möget, dann wer die Music nicht verstehet, wird eine Maul-Trummel oder höltzernes Gelächter so gern als das Lautenschlagen, und ein Bauern-Lied lieber als die schönste Motete singen hören. Sonsten ist es kein neuer Gebrauch siegreiche Kriegs-Helden mit Music und Gesang zu empfahen." See also Bohse 1706, 335–36: "Was die Music anbelanget, so ist eine solche eine schöne Übung, wenn man von Jugend auff dazu angeführet worden. Dennoch ist sie auch vor die, welche nicht Music ex professo seynd, nicht anders als ein Neben-Werck zu gebrauchen, und nicht allzuviel Zeit darauff zu verwenden, damit sie nicht was nöthiger ist, darüber versäumen." Salmen 1969, 23 (quoting Johann Kaspar Albertin's [1665–1742] remarks of 1712): "Gleichwie aber Unrecht thun diejenigen, welche auf dieser edlen Kunst gar Nichts haben, also sind hergegen auch zu bestraffen andere, die sich gar zu sehr darein verlieben, also dass sie derselben sich gänzlich ergeben, ihr mit Hintansetzung ihrer Arbeit und Berufsgeschäfte Tag und Nacht obliegen und oftermahl Zeit, Mühe und Geld darmit verschwenden. Insonderheit thun diesfahls sehr übel junge studierende Leute, welche zu anderen Künsten und Wüssenschaften bestimmt, allzu viel Zeit der Musik widmen; aus einem erlaubten und nutzlichen Nebenstudio ein Hauptstudium machen." Scharffenberg 1713, 15: "Die Music sonderlich die Viol de Gamb, Laute, Calzidon, Clavier, so man Gelegenheit hierzuhat, soll man etwas darinnen zu begreiffen nicht unterlassen, weil es recommandiret, doch nur als ein Neben-Werck."

21. Zimmermann 1906, 135. "Drittens hat die Violiene [sic] ausser dem ihnen von reellem entretien zu viele Zeit weggenommen. Den von 6 biss [sic] nach 8 Uhr ist der Musicien Weinholtz [Joh. Georg Weinholz, Hof- und Kammermusikus, war auch am Collegium Carolinum beschäftigt.] bei Ihnen. Dies ist bey dieser grossen sensualität viel zu lange. Sie denken binnen der Zeit gar nicht, und die Music macht darüber bey Ihnen gar zu viel Eindruck. Ich muss zwar dem Weinholz das Zeugniss geben, dass er sich wegen dieser avantage nicht praevaliret, wie es von einem solchen Menschen zu befürchten wäre, den ich habe a dessein oft lange in der Vorkammer gesessen und auf ihn acht gegeben, indessen er kan doch von nichts als Music und Musicanten sprechen. Zwey Stunden sind aber von dieser Materie für einen Printzen zu viel, und der Zeit Verlust in Ansehung des Mangels reellerer occupationen zu gross."

22. Gräbner 1711, 45. "Ob es gleich kein necessarium, so scheinet es doch sehr dienlich zu seyn, nicht allein darum, daß er in seinem schweren Amte sein geschwächtes Gemüthe durch ein geistlich Lied auff dem Clavier, oder andern Musicalischen Instrumente wieder erquicke [ . . . ]"

23. Esias Reussner, preface to Neue Lauten-Früchte (Leipzig, 1676). "Ein solch Exercitium kan, meines Erachtens, einige Ursach geben, sonderlich jungen Leuten, dadurch manche Zeit, welche sonst unnützlich zugebracht werden möchte, wol anzuwenden: Und vermag solche Ubung auch das Gemüth zu erfrischen, wan man von andern Studiis und Geschafften ermühdet."

24. Johann Kuhnau, preface to Neuer Clavier-Übung (Leipzig, 1689). "Als habe ich beÿkommende neüe Partien auffgesetzet, und solche Jedermann zu Liebe auff eignen Verlag zur Kupffer-Presse befördert, in gewister Hoffnung, so wohl die jenigen, so den von andern Studiis ermüdeten Geist an dem Claviere wiederum zu erfrischen suchen, als auch die, welche sich solches zur Profession erwehlet, nicht wenig damit zu vergnügen [ . . . ]"

25. Voigt 1742, 106–7. "Als ich 1712. in Herforden dasige Schule besuchte, und dem Herrn Cantor Fockeroden einige Stim[m]en abschreiben mußte, kam eine vornehme Frau zu diesem, und wolte sich Raths bey ihm erholen. Sie hätten nemlich einen Sohn, welcher Lust und Liebe zum Clavier-Spielen trüge; als wäre sie und ihr Herr gesonnen, seinem Organisten selbigen anzuvertrauen. Der Cantor machte hierauf allerhand Schwierigkeiten und nichts-würdige Einwürffe, und sagte: Er hätte einen Schüler, welcher ein gutes Clavier spielte, und von der Stunde nicht mehr als einen Marien-Groschen verlangte, der Organist hingegen von einer Stunde 2 haben wolte. Die Frau versetzte hierauf, daß es ihnen nicht darauf ankäme, wenn nur ihr Sohn was rechtschaffenes erlernte, daß er mit der Zeit die Orgel recht zu tractiren im Stande erfunden würde. Hierauf ertheilte der Cantor wiederum zur Antwort: Daß solches gar wohl geschehen könte, sie dürfften nur, wenn ihr Sohn so weit auf dem Clavier gekommen, daß er einen General-Baß und Choral zu spielen im Stande, dem Organisten ein Gratial geben, der ihm hernach dann und wann auf der Orgel zu spielen erlaubte, dadurch denn derselbe zu einer Perfection gelangen, und hertzhafft werden könte, u. u."

26. D-GOl: Chart. B 1251.

27. Friedrich III signed the title page of the book and seems to have copied much of the musical material within. Comparative samples of the young duke's handwriting are lacking, but the scribe of much of this music notebook was young and relatively inexperienced, and one struggles to imagine a situation in which this could have been anyone but Friedrich III himself. The obvious youth of the scribe undercuts claims in Fett 1951, 228, and Gaensler 1938 that the book belonged to Duke Friedrich II.

28. Folia 26v to 135v are blank.

29. One presumes that the professional scribe represented here was his teacher, perhaps the organist at the court in Gotha, Christian Friedrich Witt, who is known to have taught Friedrich. See Fett 1951, 228.

30. Lediard 1740, 86.

31. PL-GD: Ms. 854, 116–17.

32. PL-GD: Ms. 854, 5–6.

33. Gerber 1790–1792, 1:493.

34. Burkardt, Gantner-Schlee, Knieriem 2006, 209. "Von Herrn Walter kamen wir, eine Kommission abzulegen, zu Frau und Jungfer Hackin, woselbst die Siebenbürger Studenten insgemein zu logieren pflegen."

35. Talle 2008, 110–30.

36. Students had to be careful, as servants were known to steal expensive clothing. See PL-GN: Ms. 854, 7. "Ich logirte mich nebst meinem Hrn. Reise-Compagnion auff dem Nicolai-Kirchhoffe beÿ einer Wittib Conradin, eine etage hoch, ein, und gaben wir jährlich vor dreÿ Stuben 40 Rthl. Zinß. Weil ich aber im ersten halben Jahre in diesem Hause an WeißZeug bestohlen wurde, die Wirthin auch nicht in besten Ruffe war, resolvirten wir im andern halben Jahr dieses Logis zu verändern und mietheten uns in der Reichs-Straße im Eckhause am Goldthahn-Gäßchen, die Saltzmäste genanndt, beÿ Madame Büttdorffin dreÿ schöne große Stuben, dreÿ Treppen hoch, vorne heraus, wofür wir jährlich 50 Rthl. Zahlten."

37. Talle 2008, 111. Samuel Huwaert recorded a payment of five reichstaler and twelve groschen "Pro signo deposit. et matricula" in Leipzig on July 29, 1732. See also Döring 2009a, 601.

38. Pütter 1798, 1:61. "Von seinem academischen Aufenthalte zu Halle her erinnerte er sich, daß mancher Professor einen alten Studenten zu unterhaltung pflegte, der als Famulus, wie man ihn gewöhnlich nannte, dafür sorgen mußte, daß die Zuhörer beym Anfange der Collegien ihre Namen aufschrieben [!], und demnächst die Honorarien entrichteten."

39. Elwert 1799, 386–87. "Endlich 1751 bezog ich, fast ganz unbemittelt, die Universität Leipzig. Hier fand ich bei dem verewigten großen Hebenstreit, damaligen Dechanten der medizinischen Fakultät, die menschenfreundlichste Aufnahme. Dieser empfahl mich nach seinem allenthalben viel geltenden Ansehn nicht nur dem damaligen Rektor der Universität, Winkler, sondern auch dem jezt in Göttingen so berühmten Kästner und seinen sämmtlichen Amtsenossen, Plaz, Ludwig, Pohle, Quellmalz, Hundertmark, Bose und Janke, mit für mich so glüklichem Erfolge, daß sie mir nicht nur ihre Vorlesungen unentgeldlich erlaubten, sondern mir auch unvergeßliche Liebe und Achtung bezeugten . . ."

40. Pütter 1798, 1:48–49. "Schon der zahlreich besetzte Estorische Hörsaal, der leicht ein Paar hundert Plätze faßte, trug nicht wenig dazu bey, den Eifer sowohl des Lehrers als der Zuhörer anzufeuern [ . . . ] Ludewigs Zuhörer waren unser kaum zwanzig. Diese geringe Anzahl, die noch dazu selten vollständig erschien, mochte freylich mit dazu beytragen, daß dieser bejahrte und mit anderen Arbeiten überladene Mann keine große Freude daran hatte, vielen Fleiß auf seine Lehrvorträge zu wenden."

41. The price comes from Heinrich Zernecke's description of the courses he took at the University of Wittenberg. See PL-GN: Ms. 854, 28. "[ . . . ] über das Jus Civile und die Pandecten hielte ich nebst einem Dantziger Hrn. Jacob Groddeck, beÿ meinem Hrn. Hospite Krauss ein Collegium privatissimum practicum, für welches wir zusammen 100. Thaler zahlen musten."

42. Bahrdt 1790, 1:205–13.

43. PL-GN: Ms. 854, 7, 28.

44. Pütter 1798, 1:51. "Den größten Vortheil verschaffte mir das Relatorium, weil Schaumburg seinen Zuhörern, deren freylich wenige waren, lauter Original-Acten, wie sie an die Juristenfacultät oder an den Schöppenstuhl zu Jena eingesandt waren, mit nach Hause zu nehmen anvertraute. Wir lieferten sie dann mit unsern schriftlichen Relationen zurück, worüber er in den Lehrstunden seine Erinnerungen machte. Noch vortheilhafter würde es gewesen seyn, wenn er uns auch mündliche Vorträge aus den Acten hätte thun lassen."

45. Ibid., I: 24–31.

46. Ibid., I: 48–51.

47. Elwert 1799, 386–87.

48. Talle 2008, 88–89.

49. PL-GN: Ms. 854, 113. "Beÿ dieser Gelegenheit besahen wir das am Wall gelegene Theatrum Anatomicum, welches außer einigen Sceletis und præparatis anatomicis nicht viel sonderliches enthält. Merckwürdig war ein in Spiritu conservirtes Kind, Hexus masculini, welches kein cranium, keine Augen, ein menschliches und ein monstreuses Ohr von einer Katze hatte, und dennoch dreÿ Tage nach der Geburt gelebet."

50. Wustmann 1889–1895, 1:296.

51. Bahrdt 1790, 1:125. "Nie aber konte ich mich zur Stätigkeit und kontinuirendem Fleiße bringen. Ich fing tausenderlei an, bald in Absicht auf Lektüre, bald in Absicht auf eigne Uebung im Niederschreiben meiner Gedanken. Aber ich sezte nichts fort. Wenn ein neues halbes Jahr began, that ich die heiligsten Gelübde, und nahm mir fest vor, im kommenden halben Jahre recht arbeitsam und standhaft zu seyn. Ich wählte mir eine Menge Collegia. Ich machte mir eine Stundentabelle, wo jede Stunde des Tages von früh bis auf den Abend ihr festes Pensum hatte. Ich bat Gott in meinem Morgen und Abendsegen, daß er mir Beharrlichkeit verleihen wolle. Ich fing mit dem redlichsten Eifer mein halbes Jahr an, versäumte keine Stunde, studirte bis auf den Abend, freute mich beim Schlafengehen über mich selbst. Aber das dauerte nur etwa einige Wochen. Dann nahm die Hizze ab. Dann traten kleine Hindernisse ein, die mich einige Collegia zu versäumen nöthigten. Dann verzieh ich mirs, einmal einen Nachmittag und Abend in einer frölichen Geselschaft zuzubringen. Dann wolte am nächsten Morgen, wenn ich den Tag vorher ein wenig geschwärmt hatte, die Arbeit nicht schmekken. Dann vermehrten sich die Versäumnisse. Und ehe vier Wochen ins Land waren, sahe ich meinen Plan durchlöchert, meine Stundentabelle zerrüttet, meinen Eifer erkaltet und—das halbe Jahr ward vollends verleppert, wie alle die vorigen—aber immer mit dem Vorsaz, nun das folgende gewiß—besser anzuwenden."

52. Quistorp 1743, 521. "Ich stand in den niederträchtigen Gedanken, ein Caffeehaus sey nichts anders, als ein öffentliches Gasthaus, da ein jeder hinliefe, der nur vier Groschen übrig hatte, und sich einige Schalen schwarzes Wasser geben ließe, um eine Stunde müßig hinzubringen, oder auch seinen wüsten Kopf nach einem Rausche wieder aufzuräumen, und so zu reden, den Astharoth durch den Beelzebub zu vertreiben."

53. Pütter 1798, 1:25. "Ich errinnere mich mehr als einmal in Gesellschaften gewesen zu seyn, wo ausser mir alle übrige, zum Theil bis zur höchsten Stuffe, vom Weine berauscht waren. Alle meine Bekannte rauchten Toback, einmal in einem kleinern Zimmer absichtlich so, daß das Licht vor Dampf ausgieng . . ."

54. Quistorp 1743, 543. "Haben sie in ihrem ganzen Capitel von den Figuren, auch wohl einen einzigen Fluch angebracht, dessen sich ein rechtschaffener Lombre, oder Pharao-spieler bedienen könnte, wenn ihm das Spiel unglücklich geht? Und doch wollen Sie daselbst von der Sprache der Affecten gehandelt haben! Gleichwohl soll ihre Redekunst ausführlich seyn!"

55. Simons 2001, 316. "So bald ich aber aus meines Vetters Hause, durch einen Zwift gekommen, wendete sich meine gantze Conduite. Ich hatte mich biß dahero in Kleidern schlechte getragen, auch sonst keine grossen Depensen gemacht, so bald ich aber in ein ander Zimmer kame, fieng ich an, mich anders aufzuführen. Ich kleidete mich Politer, als mein Studium es erforderte, gienge auf den Dantz-Boden, und excercirte die Music, hielte starck Compagnien mit meinen Lands-Leuten, und war immer lustig. Dabey nun, schlieche sich auch die Liebe wiederum ein. Mein Hauß-Wirth hatte eine Tochter, von artiger Gestalt, und sonst galantem Wesen, und weil sie nicht nöthig hatte, sich im Hause viel anzunehmen, hatte sie Zeit genug, sich auf Galanterien zu legen. Sie spielte eine schöne Harpffe, redete Französisch, dantzte wohl, hatte auch sonst durch Lesung verschiedene Romainen, eine so artige Conversation erworben, daß es eine Lust war, mit ihr umzugehen."

56. Klose 1849, 100–101.

57. Müller 2007, 116.

58. Bahrdt 1790, 1:67–69. "Unbekant mit allem, was man Laster nennt, und gänzlich unerfahren in dem, was Gefahr und Versuchung zum Bösen heißt, wandelte er in der Unschuld seines Herzens drei Monate dahin, ohne daß ein schlechter Gedanke seine Seele entheiligte. Eines Tages wird er zu einem Magisterschmause eingeladen, wo einige, bei denen die alzustrenge Tugend, statt Ehrfurcht, Lüsternheit sie zu beflekken erregt hatte, einen Anschlag auf ihn machten. 'Du, sagte der eine, laß uns heute dem zümpferlichen Jäger eins auf den Pels trinken.' Sie wurden einig, und der arme Jäger erlag. | Nicht trunken, aber doch mit einer ungewohnten Portion beladen, und so aufgeräumt, daß er allenfals Muth gehabt haben würde, ohne Zittern einen bloßen Degen zu sehen,—kam er des Abends spat [sic] nach Hause, fand niemand mehr auf, als unsere alte Magd, eine Person von vierzig Jahren, und häßlich, wie die Nacht. Diese geleitet ihn nach seinem Zimmer, sieht seine ausserordentliche Jovialität, erbietet sich, ihm noch eine Tasse Thee zu machen, kommt darüber mit ihm ins Gespräch, und—der arme unglükliche Mann—vergißt sich. | Noch steht mir eine Thräne im Auge, wenn ich an diesen schrecklichen Fall gedenke [ . . . ] | In einem Abende, wo alles, was von seinen freien Vorstellungen unabhängig war, die List der Neider seiner Tugend, die Macht des Getränks und seine Tugend selbst, ich meine seine Unerfahrenheit und Unkunde der Gefahr—sich wider ihn vereinigt hatte—mußte seine Unschuld gestürzt, sein Glük zerstört, und ein Mann, der so unendlich viel Nuzen in der Welt stiften konte, vernichtet werden. | Der arme Jäger hatte früh seine Vokation erhalten, und Freudenthränen vor Gott und seinem Wolthäter geweint, und am Abend meldet ihm dies scheusliche Weibesbild, an die er gar nicht mehr gedacht hatte, ihre Schwangerschaft.—Todesangst überfällt ihn, er sagt seine Stelle auf, verläßt Leipzig, begiebt sich nach _____, und—stirbt ein Jahr darauf vor Harm und Kummer."

59. Wustmann 1889–1895, 1:440.

60. Müller 2007, 214. "Wie ich noch nicht lange zu Leipzig gewesen, und ohngefehr gegen 8 Uhr Abends nach einen guten Freunde, der am Marckte wohnte, gehen wolte, begegnete mir in der Reichsstraße eine bejahrte wolgekleidete und, dem äußerlichen Ansehen nach, ehrbare Frau. Im vorbeigehen stieß sie mich ziemlich mercklich am Arm. Ich wunderte mich darüber, und sahe dieser Unhöfligen nach. Sie stunde auch stille, kam zurück und sagte: wenn ich etwa Gefallen hätte recht was frisches zu haben, könte sie mir eine zuweisen. Sie beschrieb mir dieselbe nach ihrer Jugend, nach ihrer vorzüglichen Schönheit von Haupt zu Fuß, und vergaß nicht dasjenige, was sie das hauptsächlichste zu seyn glaubte."

61. Salmen 1969, 23. "Mancher liebt das Frauenzimmer, | Mancher preist das Dörfergehn, | Mancher ehrt des Goldes Schimmer, | Mancher bleibt beim Baccho stehn. | Ich erwähl der Laute Klingen,| Violinen, Baß und Flöt,' | Und dabei ein fröhlich Singen | Ist was über Alles geht."

62. Weiße 1807, 123–124. "Süßerthönendes Klavier, | Welche Freuden schafst du mir! | In der Einsamkeit gebricht | Mir es an Ergözen nicht; | Du bist, was ich selber will, | Bald Erweckung und bald Spiel. || Bin ich froh, so tönet mir | Ein scherzhaftes Lied von dir; | Fühl ich Wehmuth oder Pein, | Klagend stimmst du mit mir ein. | Heb' ich fromme Lieder an, | Wie begeisterst du mich dann! || Niemals öfne meine Brust | Sich der Lockung falscher Lust! | Meine Freuden müssen rein, | So wie deine Saiten seyn, | Und mein ganzes Leben nie | Ohne süsse Harmonie!"

63. My thanks to Michael Maul for calling this source to my attention. Staatsarchiv Altenburg, Familienarchiv Seckendorf, Nr. 1113, f. 220–21 (January 6, 1753). "Seit kurzem hat er sich auch einen Lehrmeister auf dem Clavier angenommen, der wöchentlich ein paar Stunden zu ihm kömmt. Nun sagt er zwar, daß er solches Monath Geld, von seinem Wochengelde ersparen will. Allein da es beym Parrückier nicht geschehen ist: so besorge ich sehr, es werde hier auch nicht geschehen können. Zumal, da er für das geborgte Clavier auch etwas geben muß. Soviel ist zwar gewiß, daß er ein gutes Naturell zur Musik hat, und schon in Altenburg den Grund dazu geleget hat. Wenn man ihn auch durch solche Beschäfftigung in den Nebenstunden zu Hause halten könnte, so wäre das Geld nicht übel angelegt. Und eben das ist auch meine Absicht mit der Poesie und Oratorie gewesen; weil solche angenehme Studien die jungen Leute zum Ausarbeiten und Nachlesen, folglich zum Stillsitzen und zu Hause bleiben antreiben: . . ."

64. Talle 2008, 115–20.

65. Toerring-Jettenbach-Archiv, Nr. C 112 [Notes on expenses made by Count "August de Terring" in 1746–48 as a university student in Strasbourg]: "Maitre de Musique. Il est venu la premiere fois le 1re Novemb. 1746. On lui donne 12. [livres] par mois. le 1re juin il ne vient que 2. fois par semaine a cause du droit public moyenant quoi on lui donne des billet."

66. Schuchardt wanted to take four hours per week (apparently the norm) but his teacher told him "daß er nicht wohl mehr als 2 Stunden nützen könnte." See D-LEu: Rep. VI 25d, 45.

67. D-LEu: Rep. VI 25d, 316, 351.

68. D-LEu: Rep. VI 25d, 34, 99, 311, 416.

69. Gottsched 1725–1726, 26 (January 4, 1725). "Mein Bruder nöthigte sie [Windreich und Prahllieb] Platz zu nehmen, und nachdem er seine Verwunderung übe ihre unvermutheten Zuspruch zu verstehen gegeben, suchten sie ihn zu bereden, daß er sie beyderseits in eine musicalische Gesellschafft begleiten möchte, welche, wie Herr Windreich sagte, die guten Leute Herr Streu-Gut und Herr Achtloß angestellet hätten, um die Jungfern Hyacinthe und Amianthe von ihrer Hochachtung zu überzeugen; indem auf dem heutigen Tag der einen Geburths- und der andern Nahmens-Fest einfalle."

70. Hintzsche 1971, 24. "Zum Ende gehöret das Frauenzimmer. Es ist hier meist weiß und angenehm, und steht ihnen ihre Kleidungsart sehr wohl. Zu Stuttgart aber haben sie an Schönheit den Preiß. Sie sind eben nicht zu spröde, sind leicht zu sehen, nehmen auch Musique und Collation ohne Weigerung an."

71. Frank 1715a, 220. "Der Wein war ziemlich delicat, und das Brod auch nicht uneben, doch als ich mich in der Stube ein wenig umsahe, und eines Clave-Cymble gewahr wurde, ließ ich den Wein stehen bat um Erlaubniß, und gieng nach diesen Musicalischen Instrument zu. Ich wuste der englischen Susanne ihr Leib-Menuet, und weil ich ein wenig spielen konte, leyherte ich solches her. Als ich aber dieses zu End gebracht, sahe ich auf der Seite ein Tabulatur-Buch liegen, worinnen viele Cantaten und Arien anzutreffen waren. Ich blätterte sie dahero ein wenig durch, und fand ihrer viele die mir bekant waren, absonderlich kam mir diese unter die Hand, welche ich also fort spielete, und zugleich darein sang: Hast du Schönste denn verschwohren | Daß du mich nicht lieben wilt? | Ist dein Hertz in dir erfroh[r]en | Oder nur mit haß erfüllt? | Hast du Schönste denn beschlossen, | All mein Glück zu Grund zu stossen? | Muß ich denn so herber Pein | Jetzo unterworffen seyn?" See also Gressel 1709, 29.

72. Selamintes 1713, 150–52. "Ich bin einer so hohen Gnade viel zu unwürdig, wolte Amalia antworten, als Daferno ankahm, und sie sowohl als den Hertzog verpflichtete, den Discours zu verändern. Was empfande sie aber für Bewegungen in ihrer Seelen, als sie ein Person herankommen sahe, die ihr so werth war. Wie fieng ihr das Hertz anzuklopffen, da dieser Cavalier ihr die Hände küssete, dem sie von der ersten Erblickung ihr Hertze gewidmet? Und was machete es ihr nicht für Verdruß, daß sie in Gegenwart des Hertzoges ihre Neigung verstellen muste? [ . . . ] Amalia hatte alle Mühe vonnöthen, die Verwirrung zu bergen, worein sie sich durch des Daferno Gegenwart gesetzet sahe, und konte sie mit genauer Noth für dessen erwiesenes Beyleid, und für die Güte, dass er durch seine angenehme Music ihr die langweilige Stunden zu kürtzen gesonnen ihn ihrer Erkenntlichkeit versichern. Dieser aber muste seinen Platz bey dem Clavier nehmen, und das Verlangen seiner Zuhörer zu befriedigen suchen. Er phantasirte eine Weile, und erwieß durch seine angenehme Einfälle, daß er für keinen Schüler auff diesem Instrumente zu halten. Nachgehends vereinbahrte er seine bezaubernde Stimme mit den wohlklingenden Seyten, und setzete insonderheit durch folgende Arie, so er mit einer sehr anmuthigen Art herauß brachte, die auffmercksame Amalia in eine entzückte Verwunderung [ . . . ] Die reine und überaus rare Stimme, die anzügliche Manieren, und die bewegliche Gebehrden, so Daferno hören und sehen ließ, rühreten dieses artige Fräulein in dem Innersten deß Hertzens, und sie verlohr vollends alles, was sie noch von ihrer Freyheit übrig hatte. Die Sehnsucht ihre Neigung mit der Seinigen zu vertauschen, trieb ihr einige verstohlene Seufftzer ab, wodurch sich die empfindliche Brust einiger Massen zu erleichtern vermeinte, und iemehr Daferno fortfuhr, ihre Ohren zu vergnügen, desto grösseren Eintrag that er unwissend seinem Herrn, dem die entzündete Amalia alle Hoffnung bey sich selbst absprach, nachdem sie ihre Passion dem beliebten Daferno gewidmet."

73. Klose 1849, 41. "Ich lebte, nach diesen, da ich auch im Convictorio einen Freytisch erhalten hatte, ziemlich zufrieden, und bediente mich der dasigen Freiheit, die, außer ihrem Mißbrauch, gewiß was schönes ist, zu meinem Vergnügen auf vielerley Art. Sonderlich war ich gerne, wo meine guten Freunde Collegia musica hielten, als woselbst es allemal ziemlich ehrbar zugieng, und das unmenschliche Saufen, welches mir jederzeit ein Greuel gewesen, keinen Platz fand."

74. Jung 2007, 122–23.

75. Dok III, Nr. 902. See also Fedorowskaja 1990, 27.

76. Dok II, Nr. 387.

77. Voigt 1742, 110. "In der Kirchen werden nicht allemahl solche schwere Sachen, wie bey einem Collegio Musiko aufgeführet, welches die Pursche [ . . . ] gar wohl wissen. Dann in einem Collegio Musico (in Fall sich einer hören lassen will) nimmt man gemeiniglich die schwersten Stücke . . ."

78. Hunold 1717–1722, 331–32. "Ihr habt den Sachen recht gethan. | (Es lässt sich ein Viol da gambist hören.) | Giebt eine Viola da gamba sich an? | Laß sehn / was diese kan | (Das Præmbolum wird gemacht / da bey | bequemen Tacten der Sänger mit einfällt.) | O welche Lieblichkeit! | Die mich bezaubert oder doch erfreut. | Wie sanffte geht der Strich! | Wie artig der Accord! | Ach die Passage noch einmahl | (Hier muß das Præludium aus seyn) | So recht / so geht der Nebel meiner Quaal, | Durch diese Harmonie | Nach Wunsche fort. | Mein Freund, ich bitte dich, | Mach eine völlige Partie. | Nun, wie wird sich | Die Alemande hören lassen? | (Die Alemande wird gestrichen.) | Netto! | Und die Courante wird nicht schlimm dargegen passen. | Laß hören, wie sie geht. | (Courant) | Wie schön! | Die Sarabande wird mit ihrer Qualität | Auch unvergleichlich gehn (Sarabande.) | Ja ja, so muß die Unmuht ruhn. | So läst der kummer sich versüssen. | Laß nun, Die lustige Chique beschliessen. | (Chique.) | Sa sa! | Rein Uberdruß ist weiter da | Die Grillen streichen hinterwärts. | Ich fühle daß mein Hertz | Auf die Melancholey | In aller Vergnugung berubiget sey."

79. Voigt 1742, 42–44 and 75.

80. Frank 1715b, 56. "Er ergriff hierauf sein Clavier, phantasirte mit unterschiedlichen Griffen darauf, endlich fiel ihm diese der Liebe nach- der Einsamkeit vortheilhafftige Arie ein [ . . . ]."

81. D-Gs: Cod.Uffenbach.25, I: 68–70 (November 17, 1712). "Die repetenten aber haben das recht so lang zu tischien als sie wollen, deßwegen wir sizen blieben und die music, so alle Sontag und Donnerstag, als Dies solennes bratibiles gehalten werde, zu höreten, es stehet zu dem Ende eine Orgel und ein großer schranck mit instrumenten und musicalien in dem Speiß Saal, es war aber ein armes Gespiel, in sonderheit von den violinisten, ehe die music anfingen sang man ein Dancklied, wozu etliche Stipendiaten die Orgel schlug, und auf Zincken bließen, währender Zeit wurde des truncks an unserem Tisch nicht vergeßen, den[n] ob es wohl geistlich alhier zu gehen solte, so kombt doch selten einen gast ohne dichten rausch aus dießem Stipendio, welches ich den[n] auch erfahren müßen, wie wir abgespeiset hatten, führete mich Hr. Faber auf sein Logiment, welches eine ganz unvergleichliche aus sicht und ein lustig gelegenes mundes cabinet hatte, darinnen wir uns sezeten, und ein trinck fortfahren musten, er ließe dazu, den componisten und clavirspiehler Hr. ___________ ruffen der uns eines auf dem clavicordio da zu machte denen ich aber wegen des Klangs der gläßer wenig hören können, er wolte seine fertigkeit im componiren sehen laßen, und sagte deßwegen, man solte ihm eine geistlich lied geben, welches man wolte, er wolte es erstlich viele mahl variirt spielen, den[n] in einen minuet, den[n] in eine Gique, den[n] in eine Sarabante, und in was wo es verlangte verwandeln, biß man doch noch allzeit sähen könte daß es deselbe lied wäre, welches er den[n] auch bewerckstelligte, als wir ihm das bekante lied: freu dich sehr o meine Seele gaben, nachdem wir nun lang genug aus eher verißen laßen, nahmen wir den Abschied und besuchten abends noch Hr. Gemehle bey welchem ich mit seiner lauten music und caffee tractirt wurde."

82. Pütter 1798, 1:14–18.

83. Ibid., 1:24–31.

84. Ibid. 1798, 1:19–20. "Unter andern war hier, wie an mehreren kleinen Höfen nicht ungewöhnlich ist, eine solche Einrichtung mit den Bedienten, daß die meisten zugleich musicalisch waren. Der Graf selbst spielte das Violoncell, und widmete meist täglich eine Stunde einem kleinen Concerte, das er kurz vor der Tafel zu halten pflegte.—Einen kleinen Anfang hatte ich schon zu Hause auf dem Claviere gemacht. Hier bekam ich zur Fortsetzung täglich Vormittags eine Stunde bey einem der musicalischen gräflichen Bedienten. Dadurch gewann ich nach und nach einigen Geschmack an der Tonkunst, wozu ich von Natur sonst wenig Anlage hatte. Auch meiner Gesundheit war diese tägliche Besteigung des Schloßberges ungemein zuträglich. Bisweilen behielt mich der Herr Graf bey seinem Concerte, und wies mir das Aemtchen an, ihm die Notenblätter, wo es nöthig war, umzuwenden."

85. Ibid., 1:88–89. "Auch wandte ich meist täglich eine Stunde zur Musik an, worin ich einen vortrefflichen Violinspieler (e) [(e) Ursini, einen gebohrnen Ungarn] zum Lehrmeister hatte. Alle Sonnabend Nachmittag gab Estor in seinem Besuchzimmer ein Concert, wo ich die Bratsche spielte, und dadurch immer größern Geschmack an Musik gewann. Der Flöte, worauf ich zu Halle Unterricht gehabt hatte, zog ich jetzt die Violine vor, weil mehr Bewegung, und für die Brust keine Gefahr dabey war."

86. Ibid., 1:190–91. "Das Vergnügen, das ich an der Musik fand, war eine meiner angenehmsten Zerstreuungen. Da man mich manchmal beym Claviere oder auf der Violine oder Flöte spielend antraf, blieb meine Neigung zur Musik nicht lange unbekannt, und brachte mich bald mit anderen von gleicher Gesinnung in nähere Verhältnisse. Darunter war vorzüglich mein Freund und Tischgenosse, Schuback von Hamburg, der in seinem eignen Zimmer wöchentlich ein kleines Privatconcert hielt. Auf dessen Einladung nahm ich bald Theil daran; ließ mich auch bereden, eben das Concert hernach in meinem Hause fortzuführen, bis endlich ein allgemeineres Concert daraus wurde, das hernach in einem öffentlichen Hause oder sonst dazu gemietheten Zimmern gehalten wurde, und seitdem seinen Fortgang, aber auch manche Verbesserung und größere Aufnahme erhalten hat. | Für meine Person fuhr ich doch fort meist täglich eine Stunde der Musik zu widmen. Auch darin war zwischen Achenwall und mir eine gute Harmonie, da er den Generalbaß auf dem Claviere spielte. Oder ich pflegte auch wohl mit Zuziehung eines andern Kunstverständigen auf der Violine in einem Duette oder Solo mich zu üben. Um ein Trio spielen zu können, nahm ich in der Folge noch jemand zum Violoncell dazu;—nachher zum Quadro oder zu Synfonien noch eine Bratsche; endlich noch ein Paar Flöten oder Hautbois. So entstand zuletzt wieder ein eignes Privatconcert in meinem Hause, wie ich es seitdem beständig fortgeführt habe. Seit vielen Jahren ist jedoch die dazu nur alle Montag gewidmete Nachmittagsstunde auch die einzige, da ich die Violine in die Hände bekomme. Auch erstreckt sich meine ganze Kunst nicht weiter, als nothdürftig eine Synfonie zu spielen, die mir aber dann desto größeres Vergnügen macht, und zur angenehmsten Erheiterung dient.—Mein oben genannter Freund Schuback hatte von Telemann zu Hamburg selbst die Composition gelernt, und hielt einer kleinen vertraulichen Gesellschaft, worunter auch ich war, ein förmliches Collegium darüber, das mir die Musik noch schätzbarer machte, da ich einige Einsicht in der Theorie derselben erlangte."

87. Joseph Martin Kraus, a law student and composer in Göttingen, recorded these observations in 1777. See Loos 1987, 81–82. "Die erste Sinfonie bracht ich in ein Privatkonzert, das alle Montag und Donnerstag bei dem Professor Pütter ist. Pütter selbst dirigirt. Holla—mit dem Bogen geklopft! Angefangen! Keine 20 Takte, so ward schon in Forma umgeschmissen. Nun jagte die Violine dem Bass, der Bass der Altviol, die Altviol der Sekund nach—die Hoboen quakten auch ein wenig mit darunter und die Horn hielten sehr weislich gar das Maul. So giengs! Was nun das Herrlichste dabei war, war diess: dass sich die Herrn noch einbildeten, sie hättens wunderschön gemacht! Nun giengs an die zweite Sinfonie. Frisch in die Hände gespukt. Ach meine arme Sinfonie! Ward die erste geradbrecht, so ward die lezte ohne alle Gnade lebendig verbrennt, und das von Rechtswegen."

88. Hessisches Staatsarchiv Marburg: 90a Nr. 226, f. 16. "So eben wird mir gemeldet, daß der Herr Geheimden Rath Fischer dieser Morgen gegen halb Sieben, nach denen er sich einige Tage zuvor über einen anhaltenden Catharr beklaget, plötzlichen, und zwar fast in dem Augenblick, da er etwas Medicin zu sich nehmen wollen, Todtes verblichen seÿe."

89. Hessisches Staatsarchiv Marburg: 90a Nr. 226, f. 62–63. "Noch ein anderer Commod von Eichen Holtz, ebenfalß mit Auszügen, mit einem darauf stehenden Clavier, und daran stehender Bücher-Stellage."

90. "[ . . . ] ein Original und Muster eines thätigen Geschäftsmannes." See Gerber 1812–1814, 4:796.

91. For the birth and death dates of Fischer and also Fructuosus Röder, I would like to thank Edgar Kutzner, archivist at the Bischöfliches Generalvikariat Fulda.

92. Peter 2005, 45–55.

93. Henkel 1882, 11: "Bezüglich der Musik war Fischer namentlich auch in der Theorie sehr praktisch erfahren und machte sich ein Vergnügen daraus, Andere zu unterweisen. Er besass eine für damalige Zeit belangreiche und ausgesuchte musikalische Bibliothek, welche er in 109 Bänden noch bei Lebzeiten der Fuldaer Bibliothek schenkte." E. L. Gerber suggested that Fischer's library consisted of 80 volumes of musical, theoretical, and practical content: "Seine ausgezeichnete Bibliothek, welche er noch bey Lebzeiten der allgemeinen dasigen Bibliothek schenkte, enthielt nur allein im musikalisch- theoretisch- und praktischen Fache 80 Bände." See Gerber 1812–1814, 4:796.

94. "Nachrichten von der ordentlichen Bibliothek zu Fulda, welche ich, Peter Böhm, derselben erster Bibliothekar, aus meinen Tagebüchern zusammengetragen habe. 1811." The text appears in Theele 1928.

95. Fischer's books on music are identifiable by his signature on title pages and by identical, light brown bindings.

96. Gerber 1812–1814, 4:796: "[ . . . ] daß er darin kein Fremdling geblieben war, beweisen seine beygeschriebenen Noten voll gründlicher und scharfsinniger Beurtheilungen."

97. K.W.F. 21/63. "NB. Von diesem Tractat schreibt Mattheson an einem Ort, daß Noten-pulver darinnen enthalten, womit man Ratten und Maüße vergeben künte."

98. K.W.F. 21/79. "NB. gegen dieses Compendium hat Friedrich Wilhelm Marpurg eine Widerlegung mit Bemerckungen geschrieben in 4. Berlin 1760."

99. K.W.F. 21/71. "Jedoch ist hierbeÿ zu mercken, daß was der Auctor ehedem in seinem Critischen Musico gelehret, er in diesem Handbuch mehristen Theils wiederhohlet, zu gleich aber auch verbessert hat. Wer also dieses gegenwertige Handbuch hat, kann das Critischen Musici an der Spree wohl entbehren."

100. K.W.F. 14/85. "N.B. diese Stimmung ist nie auf einem Clavire practicabel."

101. The Clavier-Übung I print bears an early call number ("N. 3"), which accords with two more in Fulda: the Musical Offering ("N. 5") and the first volume of Nichelmann Sonatas ("Nro. 25"). If the music was organized alphabetically by composer, as is implied by the fact that Fischer underlined the "N" in Nichelmann's name, he presumably owned about fifty music prints, given that "N" (for Nichelmann) is only halfway through the alphabet.

102. Nothing is known of Hazarinus Greser's biography.

103. Fischer's print of Bach's Clavier-Übung I was described in the auction catalog of the estate of Werner Wolffheim in 1928 but subsequently disappeared. It reappeared and was sold by Sotheby's to the Pierpont Morgan Library in New York City on May 25, 2000, where it is now in the Mary Flagler Cary Music Collection (call number 1360). Sotheby's 2001, 12–13 (item 6). Fischer's print of Bach's Clavier-Übung II was formerly in Fulda's Hochschul- und Landesbibliothek. There was apparently a reference to Fischer and/or Fructuosus Röder on the title page of Fischer's print of the Italian Concerto and French Ouverture as well. See Emery and Wolff 1977, 29–30.

104. Theophilo R_der attended the Infirma in Fulda in 1757–1758, the Secunda in 1758–1759, and the Syntaxklasse in 1759–1760, distinguishing himself in formal examinations in philosophy, mathematics, physics, and theology. See Leinweber 1991, 324 and Henkel 1882, 8.

105. See Henkel 1882, 7–8, and Gerber 1812–1814, 4:820.

106. Dok II, 546. Pauli received eighty Gulden (= fifty-three reichstaler, eight groschen) in 1756 and 4,800 Gulden (= 200 reichstaler per year) from 1757 to 1766. See Hessisches Staatsarchiv Marburg. 90a Nr. 226 (Bl. 5v–10v). For more on his biography see Henkel 1882, 16, and Rehm 1997, 11.

107. The beginning of Pauli's journey is undocumented but he returned to Fulda shortly before June 25, 1748, as revealed by a letter Pauli wrote to Padre Martini on that date, advising Martini of his safe return. See I-Bc: H. 86–94.

108. Dok II, Nr. 597a and Nr. 597b.

109. The two works in question are presumably the Sonate d'intavolatura per l'organo e 'l cembalo published in Amsterdam in 1742 and the Sonate per l'organo e il cembalo published in Bologna in 1747. The identification of these two collections is made possible by Pauli's next letter, dated August 20, 1748, in which he informs Martini that he need not send the Sonatas because he can get them directly from Amsterdam. See I-Bc: H. 86–95.

110. He referred specifically to the views of Andrea Basili.

111. Serauky 1935–1943, 2.2:30, 85–86.

112. Thereafter the paper was cut down, presumably for rebinding, and the words Laus Deo are slightly cut off in two of three cases. At some point the date on the title page (1731) was erased, and a number of mostly illegible annotations on the publication history of Opus 1 were added in pencil, probably in the early twentieth century.


Back to top Chapter 8. A Blacksmith's Son

1. Stralsund, Ratsarchiv: Hs. 367–369. The first two volumes have been edited and published as Müller 2007 and Müller 2013 by Katrin Löffler, with the help of Nadine Sobirai.

2. Müller 2007, 41–42. "Ich hatte voll 8 Tage Abschied zu nehmen bei denen Herren Scholarchen, des Ministerii, des Raths, einiger aus der Kaufmannschaft, bei denen Gönnern, Freunden und Bekannten meines Vaters, so daß ich an den letzten Dienstage, nemlich d. 22. Sept. Nachmittags erst um 3 Uhr mit meinen Ältern, die auf mich gewartet, das Mittag eßen konte. Um 4 Uhr kam der Perruquenmacher mit 2 neuen Perruquen, und schnitte meine Haare ab, die ich bis dahin mit so vieler Sorgfalt gewartet hatte. Mein Oncle kam meinem Abschiede beizuwohnen; und meine Tante war seit etl. Wochen mit ihren beiden Töchtern, die nebst meinen Schwestern meine Wäsche besorget hatten, bei uns. Von meinem gesamleten Gelde, theilte ich derselben und ihren Töchtern mit heimlicher Bewilligung meines Vaters etl. Species Thaler zum Angedencken mit, nam das übrige und überlieferte es meinem Vater wieder als etwas daß ich von seiner Liebe erhalten, und nunmehro bei einem größeren Aufwande, den er meinetwegen vorgenommen hatte, ihm nach meiner Meinung gebürte. | Mein Vater ging herauß, nicht lange hernach sagte daß Mädgen an daß ein Frembder mich zu sprechen verlange. Ich wurde nach einem hintern Zimmer hingewiesen, wo ich meinen Vater und meine Mutter antraf. Mein Vater redete mich ohngefehr folgendermaßen an: 'Mein Sohn, die Stunde des Abschieds eilet herbei, und ich habe dich gerne alleine mit deiner Mutter vorhero sprechen wollen. Ich habe, da du nimmer in der letzten Zeit geruhig zu Hause gewesen bist, solches nicht nach Wunsch thun können, und dir daher meine gut gemeinte Erinnerung, und die Forderungen Gottes, worauf du von Jugend auf verwiesen bist, schriftlich an deinen Coffre Deckel gesteckt. Thue das, so wirstu Gott und Menschen gefallen, und dein wahres Beste befordern. Ich schicke dich bei so jungen Jahren in der Welt hinein, die Verführung ist groß, hüte dich daß du in keiner Sünde willigest und thust wieder Gottes Geboth. Hüte dich, daß du mir kein verletzt Gewißen wieder zurück bringest. Lerne was rechtschaffenes, weswegen ich nichts spare, damit ich meinen sauren Schweiß nicht vergeblich möge angewendet haben, und du dereinsten deine Nachläßigkeit bereuen dürfest. Von dem Gelde, was du ersparet, und mir wiedergeben wollen, habe ich die Schaustücke ausgewechselt, und dir die gantze Summa, als was übriges bei dem anderen Gelde in deinen Coffre geleget. Sei unbekümmert, ich bin zwar alt, und du köntest mich, deine Mutter, ja auch deine Geschwister, die du alle lieb hast verlieren, aber Gott kan uns auch erhalten, und er wird uns, wenn es ihm gefället, dich einmal mit Freuden wiedersehen laßen.' Hierauf umarmte und küßte er mich, seine Augen verriethen die Zärtlichkeit seines Hertzens, da sie übergingen, welche Weichmütigk. er sonsten nicht leichtl. mercken ließ. 'Ich muß wieder zu der Gesellschaft kehren,' sagte er, 'Gottes Gnade sei mit dir.' Hierauf umarmte mich die zärtlichste Mutter. Ihre Trähnen hinderten den Ausbruch ihrer Worte. Endlich brach sie aus: 'Nun mein Sohn, dein Vater hat dir alles gesagt, und ich finde nichts hinzuzusetzen. Meine Wehmuth hindert mich ohnedem daran. O Gott! Wie schwer komt es einer Mutter an, ihr Kind unerfahren so weit in der Welt hinein reisen zu sehen! o mein allerliebster Sohn, vergiß nicht Gott, nicht dein Gewißen, nicht die Liebe deiner Ältern. Ach, daß wir dich mit freuden wiedersehen solten! Gott wird mein Gebeth erhören.' Hir kam der Wagen-Meister, und erinnerte daß es bald Zeit sei; daher sagte sie: 'reise wol, Gottes Engel geleite dich,' und die Wehmuth hinderte abermals den Ausbruch des Hertzens. Meine Geschwister, die Theils noch klein waren stimmten durch ihre gute Wünsche bei, und weinten. Hirauf hatte ich Abschied zu nehmen von meinen gegenwärtigen Freunden, und ihre gute Wünsche anzuhören; da aber der Litzen Bruder kam, und abermals anforderte, muste ich eilen. Ich war bis dahin blöde und furchtsam gewesen, aber nun ermannte ich mich, ich nam von allen Leuten des Hauses überhaupt Abschied, und eilte unter Begleitung meines Vaters und meines Oncles nach der Post. Mein Vater hatte meiner ersten und alten Aufseherin eine Eck Bude frei zur Wohnung eingegeben, diese wartete schon an der Ecke unsers Hauses auf mich mit weinenden Augen, ich konte ihre Wünsche und Geschrei eine gantze Gaße lang hinter mir her hören."

3. Ibid., 48. "Das artige Sächsische Frauenzimmer, die Leipziger galanten Herren, mit allerlei andern Ausländern, Ungarn, Siebenbürgern, Jüden, Türken, Griechen, Araber, Armenier, Chineser, Persianer, Mohren, Rußen, Holländer, Engelländer p. p. in ihren unterschiedenen, seltenen und zum Theil seidenen, bunten langen, auch geblühmten Kleidern, wobei der Bund, und die Dolche in dem Gurth mit Edelsteinen besetzet, oder auch mit ihren langen Bärten, bloßer von der Sonne braun gebrannter Brust, vermischt, und in einer friedlichen obwohl geschäftigen Bewegung, setzen das Auge in Erstaunen, und erwecken gewiß eine Bewunderung."

4. Ibid., 49. See Dok II, Nr. 457.

5. Müller 2007, 51–52, 341.

6. Ibid., 52–53.

7. Ibid., 63–65.

8. Pütter 1798, 1:52–53.

9. Müller 2007, 54. "Die erste Erinnerung war, meine Kleidung nach der dasigen Mode einrichten zu laßen, damit ich an den Ausländischen Aufzuge nicht als ein Ankömling erkannt würde. Ich hatte 2 paar neue Schue mitgebracht, die oben am Fuße zugeschnallet wurden, hir aber waren die weit ausgeschnittenen mit der Schnalle forne auf der Spitze Mode. Mein blaues Kleid, so ich auf der Reise angehabt hatte, war schlecht bestellet, meine beide neue Kleider aber nicht nach der Mode, so wie meine beide neue Perruquen: ich muste also sogleich Schneider, Schuster und Perruquenmacher hohlen laßen. Ich schafte mir ein gantz dunckelgrünes Kleid, nach der täglichen Mode, wie auch überdem eine roth geblümte Weste, und Bein Kleider an, ließ von meinen dunckelrothen Kleide ein vollständiges mit Schleifen und runden Aufschlägen mit gleichen Knöpfen machen, und die Gelben abnehmen; mein dunckel Aschgraues aber bis zu einer anderen Zeit hängen. Meine neuen Perruquen gab [ich] wieder an, und muste für beide neue Peitsch Perruquen 1 Thaler auf jeder zugeben."

10. Ibid., 65–66. "Ich spatzirte kurtz nach meiner Ankunft fleißig vors Thor, um die äußere Gegend dieses Ortes kennen zu lernen. Eben, da ich in der Johannis Vorstadt war, ward ich ein Frauenzimmer gewahr, welches aus der Stadt kam, und sogleich meine Augen und Bewunderung auf sich zog. Sie war lang und schlang, rund, weiß und munter vom Gesichte. Ihre Kleidung machte ihr noch reitzender. Sie hatte bei einem großen Reifrock ein dünnes bleues mit schönen Blumen durchwürktes seidenes Kleid an. Ihre Haare hingen in kurtzen Locken, und dabei trug sie einen grünen Sommerhuth mit einen schönen Blumen Strauß, dergleichen sie auch am Busen truge. Ich grüßte sie mit der größten Ehrbietigkeit, und bekam die Danksagung mit einer angenehmen Freundligkeit. Mir kam der Anblick eines solchen Frauenzimmers ungewöhnlich vor. Zu meiner Zeit herschte noch in meiner Vaterstadt ein höchst gezwungenes Wesen, die Töchter wurden sehr eingezogen gehalten, kam ein naher Freund einstens mit ihnen in Gesellschaft durfte er im Reden nichts als ja und nein höchstens erwarten, wobei sie immer die Mütter ansahen, weil diese gewohnt waren das Wort für ihnen zu führen. Traf man von ohngefehr eine vor der Thüre an, und grüßte sie, so wuste sie nicht, ob sie sich unterstehen dürfte eine kleine Neigung zu machen, ja lief wohl gar hinein. So einfältig die Lebens Art, so war der Aufzug es gleichfals. Bei Leib und Leben hätte man sie nicht bei Visieten mitgenommen. Daher kam mir schon bei meiner ersten Ausflucht das Frauenzimmer in Rostock weit belebter und artiger vor, welches dieser Ort mit allen anderen, wo sich Studenten aufhalten, vorzüglich hatte. Ich verfolgte obige Schöne, bis sie am Ende der Vorstadt in einer Garten Thüre einginge. Ich wartete, bis ich jemanden fragen könte, und bekam zur Antwort, daß das Garten Hauß mit dem Garten einem Buchbinder zugehöre, daß die Dame eine Gemalin des Herrn Professors Stellwagen. Ich spatzirte in dieser Gegend nach ein paar Stunden wieder herum, da ich ihre Rückkunft vermuthete, und sahe dieselbe auch in Gesellschaft ihres Mannes. Er war klein, und dabei gesetzt, er reichte mit seinen Kopf kaum höher, als der oberste Bügel ihres Reifrocks. Er sahe von Natur sauer aus, und wenn er seine Augen auf die ihrige richten wolte muste er sie sehr hoch erheben, und sie die ihrige auf ihn herab kehren, und alsdenn lächelte sein Mund bei einer trüben Stirn über ihren heiteren Anblick. So neu mir dieses damals war, so gewohnt wurde ichs hernach, als ich noch mehrerer Schönen öffentlich und oftmals zu sehen bekam."

11. Ibid., 167. "Wer von Jen komt ungeschlagen, der kan von großen Glücke sagen."

12. Pütter 1798, 1:26.

13. Müller 2007, 72–73. "Mir schauderte die Haut, wenn ich daran gedachte wie plötzlich dieser Mensch seinem zeitlichen und ewigen Heil entrißen, und was vor Betrübnis es seinen Ältern bringen würde."

14. Ibid., 72. "Ich ging in diesem ersten halben Jahr wenig aus, als nur nach dem Collegio, weil ich den Namen eines Fuchses scheuete. Daher ging ich öfters in der Einsamkeit der Schwermuth nach. Es kan seyn daß ich auch hir das Heimweh gefühlet; doch beunruhigte mich bei einer zärtlichen Sorgfalt für meine Ältern und Geschwister insonderheit mein künftiges Schicksal; wobei ich mich doch jederzeit an der Gnade und Fürsorge Gottes hielte. Mein Vater suchte mich in seinen Briefen auf alle mögliche Art zu ermuntern, er schlug mir vor, ob ich nicht Genüge hätte zur Gesellschaft einen Stuben Burschen zu wählen? Ich antwortete: ja, wenn er gleich wie ich gesinnet, ohne dem nicht."

15. Ibid., 56. "Du bist, Gott Lob! schon ein halb Jahr in der Frembde gewesen, in der Zeit kan man schon in vielen Stücken ein wenig dreister und behertzter auch gewitzter werden. So gehet es auch mit dem Clavir. Ob ich dich gleich gebeten ein gutes dir anzuschaffen, und mich erboten, dir alles wieder gut zu machen: so ist es doch bis hirher nicht geschehen."

16. Ibid., 17.

17. Ibid., 206–7.

18. On clavichords with lute stops see Adlung 1758, 568. "Ein Lautenzug kann an allen seyn, wenn die Bleche, so die Saiten rühren, etwas breit sind, daß die Helfte mit Leder kann überzogen werden, und wenn die Tastatur verrückt wird, tritt das Leder unter die Saiten, und der Klang wird geschwächt." For this reference I would like to thank Lothar Bemmann.

19. Müller 2007, 82. "Kurtz nach Weinachten bekam ich ein schönes vollständiges Clavir mit einen lauten Zuge, nach der häufigen Erinnerung meines Vaters, unter andern pag[ina] 56. Es war gantz neu, und stunde auf einen zimlichen Fuß. Von Essen war ein guter Musicus, und Sledanus spielte auch dies Instrument ziml[ich], ich sahe gerne, daß sie spieleten, wenn sie bei mir waren, bat mir von ihnen die Stücke aus, die mir gefielen, lernte sie erst schlecht weg, gab hernach, wen[n] sie bei mir kamen, auf ihre Maniren, und auf die angenehmen Touren acht, und suchte sie hernach, wen[n] ich alleine, nachzuahmen. Ich bekam auch zu hören, daß die Frau Professorin in ihrer Küche oftmals vor der Thüre, die nach meiner Stube ging, zuhörte, weil wir insgemein spielten, auch wol eine artige Arie dabei sangen, wenn wir beisammen, oder ich auch alleine war. Sowol sie, als auch meine andere Hauß Wirthe sind jederzeit auch aus dem Grunde mit mir zufrieden gewesen daß mein Umgang mit ordentlichen Leuten, meine Gesellschaften geruhig, auch bei ihren Ergötzungen anständig. Hirnächst gefiel ihnen, daß idh meine Haußmiethe, so wie meine Collegia, zum voraus, und in guten Gelde, als 2/3 oder 2 Groschen Stükken, bezahlte, welches was seltenes; außer dem ich ordentlich in meiner Kleidung und Wäsche, höflich, freundliche und dienstfertig gegen sie, und jeden Menschen erwieß, auch das Meinige ordentlich abwartete."

20. On other boys misbehaving see Müller 2007, 86–87, 109, 114.

21. Ibid., 69, 75, 84–86.

22. Ibid., 93 and 97. "Dis Mädgen war mittelmäßiger Größe, rund von Fleisch, hatte schwartze schelmische Augen, schwartze Haare, die sie in Locken trug, eine roth und weiße Haut. Sie konte bei ihrer Durchtriebenheit aufs unschuldigste und einfältigste thun. Außer einer wollüstigen Neigung war sie sonst willig und treu, und hielte meine Stube ordentlich. Wann ich ihr ausschickte, wurde ich gewahr, daß ihr die Studenten allenthalben bei ihren Nahmen riefen, oder anlachten, und daß sie es bekannt aufnam. Ich redete einmal von den Jenaischen Jungfern, sie fing an zu lachen. Ich fragte: warum? meinen sie, war ihre Antwort, daß es hir in Jena Jungfern giebt?"

23. Ibid., 98. "Wie ich bekannt wurde, muste sie öffentliche Kirchen Buße thun, in der Stadt Kirche, während der Predigt, im Chor auf den Knieen auf den grünen Bäncken liegen, die sonst für die Communicanten sind. Nach geendigter Predigt trat der Prediger im Altar, zeigte der Gemeine, die häufig ins Chor getreten war, an, daß dieses verlorne Schaaf sich wieder zur Gemeine gefunden, ihre Sünden und Vergehungen bekannt, die ihr denn auch an Gottes statt von ihm vergeben worden. Er erinnerte sie dieselbe nunmehro auch wiederum unter sich liebreich und ohne Aufrückung ihres Fehltrittes aufzunehmen, wie sie von Gott aufgenommen worden. Hirauf verreichte er ihr das Abendmahl, dabei gesungen wurde: Erbarm dich meiner o Herre Gott p. Nachdem sie wieder eine Zeitlang zu Hause gewesen, und eben mir in meiner Küche Caffee bonen brannte, hielte ich ihr vor, wie sie sich vergangen, und was sie verschertzet hätte. Ob sie gleich die gantze Zeit über in der Kirchen in Trähnen gefloßen, antwortete sie mir jetzt gantz lustig: wenn dis nur erst vorbei ist, so bin ich wieder Jungfer Sophie vor als nach. Ich erinnerte sie ihrer Zusage vor der Gemeine, und der Erinnerung des Predigers, wie auch der großen Gefar ihrer Seelen, welche mit solcher Lebens Art verknüpft seyn würde: alleine ich merckte daß ich tauben Ohren predigte."

24. Ibid., 116.

25. Ibid., 98 and 190.

26. Ibid., 172–73. "Der bestimmte Kampfplatz war ein einem Wege zwischen zween Zäunen, und ich war allda der erste. Gleich darauf sahe ich Herr Schl[ichtkrull] mit Herr Kerchern, einem artigen Schweitzer, als seinen Secundanten herbei eilen. Wir zogen zu gleicher Zeit von Leder. Herr Kercher stelte sich mir zur rechten Herr Tielcke zur lincken. Herr Schl[ichtkrull] schnaubte vor Wuth, er ging aufs heftigste auf mich loß, ich defensirte mich bloß, da es wieder meine Gemüths Art jemanden zu verletzten, und da ich es mit kalten Blute that, hielte ich ihn so lange auf, daß er zu dreienmalen ausruhen muste. In den 4ten Gange war er so heftig daß er schäumte, sein Vorsatz war doch Ehre an mich einzulegen, und mir eine Wunde beizubringen, er drunge so stark auf mich, daß ich einmal in der Hitze gerieth und so stark ausparirte daß mein Degen in Herr Kerchern seinen Spatzierstock, den er in den schmalen Gange mit guten Vorbedacht vor seine Füße ausgesetzet hatte, fuhr, wodurch ich mich aber ihm so bloß gab, daß er leichtl[ich] seinen Endzweck hätte erreichen können, wenn er mit kalten Blute gefochten hätte, doch zum Glücken war ich wieder in der Lage da er ausfuhr, und hielte auch diesen Gang so lange aus, bis er müde. Hirauf sagte er, er hätte genug, stach seinen Degen ein, kam auf mich zu, umarmte mich wie gewöhnl[ich], sagte daß hirmit alles vergeßen und vergeben seyn muste und er völlige Genugthuung hätte, bath daß ich vor als sein Freund seyn wolle. Ich antwortete daß ich niemals sein Feind gewesen, auch nicht im Sinn gehabt ihn zu beleidigen, viel weniger zu verletzten, daß es mir lieb wäre, wenn er sich meinet wegen beruhigen könte, und versicherte ihm aller freundschaftl[ichen] Dienste."

27. Müller 2007, 103. "Bei der ordentlichen Abwartung meiner Collegiorum, und den nothwendigen Fleiß in der Vorbereitung und Wiederhohlung derselben war ich kein Feind von erlaubten Ergötzligkeiten. Außer dem daß ich bei meinem Clavir mir die Zeit häufig vertriebe, und bei einem Schlesier, Nahmens Fabri, auf der Pandor Zitter lernte, die ich mir hir vor 12 Thaler aufs sauberste machen laßen, womit ich oft in den letzten Hause den Herrn Doctor Waitz, so wie andere, nahe zu meiner Thüre lockte, suchte ich auch außer Hause entweder alleine, oder in Gesellschaft eine Abwechselung." Johann Ehrgott Fabri from Teschinio in Silesia matriculated at the University of Jena on April 25, 1738. See Köhler 1969, 3:315.

28. Ibid., 119–20. "Die Reise ging des Morgends um 4 Uhr vor sich, aus dem Johannis Thor. Kaum waren wir außer der Vorstadt, so riß mir der eine Steig Riem oben unter den Sattel aus. Ich konte ohnmöglich mit einem Steigbügel reiten, muste daher wieder zurück kehren. In der Johannis Vorstadt wohnte der Sattler, von dem ich mein schönes Clavir, dergleichen Instrumente er verfertigte und verhandelte, bekommen. Hir wuste ich daß mir am ersten würde geholfen werden. Ich klopfte an der Thüre, endlich kam seine bejahrte Frau selbst, öfnete das Heck oder die unterste Helfte der Thüre, und so bald sie mich sahe, und meine Noth hörte, eilte sie einen Gesellen aufzuwecken, so daß sie die unterste Helfte der Thüre offen ließ. Ich hielte vor derselben auf den Damm, ehe ichs mir aber versahe, setzte mein Pferd mit Gewalt an, kroch durch die Unterthür, und wenn ich nicht plat auf deßen Creutz gefallen, hätte ich müßen gequetschet, oder die obere Helfte der Thüre zerbrochen werden. Ich kan auch nicht begreifen, wie ich dennoch unbeschädigt durchgekommen, da man weiß wie niedrig ein solches Heck ist; und wie ich zum niederwerfen mich entschließen können, da es so plötzlich und unvermuthet geschah. Die Frau, [die] so eben auf der Diele, die nur klein, stunde, machte ein großes Geschrei, denn man hatte daselbst einen schönen Flügel hingesetzet, der da sollte bezogen werden; doch stand das Pferd vor denselben mit einmal stille. Der Gesell befestigte mir den Steigbügel Riem aufs beste, ich gab ihm ein gut Trinckgeld, er führte das Pferd heraus, und hielte es bis ich aufsaß. Kaum hatte er den Zaum loßgelaßen den Bügel zu spannen, setzte es zum andernmal wieder mit mir unter der Thüre durch, wobei ich gleich unbeschädigt blieb."

29. Ibid., 187–88. "Meinen Bett und Bücher Kasten packte ich ein, und Herr Rüllmann, half mir getreulich dabei. Meine Bücher und Sachen hatten sich in den 4te halb Jahren meines Auffenthaltes hir sehr vermehret. Der Deckel von dem einen großen Kasten sprang mitten entzwei, so daß ich die Kiste mit Stricken binden muste. Ich ließ daher den alten ehrlichen Buchführer Buchen aus den Waisen Hause hohlen, vertraute ihm dieselbe, nebst meiner Pandore und andern Kästchens an, und bat ihn sie nach Leipzig an mir zu besorgen. Ich theilte, was ich nicht gut mit fortbringen konte, als meinen höltzernen Wecker mit der gläsernen Klocke, Gläser und andere zur Bequemligkeit angeschafte Sachen meinen Landes Leuten mit, Feuer-Faß, Thee Keßel und ander Hauß Gerath erbte meine Aufwärterin, der ich auch ein klein Geschenck an Gelde machte, so wie ich ihrer Grosmutter für ihren Sohns Sohn, den sie bei sich hatte, ein paar gute Stiefeln, einige paar Schue, Strümpfe und was ich an Holtz übrig hatte, mittheilte. Herr Kniephof übertrug ich mein Clavir abzusetzen, davon ich aber hernach nichts gehöret. Herr Weigel bekam die Mühe meine Pappiere, Huth und andere Sachen nach Leipzig zu besorgen, ob sie aber unterwegens verunglücket, weißich nicht."

30. Ibid., 201–2. Müller writes that he spent eight to twenty Schillinge (Lübisch) per meal, which is the equivalent of four to ten groschen.

31. Ibid., 214. "Es fehlt auch hir nicht an Gelegenheitsmacherinnen, alle Weibsbilder, die mit wolriechenden Seifen Kugeln, und wolriechenden Waßern herumgehen, dergleichen auch an unsern Tisch häufig kamen . . ."

32. Ibid., 201 and 244.

33. Ibid., 242.

34. Quistorp and Fischer matriculated at Leipzig University on October 25, 1742, and February 26, 1741, respectively. Erler 1909, 3:88, 314.

35. Müller 2007, 205. "Ich befand mich mit Mr. Quistorp bei einem guten Freunde aus Sangerhausen, Namens Fischer, der mit an unseren Tische speisete und sonst ein artiger Mensch war. Dieser spielte auf der Davids Harfe, und sein Stuben Bursch die Violin, wobei wir zugleich die Vocal Musique machten."

36. Ibid., 216. "Weil Herr Zeidler die Nacht über munter und lustig gewesen, ließen wir ihn Herr Fischern seinen scwartzen Trauer Rock anziehen, ich machte ihm geschwind ein paar Läppgen von Papier forne statt einen Kragen, hohlte ihm von meines Nachbarn Stube eine alte runde Perruque, und so stellte er einen vollkommenen Landprediger vor. Er legte sich ins Fenster, alles was vorbei ging, grüßte hinauf. Es war ein starckes Gewitter aufgestiegen, Blitz, Donner und Regen waren heftig, alle unsere große Fenstern stunden offen, Herr St-ch ginge im Uberhembde, mit niederhangenden Strümpfen, er ergriff meine Pandor, klimperte darauf, und sunge dabei: 'Wenn ich meine Wirthschaft (Waden) betracht, das Hertze im Leibe mir lacht.' Es konnte nicht fehlen, die Leute musten uns für wilde Menschen halten." The episode described here occurred in Leipzig but is nonetheless relevant as evidence for Müller's changing use of music.

37. The play is Der Eilfte Junius, ein Lustspiel in fünf Handlungen. See Holberg 1750–1752, 4:43.

38. Sperontes Singende Muse an der Pleiße (Leipzig, 1736), Nr. 89. "O wie zärtlich mag sichs küssen, | Wenn man deine Zunge fühlt! | Und ihr Schertz mit sanfften Bissen | Um die heissen Lippen spielt: | So ein kützlich Aus und Ein | Mag des Himmels Vorschmack seyn."

39. Müller 2007, 205–6. "Es lagen hier zwei Wirths Häuser von 2 Stockwerck ohne der Frontispice, gelb angemahlt, vor welchen eine breite Landstraße überging. Neben dieser Straße lief die so berühmte Pleiße, die an dem gegenseitigen Ufer von einem artigen Gehöltze beschattet wurde, wohin eine Brücke, gerade über diesen Wirths Häusern führte. Wir gingen in den so genanten blauen Hecht. Mein Gefährte kante den Ort, wir stiegen die Treppe auf nach einer kleinen Wohnstube. Nachdem wir eine Zeit lang geseßen, kam ein langes Frauen Zimmer aufs prächtigste hereintreten. Eine kleine Schleppe oder Mütze von Goldstück, ein in kurtzen Locken herabhängendes Haupt Haar, große 3 fache Ohrgehänge, große Halß Perlen von eben der Art in vielen Reihen auf der Brust hängend, ein dunkelgrünes Futterhembdchen mit Schuppen, und Rock von gleicher Farbe aus Atlas, davon ersteres oben um den Halß, auf den Aufschlägen und um den Schuppen herum, letzteres aber auch unten herum über ein Quartir hoch mit goldenen Spitzen besetzet, und einige diamantne Ringe machten ihren Putz aus, und ihre ohnedem schlankcke Gestalt, und freies Wesen noch reitzender. Ich grüßte sie höflich, mein Gefährter redete ihr dreiste an, ohne viel Complimente. Endlich führte sie uns in einen hell erleuchteten Saal, wo voller Musik war. Ich hatte niemals Personen ihres Geschlechts mit solcher Kunst und Geschickligkeit, mit solchen Wendungen, Schleifen und Maniren der Füße, und dabei so ungezwungen tantzen gesehen, als diese, und auch als ihre Mit Schwestern zu Kautsch und Zoebicke. Mann wurde dadurch zum tantzen gereitzet, wenn man auch sonst kein Liebhaber davon gewesen wäre. Nachdem wir ein paar Täntze gehalten, machten wir uns wieder auf den Weg. Unterwegs fragte mich mein Freund: wovor ich die galante Persohn angesehen hätte? ich antwortete, vor der Wirthin, oder Tochter des Hauses. Nichts weniger, sagte er, es ist eine von den lustigen Personen, die ihren Leib für ein paar Schillinge feil haben. Ich merckte wol, daß dir dergleichen unbekannt, aus der Höfligkeit, die du ihr erwiesest. Davor mustu dich künftig hüten; denn sie kennen gleich daran, daß einer noch ein Lehrling oder Fuchs, und suchen denselben zu prellen oder aufzuziehen. Sie würde sich auch gewiß lustig auf deine Kosten gemacht haben, wenn wir nicht alleine, und mehrere gegenwärtig gewesen wären."

40. Ibid., 206–7.

41. Ibid., 310–11. "Man kan sich leicht vorstellen was vor Empfindungen sich bei mir müßen geäußert haben, da ich die pommerschen Gräntzen erreichte, meiner Vaterstadt und den Meinigen immer näher kam. [ . . . ] Endlich sahe ich das Ziel meiner Reise, ich stieg vor der Post in Stralsund ab, hir traf ich meinen ältesten Schwager und meinen mittelsten Bruder auf mich warten. Wir gingen über den Wall nach meiner Ältern Hause. Meine jüngste Schwester hatte unseren Schwager mit einem frembden Mann in einen Reise Habit vom Thor herauf kommen sehen, es der Mutter angesagt, die sogleich aufgesprungen, forne nach der Stube zu meinem Vater geeilet, und ihm meine baldige Ankunft angezeiget. Beide liebe Ältern empfingen mich bei dem Eintrit in der Stube mit offenen Armen, die Freude war so groß, daß wir uns in einer guten Zeit fast nicht besinnen konten."

42. Ibid., 315 and 329.

43. Ibid., 330. "Er solte zum Studiren angeführet, folgl[ich] nicht nur in der Theologie, sondern auch Lateinschen Sprache und andern Wißenschaften und guten Sitten unterrichtet werden. Man versprach dabei 50 Thaler, frei Thee, Caffe, Zucker, Wäsche, einen eigenen Bedienten, worauf ich besonders bestunde, weil mir meine Freunde gesagt, daß es auf den Lande oftmals, besonders zur Erndte Zeit, an Aufwartung fehle, ein eigen Reit Pferd, eine eigene Stube, und Freiheit nach der Stadt zu reisen, wenn ich wolte, und dabei eine sehr gute Begegnung."

44. Müller 2013, 21–25, 48.

45. Ibid., 82–83.

46. Ibid., 116–17.

47. Ibid., 128. "Die Hochzeits Gäste waren in den Zimmer neben dem großen Saal, worin die Herrschaft speisete. Nachdem wir abgegeßen, blieb ich bei der Frau Regierungs Räthin alleine. In deßen daß ich auf einen Clavir spielte, bemerckte die Frau Regierungs Räthin, so gerade gegen der Saal Thüre saß, deren Flügel noch etwas geöfnet, einen Horchenden. Sie rief denselben, und es war der Baur Fleck, deßen pag[ina] 116 erwehnet. Er muste herein kommen, und gestunde daß er gantz entzückt über die Musick des Clavirs gewesen. Ich muste ihm also noch ein paar bekante Menuetten und Polonaisen vorspielen. Er erzehlte mir nachgehends auf den Hofe, daß er damals bei dem seel[igen] Herrn Regierungs Rath vor Kutscher gedienet, als ich aufs Clavir gelernet, und wann er in meiner Ältern Hause gewesen, manchmal unermüdet gehorchet, wenn mein Informator dabei auf der Violine gespielet und ich dabei gesungen. Ich habe gesehen, wie auch die wildesten Gemüther durch die Musick konten gerühret und eingenommen werden. Denn wenn die Frau Regierungs Räthin einmal verreiset, lag die Ausgeberin mit den übrigen Leuten die Fräuleins so lange in die Ohren mich zum Spielen zu bewegen, bis ich ihren Verlangen ein Genüge geleistet, und sie hätten die Nacht über durch gehöret, wen[n] ich nicht ermüdet wäre."

48. Ibid., 348. "Bei jeder Gelegenheit sahe er mich an, und fragte: war das nicht klug? war das nicht verschlagen? war das nicht politisch? war das nicht praevoiant? und was dergleichen Fragen mehr waren. Ich antwortete entweder mit einen kurtzen ja, oder stillschweigenden Kopfneigung. Alsden[n] lächelte er voll Verwunderung über sich selbsten, kräusete die Fingern an beiden Händen, und zog mit den Daum und forder Finger seine Alloge Perruque, die er selbst bestreuete mit den Fingern, daß der Mehlstaub auf den Schultern fiel, worauf er die Finger abbliese."

49. Von Lillieström's eldest daughter, Sophie Catharina Augusta, was already married to a neighbor. One of his sons, Friedrich Ludwig, was serving as a page at the court of Sachsen-Weissenfels.

50. Müller 2013, 256. "Das Wohn Hauß lag gerade gegen der Einfarth durch einen Thorweg über einen langen Damm, an welchen zur lincken Seite, so lang er war, ein Teich, zur rechten aber der Viehhof lag. Vor dem Hause war ein großer freier Platz. Das Hauß an sich [war] nur klein, indem es nur ein Stockwerk hoch, und bei einer kleinen Diele an jeder Seite eine Stube von 2 Fenster Luchten, und eine kleine Kammer von einer Fenster Lucht hatte. Man hatte bei deßen Anlegung nicht vermuthet, daß eine Familie kommen könte, viel weniger daß sie starck werden könnte."

51. Ibid., 256–59.

52. Ibid., 270, 294, 304, 320.

53. Ibid., 263. "Meinen hiesigen Auffenthalt konte mir nichts außer denen schönen Gegenden anders erträgl machen als der angenehme Umgang mit denen Fräuleins, und sie beeiferten sich es einander in der Freundligkeit zuvorzuthun. Besonders suchte sich die Fräulein Lotchen gefällig zu machen, und sie war es auch, die in meinen Augen den Vorzug vor den übrigen Geschwistern verdiente. Ich hatte Erlaubnis auf ihrer Stube, die sie mit der Frantzösinn, der Fräulein Barbchen und Fräulein Julchen bewohnte, so oft einzusprechen als es mir gefiel, und ich war auch nicht sparsam hirinnen. Die Stunden eilten bei unsern Unterredungen, sie lernte mir mit der Frantzösinn das triset, womit wir abwechselten. Ich war in diesem Umgange munter, schertzhaft, dienstfertig, und kam im wünschen zuvor, daher sie mich gerne sahen. [ . . . ] Doch unterließ ich nicht mich auch bei denen übrigen gefällig zu machen, ob sie es gleich mercken konten, daß die Fräulein Lotchen bei mir den Vorzug. Ich legte auch zuweilen den Besuch auf der andern Stube bei der Fräulein Stienchen, Gretchen, und Brigitchen ab. Ich hielte mich im Garten häufig auf, für mich rührte ich keinen Baum an, wann aber jemand von denen Fräuleins da, gab ich mir alle ersinnliche Mühe ihnen entweder Maulbeeren, Birnen, Apfel, Kirschen, Weintrauben, Pfirschen oder was da war zu verschaffen. Der alte Gärtner war ein Schlingel, er hatte den alten Herrn in Kopf gesetzet, daß die Fräuleins den Garten spolierten, daher der Herr Hofrath ihnen verboten nicht die geringste Frucht anzurühren, weil mir nun dieses Verboth bisher noch nicht geschehen, so nam ich ihrentwegen diese Ungnade freiwillig auf mich."

54. Ibid., 260–61, 267, 286, 305.

55. Ibid., 293–94. "Die Fräulein Lotchen v Lillieström xe "Lillieström, Charlotte Magdalena von" hatte schon seit einiger Zeit ein Verlangen geäußert aufs Clavir zu lernen, ich auch ihr dazu aufgemuntert. An einem Tage erzehlte der älteste xe "Lillieström, Thuro Diedrich von von meinen beiden Kleinen, daß Papa nicht das geringste daran wenden wolle. Ich ließ also der Fräulein xe "Lillieström, Charlotte Magdalena" sagen sich solches nicht abhalten zu laßen, und sich nur Mühe zu geben ein Clavir zu bekommen. Sie reiseten kurtz darauf nach Tribsees, xe "aaaTribsees" und brachten auch würcklich eines mit. D 5. Decembr machte ich also würckl den Anfang mit ihr. Ich ließ ein schönes Noten Buch in großen Format mit goldenen Schnitt in braun Leder binden, den Rücken vergulden, an der einen Seite die Anfangs Buchstaben ihres Namens zwischen 2 Palm Zweigen unter einer Krone, und auf dem andern Deckel die Jahrzahl gleichfals zwischen 2 Palm Zweigen von Golde. Hirin machte ein ordentliches Titel Blat mit großen Buchstaben, und schrieb die Clavir Stücke so sauber ein, daß sie wenig von denen in Kupfer gestochenen unterschieden. Dis bat ich zu meinem Andencken von mir anzunehmen. Ich wandte auch alle Mühen mit Lust an ihr etwas beizubringen. Ihr schönes musicalisches Genie erleichterte mir dieselbe, und es daurte nicht lange, da sie schon mit zimlicher Fertigkeit spielte. Die ältste Fräulein Stienchen, die ins Barthsche Kloster eingekauft bekam auch Lust zu dieses Instrument, sie wünschte ein gleiches Noten Buch zu haben, ich muste also solches nun auf des vorigen Art binden laßen, und gleich sauber die Noten darein schreiben, auch ihr solches mit einem gleichen Complimente überliefern. Alleine da es ihr an einem musicalischen Gehör und Genie fehlte, auch mir unmöglich war ihre Fingern zu einer Ordnung zu gewöhnen, die immer ins Creutz und Queer griffen, sahe ich wol daß alle meine Mühe vergebl. In deßen muste ich doch mit ihr continuiren, weil sie auf ihrer Schwester neidisch und Eifersüchtig, sie verlangte gar beßere Stücke, als diese zu haben, so daß mir dismahl mein guter Wille sehr zur Last wurde."

56. Ibid., 305. "Alle Mittage, wenn ich vom Tische kam, stieg ich nach der Fräulein Lotchen xe "Lilliestroöm, Charlotte Magdalena von ihrer Stube, da denn beide Fräuleins aufs Clavir spielten. Ich blieb mehrentheils von _ um 1 Uhr bis 4 Uhr oder halb 5 daselbst. Es wurde aufs Clavir gespielt, gesungen, discuriret, Caffe getruncken. Alle Nachmittag wurde Caffe für mich gemacht, so viel ich auch diesen Aufwand verbat. Meine Klein exe "Lillieström, Thuro Diedrich von xe "Lillieström, Johann Jonas von" freueten sich dazu weil derjenige von ihnen, der sich des Morgends die übrige Milch ausgebeten, sie als den[n] austrank. Alle Fräuleins waren hirbei geschäftig. Eine besorgte daß die Bonen gebrannt wurden, Fräulein Lotchen xe "Lillieström, Charlotte Magdalena von" saß mit der Mühl auf den Schooß und mahlte sie, eine andere kochte ihn, die 4te besorgte gute Milch, die 5te schenckte ein. Spielte die älteste Fräulein xe "Lillieström, Christina Wilhelmina von," so brachte mir Fräulein Lotchen die Taße, weil ich mich gerne beim Clavir aufhielte, oder spielte sie so that es die älteste xe "Lillieström, Christina Wilhelmina von." Dann und wann trank eine von den ältesten wol mahl eine Taße mit. Die Bonen ließen sie vor ihr Geld bringen. Der Fähnrich xe "Lillieström, Philipp Erik von" kam ein paarmahl um diese Zeit herauf, und es muste ihn ärgern. Oftmals und besonders des Sontags muste ich den Caffe mit den Hofrath xe "Lillieström, Gustav Peter von" auf seiner Stube trincken, besonders wen er glaubte daß ich über ihn unzufrieden, und muste ich als den mit ihm sogleich von Tische mit nach seiner Stube gehen. Dann und wann ging ich des Abends mit in der Betstunde, und nachher wieder mit denen Fräuleins oben hinauf, da ich dann erst um Mitternacht gegen 12 Uhr nach meiner Stube, und um den alten Herrn, deßen Stube zwischen der Hauß Thür und Treppe war, nicht munter zu machen, durch den Saal und Garten dahin ging."

57. Ibid., 330. "Ich war also den gantzen Morgen bei der Fräulein Lotchen, und ging mit ihr die Clavir Stücke durch, welches mir hernach die Ungnade der ältesten Fräulein Stienchen zuzog, die bei aller murrischen, und unhöflichen Aufführung dennoch wolte daß ich die meiste Zeit bei ihr zubringen solte."

58. Ibid., 299–300. "Bei diesem Besuch entdeckte mir die Frau Regier Räthin, wie man ein gewißes Liebes Verständnis zwischen mir und der Fräulein Lotchen in Eixen zu seyn glaubte, daß der ältere H v Jadow davon in des Hassessors v Corsvanten Hause zu Greiffsw geredet, und gab mir dabei einige Freundschaftl Erinnerungen zur Klugheit, wobei sie äußerte ein völliges Vertrauen auf die Meinige zu haben. Ich antwortete, daß ich für eine so artige und liebenswürdige Fräulein alle Hochachtung, dabei aber nimmer vergeßen würde, was ich ihr und mir schuldig." The identity of the Kammerjunker, Herr von Gadow, is unknown. The Herr Assessor refers to Carl Friedrich von Corsvant (1714–1784).

59. Ibid., 336–37. "Bei der erwehnten Musick legte der Herr Assessor xe "Corsvant, Carl Friedrich von" einen Schnupftuch übers Clavir und spielte mit seiner gewöhnlichen Fertigkeit und Annehmligkeit. Die Fräulein Lotchen Lillieström xe "Lillieström, Charlotte Magdalena von" wunderte sich darüber. Ich beredete sie endlich solches auch zu versuchen mit der Versicherung daß sie es auch thun würde. Ich legte meinen Schnupftuch darüber, nannte ihr ein gewißes Stück, und sie spielte es gleichfals artig und unverfehlet."

60. Ibid., 342–46.

61. Ibid., 344. "Ich konte mit niemanden, außer der Fräulein Lotchen, hirüber reden, daher nam [ich] mir solches bei ersterer Gelgenheit vor. Sein Vater würde hirüber gelachet, und sich gefreuet haben, daß in dem Knaben schon ein Ansatz zur Galanterie wäre. Ich zeigte der Fräulein Lotchen den Zettel, da ich nach Tische bei ihr war, sie laß in mit Erstaunen, sie erinnerte mich daß sie ihn oft in den duncklen Gange vor des Hofraths Stube und einmal in des Fähnrichs Stube mit Angreth angetroffen, da sie ihn auf den Schooß gehabt."

62. Ibid., 347.

63. Ibid., 363. "Den 6. war der Hofrath xe "Lillieström, Gustav Peter von" über Tisch sehr aufgeräumt, nach Tisch muste ich den Caffe mit ihm trincken, er erzehlte mir vieles und unterhielte mich über eine Stunde mit seinen Processen, darauf stieg ich wieder hinauf zur Fräulein Lotchen xe "Lillieström, Charlotte Magdalena von," wir spielten das Clavir, sungen, discurirten, und als denn flohen die Augenblicke unter den Händen. Hir blieb ich abermals bis um 1 Uhr. Der Hofrath xe "Lillieström, Gustav Peter von" war oben gewesen und hatte die Musick mit seinen Sohn Philipp xe "Lillieström, Philipp Erik von" angehöret, man konte ihm das Vergnügen aus den Augen lesen, daß er über die Fertigkeit der Fräulein Lotchen xe "Lillieström, Charlotte Magdalena von" in Clavir spielen hatte. Ich muste auch spielen, und es gefiel ihm noch beßer, weil ich eben die Menuette mit dem General Bass, und also vollständiger spielte. In deßen hatte ich der Fräulein auch zum General Bass Anweisung, und einige Galanterie Stücke deshalb besonders gegeben, daß sie sich also darinnen selbst helfen konte."

64. Ibid., 311. "Die Fräul[ein] Lotchen sahe mich an, und ward roth, wünschte mir auch Glück dazu. Da wir des Abends um 9 Uhr im Mondschein im Garten spatzirten bezeugte sie ihr aufrichtiges Vergnügen hirüber." See also Müller 2013, 317 and 433, fn. 450.

65. Ibid., 341. The term of address Lotchen used is "Euer Hoch Edelgeboren."

66. Ibid., 376. "Ich rüstete mich also zu meiner Abreise, nam bis Morgends frühe von dem He Hofrath und der Fräulein Lotchen Abschied, und man kan leicht gedencken daß der letztere rührend gewesen."

67._Lotchen's eventual husband, Carl Fredrik Hök, was a major in the Swedish Cavalry Regiment.

68._Müller 2013, 329. As Müller put it in his autobiography, "Diese Leute hätten ein allgemeines Lob, und ich würde Wol thun wenn ich auch an der Versorgung der Priester Kinder dächte." See Stralsund Ratsarchiv, Hs. 368, S. 734.

69. Stralsund Ratsarchiv, Hs. 368, 745. "So sahe man sich denn nun auch in seinem voreiligen Urtheil über meiner Person betrogen. Man wird aus pag. 642 [= Müller 2013, 280] die Eifersucht eines gewißen Edelmannes, und die Reden so dadurch von mir mit der Fräul. Lotchen veranlaßet worden, sehen, auch eine Unterredung von mir pag. 626 [= Müller 2013, 299–300] finden; auch aus meinen gantzen Auffenthalt zu Eixen das Wollwollen dieser Fräul. gegen mich gewahr werden. Man hatte also mit Gewißheit behauptet daß ich niemanden anders, als diese Fräulein heirathen würde. Es hat mir dieses auch meine Frau nachher erzehlet, daß sie solches als gewiß erzehlen hören."


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1. The clothing listed here can be found in the estate of Christian Friedrich Abesser, who served as cantor in Rötha from 1731–1751, and his wife. See D-LEsta: 20532 ("Rittergut Rötha mit Trachenau"), Nr. 3100, f. 12r, 14v. For pigs on living room floors in winter, honeybee cultivation, and the importance of sheep see Stadt- und Heimatverein Rötha 2000.

2. The city had 367 residents in 1779. See Schumann 1822, 9:370.

3. Stadt- und Heimatverein Rötha 2000, 8.

4. Brause and Hentschel 1992, 8–9.

5. Schumann 1822, 370.

6. Pasch 2001, 9–12.

7. Ibid., 10.

8. Ahrens and Langrock 2003, 27. "Der äusserliche Prospect des gantzen Wercks fället wegen der dabey angewendeten Bau-Kunst, auch zierlichen Bildhauer- und Tischler-Arbeit sehr wohl in die Augen, es ist weiß ins gelbe gemahlt, mit dem schönsten Glantz-Golde reichlich vergüldet, und mit dem Hoch-Freyherrl. Friesischen Wappen, beyder Linien, bekleidet, wo zwischen die von dem besten gehärteten und geschlagenen Englischen Zinn blanck polirte grosse und kleinen Pfeiffen in schönster Ordnung, sondern auch so geraum, angelegt, daß man zu einem ieden leichte kommen, und alles genau besehen kan."

9. Werner 1899–1900, 424.

10. Johann Christian Langbein described Ibach's organ as "ein alter Bley-Klumpen." See Ahrens and Langrock 2003, 26.

11. Mathe 1905–1906, 1051.

12. The contract for the new organ admits that the old one in 1718 was "dermaßen eingegangen, daß selbigen durch keine Reparatur geholffen werden mögen." See Pasch 2001, 15.

13. Brause and Hentschel 1992, 7–8.

14. Friesen 1941, 28.

15. D-LEsta: 20532 ("Rittergut Rötha mit Trachenau"), Nr. 5448, f. 13r–13v.

16. Pfarrarchiv Rötha. Sign. Loc. XIII, 1 ("Die Erbauung neuer Orgeln in der St. Georgen- und St. Marien-Kirche zu Rötha"), unpaginated first page of a letter from C. A. von Friesen to Solomon Deyling dated July 19, 1721.

17. Friesen 1899, 1:195–208.

18. Ahrens and Langrock 2003, 19 and 21.

19. Pasch 2001, 25. "Hierzu aber drey tüchtige Bälge mit einer Falte von Tännen Holtze zu fertigen, mit dem Erbiethen, alle Materialien an Zinn, Holtz, Leder, Leim, Eisenwerck, Meßing, und Drat, auch was sonst hierzu erfordert werden mag, anzuschaffen, und die dazu benöthigten Handwercks-Leute, als Bildhauer, Tischler, Schlößer, Circkel- und HuffSchmiede, deßgleichen Nadler, Gürtler, oder wie sie Nahmen haben mögen, exclusive des Mahlers-Arbeit, ingleichen der Zimmer Arbeit, so beÿ denen Lagern derer Bälge erfordert wird, auf seine Kosten zu halten und zu befriedigen, das Pfeiffwerck bedungener maßen von dem besten geschlagenen Englischen Zinn, Metall und Holtz zu fertigen, ingleichen das Gehäuße sauber und geschickt mit Bildhauer Arbeit, nach dem Riße zu machen."

20. Rubardt 1953, 9–10.

21. Pfarrarchiv Rötha. Sign. Loc. XIII, 1, unpaginated 6–7.

22. See Pasch 2001, 16, and Rubardt 1953, 10–11.

23. In 1717 Kuhnau, in a more critical mood, had described Silbermann's tuning system as deeply flawed. See Pasch 2001, 16.

24. "Was das Herz ist bey lebeindigen Creaturen, und in demselben das Blut, das ist bey der Orgel die Windlade, und in derselbigen der Wind."

25. Ahrens and Langrock 2003, 23.

26. Ibid., 135. "Gewiß diese Wissenschafft hat einen so weiten Inbegriff von Musicalischen, Mathematischen, Architectischen und Mechanischen Geheimnissen, daß wenn einer nicht durch sonderbare vertrauliche Anleitung eines in der Sache selbst Meistermäßigen Mannes zu deren Begriffen gelangen kan, selbiger wohl etliche Mannes-Alter zur gründlichen Einsicht dieser so noblen Kunst nöthig haben soll. Vulcanus hatte die Ehre in denen heydnischen Fabeln mit unter denen Göttern zu stehen, weil er der Sonnen einen Wagen verfertiget. Dædalus ward ein Wunder seiner Zeiten, daß er eine aus Holtz wohlgebildete Venus durch ein gegossenes Qvecksilber in Bewegung setzte. Callicrates und Architas hatten sich durch die Bewegungs-Kräffte fliegender Gewürme und Tauben eine durchgängige Bewunderung zugezogen, allein was würden die Verehrer aller dieser Künste zu der Schönheit derer Silbermannischen Gebäude sagen, in welchen alles lachet und lebet, und worinnen sich die menschlichen Stimmen fast bis zum Ausdruck würcklicher Worte hören lassen."

27. Holberg 1749, 115–16. "Das andere Argument, dessen sich fast alle bedienen, wenn sie beweisen wollen, daß die Seele ein von dem Leibe unterschiedenes Wesen sey, und worinn sie sich dergestalt verliebt haben, daß sie es für unüberwindlich ansehen, besteht darinn: Um zu zeigen, daß der Leib mit aller seiner künstlichen Organisation kein Leben habe, oder bekommen könne, so vergleichen sie denselben mit einer Orgel, und die Seele mit einem Organisten. Sie sagen: Gleichwie eine Orgel, und wenn dieselbe auch noch so künstlich eingerichtet ist, keinen Laut, geschweige denn eine Harmonie hervor bringen kann, wo sie nicht von dem Organisten gerührt wird: so wird auch die Maschine des Leibes, welche an sich selbst todt ist, durch die Seele in Bewegung gesetzt. Dieses Argument wäre vortreflich, und das Gleichniß sehr wohl ausgesonnen, wenn man nicht aus der Erfahrung bemerkt hätte, daß, so bald die Organa in einem Leibe beschädiget werden, und der Leib in eine Verwirrung und Ohnmacht geräth, die Seele auch gleich aufhört zu wirken, und gleichsam mit dem Leibe in Ohnmacht fält, da im Gegentheil der Organist, in was für eine Verwirrung und Unordnung auch seine Orgel gerathen mag, nichts von seiner Wissenschaft in der Musik verlieret. Niemand darf mich beschuldigen, als ob ich dieses blos zu dem Ende anführte, um das Systema der Materialisten dadurch zu bestärken: Ich habe bloß die Absicht, zu zeigen, daß man sowol hier, als in der Theologie bisweilen mit solchen Argumenten sich brüstet, welche doch bey einer genauen Untersuchung nicht bestehen können, und zu nichts anders dienen, als eine gute Sache verdächtig zu machen."

28. Ahrens and Langrock 2003, 17. "Laß sehen in der That, daß du seyst zubereitet | Zum schönsten Orgelwerck. Denn was hier angedeutet | Mit seinem klugen Bau des Künstlers Kopf und Hand, | Hat viel viel weißlicher dein GOTT an Dich gewandt."

29. Ibid., 27. "In was vor schöner Harmonie | Stimmt alles wohl bey unserm GOtt zusammen!"

30. Ibid., 28. "HERR, wir dein Volck und Schaafe deiner Weyde."

31. Ibid., 24. "Es gehöret allerdings unter die Wege der Göttlichen Allmacht, Güte und Weißheit im Reiche der Natur, daß der grosse Schöpffer aller Dinge auch den Thon, nebst desselben wunderbaren Veränderung und Modification, so weislich gemacht und geordnet hat. Die Menschen haben auch in diesem Stücke genommen, was ihnen Gott gegeben, und sich in der Thon-Kunst, theils zu ihrem eigenen Vergnügen und Nutzen, theils auch, welches das beste ist, zum Lobe Gottes, auf vielerley Art fleißig geübet."

32. Ibid., 25.

33. For enabling me to play this instrument, and for providing details from an organist's perspective, I would like to thank Elizabeth Höpfner.

34. Ahrens and Langrock 2003, 28.

35. Brause and Hentschel 1992, 8–9; Stadt- und Heimatverein Rötha 1996, 2–3.

36. The construction of a Silbermann organ in Glauchau in 1730 was a sign that the town had recovered from a 1712 fire. See Ahrens and Langrock 2003, 48–49.

37. Pfarrarchiv Rötha. Sign. Loc. XIII, 1 ("Die Erbauung neuer Orgeln in der St. Georgen- und St. Marien-Kirche zu Rötha"). First page of a letter from C. A. Freiherr von Friesen dated November 10, 1721. The instrument Silbermann constructed in Rötha's Church of St. Mary was completed in or around 1722.

38. Ahrens and Langrock 2003, 29. "Rötha, so wirst du vor allen | GOTT und Menschen wohl gefallen; | Liebe nur die Harmonie. | Wirst du GOTT hier Lieder bringen. | Laß die Orgel mit erklingen. | Er, der Herr, beschütze sie!"

39. Rubardt 1953, 11. "Im übrigen wünschen wir, daß Gott solches schöne Orgel-Werck vor allen Schaden behüten, und sehr lange Zeit in guten Friede zur heiligen Andacht [ . . . ]."


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1. Dok III, Nr. 820. "Wollt ihr auch ein Bierfiedler werden?"

2. Mattheson 1740, 343–44. "Dieses war schon genug, nach Beschaffenheit meiner Jahre und Umstände, mich zu grösserm Fleiß aufzumuntern, wenn ich nicht von denen, die mir weisen sollten, was gut sey, fast mit Gewalt von der Musik wäre abgetrieben worden [ . . . ]"

3. Mattheson 1740, 356. "Ach! aber, welch ein Ungewitter zog ich mir durch besagte Oper über den Hals! Die Musik-Feinde kamen mit Schaaren zu meiner Mutter, und stellten ihr vor: Ich würde ein Gauckler, Seiltäntzer, Spielmann, Murmelthierführer &c werden, wenn mir die Musik nicht entzogen würde. Gesagt, gethan! mir wurden Noten, Instrumente, und mit ihnen das halbe Leben genommen. Damit ich aber desto mehr davon abgezogen würde, so ward beschlossen, mich nach Zellerfeld auf dem Hartze in die Schule zu schicken: weil meine Notentyrannen vieleicht [sic] glaubten, hinterm Blockberge duldeten die Heren [sic] keine Musik."

4. Merian 1920, 141–42.

5. D-LEsa (Leipzig, Stadtarchiv): Richterstube Strafakten Nr. 630.

6. D-Gs: Cod. Uffenbach 25, 1:56 (November 8, 1712). "Abends besuchten wir den Hrn. Apothecker Gemehls, welcher ein wohlgereißeter und erfahrner man ist, so die Laut wohl und fundamental spielet, und weil alhier die apothecken wie an allen solchen kleinen orten, auch cafe haüßer sind, so gehet man auch alhier zu dießen Hr. Gemehle und höret ihn bey dem trincken auf seiner Laute spielen, und singen, er hatte aus den teutschen opern gar artige stücke übersezet und wer damit nicht dificil gleich wie ich ihm den gar viel abgeschrieben, und mit mir weg genommen."

7. Edler 1982, 95: "[ . . . ] Ja wol schlecht reimen würde, daß ein Musicus und Organiste seinen Rang Bey den geringsten Bürgern und Tagelöhnern haben solte."

8. Ibid., 93–95.

9. The duke to whom Hurlebusch referred is Ferdinand Albrecht II of Braunschweig-Wolfenbüttel. Gurlitt 1913, 22–23. "Was aber die zweyte Haubtursache betrift, die bisher verhindert, warum nicht Persönlich den Braut-Messen mit beygewohnet, so ist selbe gleichfals kürtzlich dies: Daß die Organisten u. Hn. Cantores bey denen Brautmessen von der Bürgerschaft zu verächtlich tractiret werden. Denn wenn man ins Hochzeits Hauß kommet, so sind die mehresten Bräutigamme u. Bräute, so impoli, u. entpfangen ein nicht allein nicht, sonder lassen Cantor u. Organisten noch darzu, bis die Trau Musique angehet (welches denn öfters länger als eine gantze Stunde dauret) auf der Diele, unter Mädgens, Jungens u. sonsten unter allerley Pöbel stehen, welches aber einen Ehrliebenden Gemüht überaus nahe gehen muß, zumahlen da man überdehm wenigstens vom Stande so viel, wie die meisten Bürger, alle Kauffleute, Brauer oder wie sonsten Nahmen haben mögen. Wer aber ein Bürger von Caractere ist, da weiß man schon, wie weit der einem an Stande gleiche oder nicht, u. von denen rede hier gar nicht, besonders aber von denen die über mich sind, deren dennoch sehr viele sind, für Denen habe allen schuldigsten Respect. | Ich muß hiebey, ohn eiteln Ruhm, allein zu meiner Defension in diesem punct, itzt gehorsambst mit melden: daß da noch die sonder Gnade gehabet, meinem gnädigsten Hertzog, in der Music 3. jahr zu informiren, oder wenn auch Ihre Durchl. bey anderen Begebenheiten, mit meiner Musique entweder gantz allein oder auch mit Andern, unterthänigst aufgewartet, daß mir so dann, Höchstged. Ihro Durchl. ein für allemahl, gnädigst erlaubet haben, allezeit so gleich in Dero Anti-Chambre zugehen, damit man nicht unter allerley Dienern u. geringeren Hoff-Purschen, sich aufzuhalten, nötig hätte, welches denn die übrigen Durchl. Herrschaften alhier, mir gleichfals in solchen Fällen, gnädigst permittiret. Wie vornehme Ministre u. andere hohe Persohnen, wenn Sie mich etwa ein Cammer Musique zumachen, fodern lassen, in solchen Fällen begegnen, solches wil, um Ewl. Hoch u. Woll Edl. nicht die Gedult zu benehmen, nur verschweigen. | Was aber durchlauchte Herrschaften, Vornehme Ministre u. andere hohe Persohnen aus Gnade u. Güte mir bezeigen, was wil mir denn das ein Bürger, der höchstens meines Gleichen ist, weigern? Von denen praetendire es aus Schuldigkeit. Daß sich die Musicanten ein schlecht traittement gefallen lassen, solches können die sehr wol thun, denn daß ist man schon von undenklichen Zeiten an Ihnen gewohnet, u. ihr Ambt bringet es so mit sich. Es müssen selbe auf denen Hochzeiten auch denen allergeringsten Menschen was aufspielen. Sie müssen auch auf begehren des geringsten Menschen (wenn Er nur ehrlich) Ständgens auf den Gassen machen, u. mit einen Wort, Sie müssen auf Fodern aller Leute, wenn wie gesaget, selbe nur ehrlich sind, spielen, an welchen Ort oder zu welcher Zeit die Leute es nur haben wollen. Allein dies wird doch wohl kein honetter Organist, der nur haubtsächlich in der Kirche zu musiciren, angenommen, thun u. auch thun können." Hurlebusch requested a "ein Befehl" from the town council, "daß Sie mich ins künftige, wie andre honette Leute, bei den Braut-Messen tractiren, nemblich: daß der Bräutigam oder die Braut, so wol mich, als die Gäste, in ein Zimmer führen müssen, bis die Brautmesse würcklich angehet; brauchen Sie Kutschen die Gäste darin holen zu lassen, daß Sie so denn mich so wohl, wie den Gästen, die Kutsche schicken müssen etc.[ . . . ] [W]erden Ew. Hoch u. WollEdl. auch Hochgel. Herrl. u. Gunstl. aus vorher angeführten dristigen u. waren Ursachen, geruhen, an die Bürgerschaft eine Hohe Verordnung ohne schwer ergehen zu lassen [ . . . ], daß Sie mich ins künftige, wie andre honette Leute, bei den Braut-Messen tractiren, nemblich: daß der Bräutigam oder die Braut, so wol mich, als die Gäste, in ein Zimmer führen müssen, bis die Brautmesse würcklich angehet; brauchen Sie Kutschen die Gäste darin holen zu lassen, daß Sie so denn mich so wohl, wie den Gästen, die Kutsche schicken müssen etc."

10. Johann Georg Hoffmann.

11. Johann Paul Kuntzen.

12. Johann Peter Kellner.

13. Johann Conrad Dreyer and Michael Kirsten.

14. Mattheson 1740, 110. "Dabey hätte es nun sein Bewenden mit mir haben, und ich mich endlich zu meines Vaters Gewerbe bequement müssen; wozu sich doch niemals der geringste Trieb bey mir äusserte: weil ich täglich sahe, wie sich derselbe über dem bösen Garne, welches er, als ein Unterthan, für das schlechte Hofe-Lohn verwirckte, quälen und abmartern muste."

15. Ibid., 111. "Im eilfften Jahre erhielt auch von meinem Vater, durch inständiges Bitten, so viel, daß er mir eine alte Geige kauffte, und nach seiner Armuth etwas an mich wagte, daß ich ein wenig darauf unterrichtet wurde. Und hiemit solte es alle seyn. Als ich nun das 12. Jahr zurück geleget, so drang man in mich, eine Profeßion zu wehlen, mit welcher ich dereinsten meinem Nechsten dienen, und mein Brod dabey erwerben konte. Da er aber meinen Entschluß hörte: daß wo es meinen Eltern beliebig, und es möglich wäre, ich in der Welt nichts anders, als ein Musikus und Organist werden mögte; so wurde ihm dabey nicht zu Muthe [ . . . ]. Da ich aber mit Bitten anhielt, und Ihnen zu erkennen gab, wie ich gewiß verhoffte, daß mich der liebe GOtt dabey meine Versorgung würde finden lassen; so erhielt zu meinem grösten Vergnügen Ihre Einwilligung."

16. Ibid., 138–39. "Mittlerweile schaffte mir mein Vater ein Cymbal, oder so genanntes Hackebret an, worauf ich mich äuserst bemühete, allerhand Täntze zu spielen, und meinen Vater antrieb, mich bey einem Dorffspielmann anzudingen, damit ich auch ein gelehrter Spielmann, so wohl, als ein natürlicher, werden mögte. Hiezu aber hatte mein Vater keine Lust; sondern wollte mich, mit aller Gewalt, zu seinem Handwercke bereden; welches mir jedoch gar nicht gelegen war. Es fügte sich kurtz hernach, daß ein Wirthschaffts-Amtmann mich, meiner Handschrifft, und meines Spielens halber, lieb gewann, der so dann meinen Vater um mich ansprach, ihm allerhand gute Dinge vorsagte, was er nehmlich aus mir noch mehr machen würde, etc. Solches gefiel meinem Vater nicht übel, als der da lieber gesehen hätte, daß ich ein Bauren-Richter, als ein Musikant geworden wäre."

17. Ibid., 139. "Ich ging hernach auf dem Lande herum, wo nur eine Orgel in einer Kirche war, damit ich zum Spielen kommen mögte. Man kan leicht gedencken, wie vortreflich ich mich hören ließ. | Meine erste Probe legte ich ab in einem Orte, Böhmschdorff genannt. Der Organist war nach der Predigt nicht zugegen: da wagte ich mich, mit Furcht und Zittern, seine Stelle zu vertreten. Das Lied, so ich spielen sollte, war: Wenn wir in höchsten Nöthen seyn. usw. Dieses konnte ich aus dem gemeinen C-Ton am besten spielen; da denn die Bauren biß ins hohe g brav hinan schreien musten."

18. Reichardt 1795, 167. "Da ich ohngefähr vier Jahr alt war, stand in meiner Stube ein Clavier. Mein Vater fragte mich: Du? Willst du das Clavier lernen? Ja, wenn mein Bruder von Gotha kommt. Mein Bruder war in Gotha und hielt sich beim Cappellmeister Stölzel auf, um die Komposition zu lernen[ . . . ] Weißt du was? Ernst Wilhelm will das Clavier von dir lernen. Da sezte er sich an das Clavier, lehrte mich die Claves und Noten, und eine Menuet, die ich im sechs und fünfzigsten Jahre noch gespielt habe [1791] [ . . . ] Es gieng nun immer weiter, ich lernte so geschwind, daß ich in keiner Zeit die Orgel ganz und gar spielen konnte. Im dreyzehnten Jahre [1748] kam mein Bruder von Kahla nach Behringen zu Besuch. Ich mußte mich vor ihm hören lassen. Er freute sich über mein Clavierspielen so, daß er mich bat nach Kahla zu kommen, und bei ihm zu bleiben. Vier Wochen nachher reisete ich mit meinem Vater hin, und weil mein Bruder eine Orgel auf der Stube hatte, so orgelte ich da prächtig."

19. Mattheson 1740, 139. "Dieser wollte mich aber auf etliche Monath nicht annehmen; dahero muste ich mich versprechen, zwey gantze Jahre bey ihm zu bleiben. Ich that es; er aber wandte bey mir nicht allzuviele Mühe an, nur daß er mir die Noten, nebst der Applicatur auf dem Clavier so wohl, als auf der Violine und Gambe, zeigte. | Das beste war, daß er mich im andern Jahre zu einem Organisten auf dem Dorffe, Gros-Jängwitz, machte, alwo ein neues Orgelwerck mit einem Pedal erbauet wurde: welches mir eben, zu meiner Ubung, vortreflich zu Statten kam. Ich sahe mich dabey in musikalischen Schrifften fleißg [sic] um, welche mir den rechten Weg zeigten. Daß ich aber zugleich einen Schulmeister mit abgeben muste, war mir nicht so gar eben: weil die Schüler zum Theil nicht viel jünger waren, als ich."

20. The "Herr Quiel" mentioned here is Johann Heinrich Quiel. Mattheson 1740, 111–12. "Im eilfften Jahre erhielt auch von meinem Vater, durch inständiges Bitten, so viel, daß er mir eine alte Geige kauffte, und nach seiner Armuth etwas an mich wagte, daß ich ein wenig darauf unterrichtet wurde. Und hiemit solte es alle seyn. Als ich nun das 12. Jahr zurück geleget, so drang man in mich, eine Profeßion zu wehlen, mit welcher ich dereinsten meinem Nechsten dienen, und mein Brod dabey erwerben konte. Da er aber meinen Entschluß hörte: daß wo es meinen Eltern beliebig, und es möglich wäre, ich in der Welt nichts anders, als ein Musikus und Organist werden mögte; so wurde ihm dabey nicht zu Muthe [ . . . ] Da ich aber mit Bitten anhielt, und Ihnen zu erkennen gab, wie ich gewiß verhoffte, daß mich der liebe GOtt dabey meine Versorgung würde finden lassen; so erhielt zu meinem grösten Vergnügen Ihre Einwilligung. Ich wurde nun also, im 13. Jahre meines Alters, um Johannis-Zeit, weil ich noch sehr klein und schwächlich war, auf 5. Jahr, gegen ein schlechtes Lehr-Geld, dem Herrn Organisten Quiel verdungen. Derselbe unterwieß mich auch auf allen besaiteten und blasenden Instrumenten, Trompete und Waldhorn unausgenommen, auf welchen letztern mir es aber niemals, wegen meiner Brust, recht glücken wolte, und welche ich, so bald ich mein eigner Herr wurde, völlig abandonirte; doch ist es mir dienlich gewesen, daß ich daraus ihre Eigenschafften kennen lernen. Die Abend-Stunden, insonderheit im Winter, brachten wir bey dem Examine mit Lesung musikalischer Schrifften, sonderlich des Werckmeisters und Printzens zu, welche er denn mir, und noch zween andern Scholaren, nach Möglichkeit, suchte deutlich zu machen [ . . . ] Als aber mein Lehr-Herr, 1714 im Johann-Marckte, von Breßlau Matthesons neu-eröffnetes Orchestre, und Heinichens erste Anweisung zum General-Basse, nebst Keisers Land-Lust mitbrachte, und uns das erste durchzulesen gab, und das andre, bey der Anführung des General-Basses, zum Grunde legte, so gefiel mir jenes wegen der schönen Ordnung, und der so vielen neuen Sachen (ob ich gleich noch nicht alles verstund) so ungemein, daß ich meine gantze Baarschafft nahm, und da diese noch nicht zulangen wollte, das übrige von meinen Eltern erbat, und das Büchel dem Lehr-Meister abkauffte. Ich trug auch dasselbe Tag und Nacht bey mir, und laß so offte drinnen, als es möglich war, daß ich es schier so gut, als den Catechißmum, auswendig wuste [ . . . ]"

21. Kaemmel 1909; Maul 2012.

22. Mattheson 1740, 160; Döring 2009, 606.

23. Bernd 1973, 111. "Es war mir nicht anders, als ob ich im Secret oder heimlichen Gemache selber schliefe: ich kunte vor Gestank nicht einschlafen, und es fiel mir Klippel-dicke, wie man zu reden pflegt, in den Hals, gleich als ob ich davon ersticken wollte."

24. Mattheson 1740, 160. "Die damahligen Opern, bey welchen er bald als Sänger, bald als Instrumentalist, gebraucht wurde, und der Unterricht in der Musik, bey den vornehmsten Kaufleuten, gaben ihm als Gelegenheit, manchen schönen Thaler zu verdienen. Da er nun zugleich bey der gewöhnlichen, musikalischen Gesellschafft, als erster Violinist, stund, u. eine ziemliche Zeit in der Nicolai-Kirche für den Organisten, Daniel Vetter, die Stelle verwalten muste, so ward er auch immer mehr an auswärtigen Oertern bekannt: wie man ihn dann zu verschiedenen mahlen nach Weissenfels, Gera, Gotha und Merseburg, von Leipzig aus, einladen lies."

25. Adlung 1768, 12. "Hieher ziehe ich das Reisen eines Organisten, welches sonderlich dieser Lehren wegen nöthig ist. Denn im Generalbasse, Fantasie, Choralen, italienischen Tabulatur, etc. kann man richtige Principia setzen, und daraus das übrige erkennen: aber in dieser Lehre, sonderlich wenn es die Untersuchung der Orgelregister betrift, sind viel Sachen durch den Augenschein und durch das Gehör zu erkennen, welche man nie beysammen in einer Stadt findet; folglich muß man sie anderswo aufsuchen."

26. Zohn 2011, 416.

27. Henze-Döhring 2003, 23–32.

28. Riepe 2003, 44–47.

29. Rampe 2004, 174.

30. To cite one prominent example, Johann Gottfried Walther, organist at the Church of St. Peter and Paul in Weimar, was hired initially to give keyboard lessons to the duke of Saxe-Weimar and was eventually awarded the formal title of Hof-Musicus (court musician). See Beckmann and Schulze 1987, 71–72. See also Edler 1982, 83.

31. Klose 1849, 148.

32. Burrows 1985, 39.

33. Gerber 1790–1792, 1:493. "Er hatte nemlich, außer den Wochen- und Sonntagskirchen, noch wöchentlich in zwey Hofassembleen den Flügel zu spielen." See also Dok II, Nr. 641 for mention of another Bach student whose job it was to play the keyboard "am Hoff auf das Clavecin," and Kemmler 1970, 18, for a court organist's duty to "bei den Assembleen den Flügel spielen."

34. Klose 1849, 6–7. Telemann and Stölzel attained the same title. See Zohn 2011, 417, and Mattheson 1740, 346.

35. In Mecklenburg, court organists served simultaneously as "Kellermeister" or served in some other capacity "welches mit weitläuftigen Rechnungen verbunden war." See Kemmler 1970, 18. Gerber 1790–1792, 495. "Das Jahr 1749, wo er endlich alles Strüubens ohngeachtet, genüthiget wurde, ein Hofamt anzunehmen, welches mit weitläuftigen Rechnungen verbunden war, setzte allen seinen musikalischen Beschäftigungen ein Ziel. Kaum, daß er außer der Kirche zu Hause dann und wann dem Klavier ein halb Stündgen widmen konnte."

36. Zohn 2011, 418.

37. The text is taken and the translation adapted from Zohn 2011, 420. "Heute muß man mit dem Hof da-, morgen dorthin. Tag und Nacht leiden da keinen Unterschied. Sturmwind, Regen und Sonnenschein, gilt da eines wie das andere. Heute muß man in die Kirche, morgen zu der Tafel, ubermorgen aufs Theatrum. [ . . . ] Je excellenter er ist, je mehr wird er eben bey der station, darzu er einmal angenommen, zu bleiben genothiget, und ihme alle Federn aus denen Flugeln gerupfft, damit er sich nicht hoher aufschwingen moge. [ . . . ] Hat man in denen Republiquen (welches ein grosses ist) vor seine Kinder stipendia zu hoffen, bey Hofe nicht, oder gar selten."

38. Rampe 2004, 171.

39. Glöckner 1988, 137–44.

40. Mattheson 1740, 124.

41. Greve 1985, 21–22.

42. Mattheson 1740, 94; Stahl 1952, 69.

43. Edler 1982, 105–6.

44. Dok II, Nr. 253.

45. Edler 1982, 199.

46. Mattheson 1740, 164.

47. Edler 1982, 115.

48. Maul 2009, 232–35. "Der erste Candidatus wird sich gefallen laßen, in Zeit von zwey minuten, von B-Dur in H-moll zu praeludiren; und dann folgendes Thema auszuführen [ . . . ] Nach diesem der Choral: Wir gläuben all an einen Gott aus dem dis-moll. [ . . . ] Auch woll eine Arie dem Sänger zu accompagniren: Ihr tunkeln Schatten ihr. Hierauf folget das andere Thema. [ . . . ] Noch ein Choral, den er selbst will. Zum Beschluß seine eigene Fantasie. || Am 7. 9br 1737, wurde obiges, nach der Vesper in der St: Johannis Kirche, dem Candidato Papen aus Hamburg zur Probe zu spielen aufgegeben; Anstatt aber daß er aus dem B-Dur zu praeludiren anfangen und in H-moll enden solte, fieng er in H-moll an, und continuirte darinn bis in die 6 minuten; Konnte also das tempo nicht finden, welches dann anzeiget, daß er mehr nicht wiße, als was er auswendig gelernet. | Das 1stere Thema der Fuge war auch schlecht exsequiret, nur durch H-moll und Fis-moll, und die anderen Thöne wurden gar nicht berühret. | Den Glauben fing er zwar an in dis-moll, weill er aber damit im Bass nicht auslangen konte, fiell er in D-moll, als welchen Ton er schiene gewohnt zu seyn spielen, und daher noch ziemlich herauskam. | Die Arie accompagnirte er aber bludt schlecht, und that lauter falsche Griffe, nahm auch kein tempo in Acht, also daß der Sänger zu singen aufhören muste; hingegen darob zu erkennen ist, daß bemelter Pape noch schlechte perfectus in General Basse haben müste. | Das letztere Thema der Fuge getrauete er sich aber nicht einst zu spielen, sondern ließ es aus, und machte den Beschluß mit seiner eigenen fantasie, womit er aber mehr ein Gerassel als eine Angenehmligkeit machte."

49. Wollny 1995, 185–90.

50. Maul 2009, 226–27.

51. Ziller 1935, 126. "Sol Er bey diesem seinem Ambte eines Gott seligen, frommen, still- und eingezogenen Lebens und Wandels zu ieder Zeit sich befleissigen, ärgerliche Gesellschafften sambt dem überflüssigen Trunk ernstlich meiden."

52. Ibid., 126–27. "Sol Er nicht allein das Orgelwerk darinnen treulich beobachten und in fleißige Obsichten nehmen, sondern auch nach seinem besten Verstande, Wissenschaft und Gewissen tractieren, auf die Sonn- und Festtage vor- und nachmittags, wie auch nach geschlossener Neun Predigt, weniger nicht alle und ieden Sonnabend oder zu welcher Zeit sonsten die gewöhnlichen Vespern gehalten werden, ingleichen auf diejenigen Predigttage in der Woche, an welchen der Gottesdienst mit einer Music celebriert zu werden pflegt, sich iedesmahl zu rechter Zeit in der Kirchen einfinden, und wie herkommens und gebräuchlich biss zum Ende des Gottesdienstes das Orgelschlagen verrichten, die Choral Gesänge, welche Er, wie unter ambulando zu tractieren, sich befleissigen wird, durchgehends mitspielen, desgleichen auf die beyden Schul Examina beym anfang und ende derselben das Regal und sich keiner Mühe, Kälte oder anderer Ungemach darbey verdriessen lassen, auch vorsetzlich und ohne dringende Noht keinen Ambts Tag oder Stunde versäumen oder einen anderen an seiner statt bestellen, sondern iedesmahl in Person dasseinige treulich dergestalten thun und verrichten, damit Gott zu Ehren und der Christl. Gemeinde zu Ruhm allezeit eine liebliche Harmoniâ erklingen möge [ . . . ]. Sol Er jährlich und iedes Jahr besonders auf den Festtag S. Johannis Baptistae nach geendigtem Gottesdienst des Nachmittags, zum Andenken seiner reception das gantze Orgelwerk mit allen seinen Registern und Stimmen in lieblicher und wohlklingender Harmoniâ eine halbe Stunde lang durchspielen und also für der beharrenden Christlichen Gemeinde sich hören lassen, wie er in seinem Ambte sich bisher gebessert hat."

53. Mattheson 1739, 473.

54. Burkardt, Gantner-Schlee, and Knieriem 2006, 213: "[ . . . ] daß er 1. den Gesang 'Allein Gott in der Höh'; 2. die Gesänge, welche an den Sonn- und Festtagen vor und nach der Vormittags- und Nachmittagspredigt verordnet werden, jedesmahl mit der Orgel begleitet. 3. muß der Organist unter der Communion vor dem ersten Gesang präludieren, den dann der Kantor allein zu singen hat. Sind aber mehrere Gesänge nöthig, so soll der Organist den zweiten Psalm mitspielen und dann abwechselnd damit fortfahren. Bei den Gesängen nach der Communion bleibt es dem Organisten überlassen, ob er den Gesang nur vorspielen oder auch begleiten will. Weiter wird dabey dem Organisten befohlen, vor den Gesängen nie ohne Melodie zu präludiren, dabey aber keine fremden Melodien zu benutzen, sondern nur solche, die der Gemeinde bekannt sind. Bey kurzen Gesängen soll ein gantzer Vers vorgespielt werden, bey längeren nur der Anfang der Melodie."

55. Burkardt, Gantner-Schlee, and Knieriem 2006, 213. "Sonntags, den 5. August [1736], ließen wir uns in die große und schöne Nikolai-Kirche führen, woselbst wir den lutherischen Kirchgebräuchen von Anfang vis zu End zugesehen und mithin vieles mit den Papisten Übereinstimmendes wahrgenommen haben. | Denn nicht nur waren die Prediger meistenteils mit weißen Chorhemden bekleidet, sondern es brannten auch zwei große Wachskerzen auf dem Altar, bei welchem kommuniziert worden. So geschah auch vor der Kommunion die Einsegnung von solchen Personen und auf solche Art, wie es beim Meßlesen herzugehen pflegt. Während der Kommunion aber ward von der Orgel beständig musiziert, sowohl mit Vokalstimmen als allerhand Instrumenten."

56. Mattheson 1739, 473. "Weil es denn solcher Kirchstücke und Gesänge viele gibt, die gar verschiedene Gemüths-Bewegungen in sich fassen, als da sind: erhabne Freude, stille Zufriedenheit, unverstellte Demuth, rührende Wehmuth, tiefe Reue, herbes Leid, hefftige Sehnsucht, dringendes Verlangen; festes Vertrauen, ungestörte Andacht, siegende Großmuth, billige Verachtung, heiliges Trotzen etc. [ . . . ]: So hat ein kluger Spieler dahin zu sehen, daß er den vorhabenden Affect wol kenne, sich denselben im Vorspielen fest eindrücke, und seine Einfälle so darnach regiere, daß er die Zuhörer nicht zum Weinen einlade, wenn sie freudig seyn sollen; noch iemand zum Lachen bewege, dessen Hertz vielmehr eine Zerknirschung erfordert. Die Exempel liegen leider! in Menge davon zu Tage, ohne daß es fast iemand merckt: da mancher Organist, der seine Einbildungs-Krafft niemahls sonderlich beschweret, immer getrost und beständig dasjenige daher spielt, was er von Jugend auf auswendig gelernet hat; es reime sich, oder nicht."

57. Mizler 1740, 62. "Ein schönes Frauenzimmer Gesicht ist nichts unannehmliches. Ein Pferde-Hals nichts unnatürliches. Ein Ziegenbock nichts ungewöhnliches. Ein Fischschwanz nichts verwerfliches. Wenn aber ein Mahler, mit Horaz etwas verändert zu reden, auf einen Pferdehals einen schönen Frauenzimmerkopf setzen, den Körper wie eines Ziegenbocks machen, und endlich einen Fischschwanz anhängen wolte, würde das Gemählde unannehmlich, unnatürlich, ungewöhnlich und verwerflich seyn. Ist es aber bey einigen Organisten, die alles unter einander herspielen, was ihnen nur nach ihrer Caprice einfället, und da bald aus iener Trauer-Cantate, bald aus dieser Hochzeit-Ode ein paar Stellen in einem üblen Zusammenhang sich hören lassen, denn anders? Wahrhafftig es ist eben so unnatürlich, ungewöhnlich, verwerflich, und bey denen, welcher Gehöre die Vernunft beherrschet, auch unannehmlich. Die unvernünftigen Bewunderer solcher unzeitigen Kunsteleyen haben den falschen Ehrgeitz dieser unnatürlichen Künstler noch mehr angeflammt, und die Anzahl derselben vermehret."

58. Edler 1982, 191.

59. Ibid. "An einem anderen Sonntag habe er ein solches 'Gnarren, Schnarren und Jammergeschrei mit der Orgel gemacht, daß die Gemeinde geärgert und gestört wurde.'"

60. Voigt 1742, 44. "Dinge, darnach sich die Bauer-Mägde in den Schenken halb zu tode getanzet, und hernach geistliche Texte darauf gemacht worden sind, ist [ . . . ] so viel, als dem Teufel den Wein, und Gott die Hefen liefern."

61. Ibid., 9. "Hätte er aber die weltliche Absicht, daß er sich bei der galanten Welt beliebet machen wolte, und der Menschen zu gefallen lustige Sprünge mit einfliessen liesse, so wäre es nicht zu billigen."

62. J. Gottfried Donati, Einige Discourse zweyer Orgel-Freunde, Welche bey Gelegenheit des von Tit. HERRN Gottfried Silbermann[ . . . ] Am 1. Advent dieses 1742sten Jahres zu Fraureuth im Voigtlande verfertigten schönen Orgelwercks geführet worden (Greiz: Abraham Gottlieb Ludewig, 1742) quoted in Jung 2007, 115. "Tarindo [Donati] berichtet von einem Organisten, der nicht nur das Trompeten-Register zum Vorspiel (des folgenden Chorals) benutzt und damit 'eine recht üppige Passepied, mit Polnischen Clausuln vermenget, aus dem F moll' spielt, und nachdem er 'fast eine halbe Stunde geraset und gehacket hatte, wurde der Choral angestimmet: Warum betrübst du dich mein Hertz. Solchen fochtelte er mit vollem Wercke durch, machte erschreckliche Creutz-Hiebe, und brachte es endlich durch absurde und unschickliche Gänge so weit, dass die Gemeinde stille schweigen, und diesen Tausend-Künstler wider willen zuhören muste. [ . . . ] Gereichet solche Raserey zur Ehre des grossen Gottes? Werden auf solche Weise die Lieder nicht geschändet, verketzert und Spott damit getrieben?"

63. Mattheson 1740, xxxii–xxxiii. "Ein Cantor hergegen ist ein musikgelehrter Kirche- und Schulbedienter, der die Jugend, ordentlich-bestellter Weise, in guten Anfangs-Gründen, absonderlich aber in der Singekunst unterrichtet, der Composition wohl erfahren seyn, die Kirchenmusik bestens besorgen und derselben vorstehen muß: zum Lobe des Höchsten, zur Erbauung der Gemeine, und rühmlicher Erziehung der Schüler."

64. In some cases the cantorship was a strictly administrative post. The Brothers von Uffenbach described a situation in the town of Mölln in which the cantor was merely a position for those with ambitions to become rectors; most could not even read music. See Uffenbach 1753–1754, 2:7–8.

65. Edler 1982, 98.

66. Ibid., 108–9.

67. Ibid., 110, and Michaelsen 1958, 200.

68. Bach's predecessor in Leipzig, Johann Kuhnau, served for many years as organist at St. Thomas Church, during which time he worked as a professional lawyer and also authored several novels.

69. Edler 1982, 114–15.

70. Beckmann and Schulze 1987, 133; Rampe 2003–2005, 4/5:96.

71. Walther 1732, 657.

72. I would like to thank Jürgen Neubacher for drawing my attention to this source. Kreising 1742, 146r. "Ihr frohes Bild stellt noch in meinen Augen dar, | Wann durch mein Saitenspiel Sie so gerühret war, | Daß Sie kein andrer Schall, kein fremd Getöse stöhrte, | Ja, daß Sie so entzückt der Tonkunst Wirkung hörte, | Daß Sie fast unbewegt bey ganzen Stunden sas | Und man des Hertzens Freud Ihr aus den Augen las. | Wie oft und wie betrübt werd ich hieran gedenken! | An Statt der vorigen Ergötzung und an Statt | Des Beyfalls, welchen mir Ihr Mund gegönnet hat, | Lohnt mir die Spielkunst nun mit Grämen und mit Kränken."

73. Schnizzer 1938, 182–83. "Die Information der Kinder hat Er mit allem Fleiß und großer Sanfftmuth verrichtet, und ist von ihnen sehr geliebet word[en]: Er war sehr demüthig, verträglich, diensthafft, from[m], dabeÿ eines lustigen humeurs, und vermochte Er durch seine Music, da Er Zugleich mit vielen Stim[m]en und seinem Spinet sich dergestalt hören ließe, daß man gemeinet, Es wären viel Personen vrhande[n], eine gantze honette Compagnie Zu ergötze[n], wie man ihn denn beÿ allen vornehmen Convivijs deßwegen gerne hatte, und sonst auch dabeÿ gar wohl gebrauche[n] konnte. Weil der alte Organist Haueißen alters Halber das Clavier nicht mehr tractiren kunte, hat man Ihme den Hn Münzer adjungirt, damit das Orgelwerk in der Kirche, so Er excellent verstunde, und künstlich | darauf spielen konnte, desto beßer versehen würde, so Er auch in die 4. Jahr löbl[ich]. verrichtet. Anno 1706. d. 3. April, alß am H. Osterabend starb dieser liebe Mann an einem hitzigen Magenfieber, im 36sten Jahr seines Alters, und hinterlies 8. kleine kinder, die Er mit Margaretha Theobaldin ehlich erzeüget hatte: Am dritten Ostertag geschahch eine solenne BeErdigung mit einer ungemein volkreichen Procession und Leich_Predigt, so ihme Zu sondern Ehre[n] in der Stattkirche gehalten worde[n], auch allgemeiner und beÿ vielen mit Thränen vermischter Betraurung. Wenig Wochen vor seinen seel. Abschied lies sich die Orgel in der Kirche etlich mal hören, alßo daß einstens nach ihm geschikt Wurde, damit Er Zuschauen mögte, was vor eine Pfeife heülete, und woher es käme. Er gieng hinein, visitirte das werk, kunte aber nichts finden. Etliche nah an der Kirchen wohnende Leüte haben gar sagen wollen, sie hätten das Sterblied schlagen gehört: Hertzlich thut mich verlangen [etc]. so man aber dahin gestellet seÿn läst. Der Wittbe und armen waÿsen ist in regarde der wohlverdienste deß seel. herrn Tertij eine milde Gnade an Getraid und freÿer Wohnung mitgetheilet worde[n]." I would like to thank Rashid-Sasha Pegah for drawing my attention to this source.


Back to top Chapter 11. The Daily Life of an Organist

1. Spohr 1968, 4–5. "Mit Eifer begann ich meine musikalischen und andern Studien. Den Violin unterricht gab mir der Kammermusikus Kunisch, ein gründlicher und freundlicher Lehrer, dem ich viel verdanke. Nicht so freundlich war der Lehrer in der Harmonie und im Kontrapunkt, ein alter Organist namens Hartung, und noch erinnere ich mich, wie dieser mich einst bös anfuhr, als ich ihm bald nach Beginn des Unterrichts eine Komposition zur Ansicht vorlegte. 'Damit hat es noch lange Zeit; erst muß man was lernen!' Nach einigen Monaten munterte er mich jedoch selbst auf, nun Versuche in der Komposition zu machen, korrigierte dann aber so unbarmherzig und strich so viele nach meiner Meinung herrliche Gedanken, daß ich alle Lust verlor, ihm wieder etwas vorzulegen. Nicht lange nachher hörte wegen Kränklichkeit des alten Mannes der Unterricht auf und ist der einzige geblieben, den ich je in der Theorie gehabt habe."

2. D-BS: H III 3:99. The book is titled Kleine Wirthschafft Rechnung über Einnahme und Ausgabe, angefangen Cöthen den 2. Januarii 1752. C. A. Hart. The only known reference prior to Talle 2011 appeared in Hartung 1972, 17. A few biographical details about Hartung appeared in Buchmann 1987, 170–71.

3. Hartung's birth record reads as follows: "342. Carl August Hartung Ein Ehelicher Sohn Johann Christoph Hartungs, Fürstl. Leibschneiders und Bürgers und Albertina Charlotta Schmidin gebohren den 13 8br. getauft von mir den 17. Dit." I would like to thank Manuel Bärwald for consulting the 1723 Taufbuch of the Reformed Church in Harzgerode on my behalf. C. A. Hartung's father, Johann Christoph Hartung, was apparently still alive in 1769 in the midst of a legal battle over Johann Christoph Schmidt's estate. See D-DElsa: DE, Z 38 Amt und Justizamt Harzgerode, Nr. 43, as well as Hartung 1972, 40. Hartung's siblings were named Johann Christian Marcus Laurentius, Johann Wilhelm, Sophie Marie, Elisabeth, and Victoria. See D-DElsa: DE, Z 38 Amt und Justizamt Harzgerode, Nr. 43, f. 26r–v.

4. C. A. Hartung, his younger brother, Johann Christoph Marcus Laurentius Hartung, and Johann Christoph Marius Hartung were all students of cantor Johann Nikolaus Schröter in 1734. D-DElsa: DE, Z 18, C 18 Nr. 6, f. 11r–12r.

5. C. A. Hartung referred to Schmid as "Hr. Vetter Land-Richter." See D-BS: H III 3:99, 225. Close family ties are evident in any case from documents relating to Schmid's estate, some of which went to Hartung and his siblings. See D-DElsa: DE, Z 38 Amt und Justizamt Harzgerode, Nr. 43. Schmidt copied a Bach prelude (BWV 921) already in 1713. The manuscript in which it appears (D-B: Mus.ms.Bach.P222) was at some point acquired by Hartung. See Wollny 2011, 85 and 90–91.

6. One of the manuscripts in the Berlin State Library—a copy of a Præludium attributed to G. F. Händel—was begun by Schmidt and completed by Hartung. See D-B: Mus.ms.30382. Schmidt copied the first twenty-eight measures of the piece (48v–49r) and Hartung the final forty-four (49r–50r). The handwriting of both is also found in D-B: Mus.ms.Bach.P222.

7. These numbers represent estimates. According to a document entitled "Größe und Einwohnerzahl Köthens" prepared by museum employees in the the 1950s and kindly provided by Ingeborg Streuber of the Historisches Museum und Bachgedenkstätte Köthen, Cöthen had 3,300 residents in 1730 and 567 houses in 1747.

8. Hartung 1900, 254.

9. Crell 1725, 57.

10. A letter dated October 12, 1764, describes Johann Christian Marcus Hartung as the "erster" to Oberkoch Schlegel. In the same letter he applied for the position of the deceased Mund Koch Schöne. See D-DElsa: DE, C 5h Nr. 2 Bd. X, f. 109r. It is not known exactly when J. C. M. Hartung began living in Cöthen, but he married Maria Dorothea Pönert there on October 17, 1752, suggesting that he had established residency some years earlier. See Buchmann 1987, 170.

11. The bylaws of the orphanage signed by Prince Leopold in 1723 required that "jedes mahl auff 20. Kinder im Præceptor gehalten wird, damit selbige die Information umb so viel beßer abwarten können; und damit auch andere arme außer dem Waÿsenhause lebende Kinder, sie seÿn Reformirter so wohl als Lutherischer Religion, einen Nutzen vom solchem Waÿsenhause haben" Dessau, Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts: "Acten der Herzogl. Superintendentur zu Cöthen betr. das Waisen-Institut zu Coethen und die damit verbundene Freischule. Allgemeine Acten." Litt. W. No.1. Vol. I. Jahr 1706, f. 13r.

12. The estimate of around forty comes from the payments in 1758–1759 to a tailor to patch thirty-three vests and to a shoemaker to make forty-two pairs of shoes (D-DElsa: DE, Z 73 [Cöthen Cammer-Rechnungen] 1757–1758, 153–54). The bylaws of the orphanage signed by Prince Leopold in 1723 require that "jedes mahl auff 20. Kinder im Præceptor gehalten wird, damit selbige die Information umb so viel beßer abwarten können; und damit auch andere arme außer dem Waÿsenhause lebende Kinder, sie seÿn Reformirter so wohl als Lutherischer Religion, einen Nutzen von solchem Waÿsenhause haben" Dessau, Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts: "Acten der Herzogl. Superintendentur zu Cöthen betr. das Waisen-Institut zu Coethen und die damit verbundene Freischule. Allgemeine Acten." Litt. W. No.1. Vol. I. Jahr 1706, f. 13r.

13. Dessau, Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts: Waisenhaus Protokolbuch 1723, f. 16r–16v.

14. Hensel 1736, 8: "Lieben Menschen, unterwinde sich nicht jederman Lehrer zu seyn, und wisset, daß wir destomehr Urtheil empfahen werden."

15. Jablonski 1693; Laurentius 1731; Lobethan 1729; Mosheim 1757; Saurin 1755; Teller 1736.

16. Pescheck 1735.

17. Pescheck 1738.

18. Freyer 1752.

19. Richter 1731.

20. Gellert 1758.

21. Holberg 1750–1752.

22. D-DElsa: DE, C 5h Nr. 2 Bd. VII, f. 449r–450r.

23. St. Jakob Köthen, Geborene, 1749–1763, 327: "[ . . . ] ein Catholischer Italiäner, welcher mit Kleiner wahre handelt."

24. The bookbinders Hartung used were Johann Christoph Hohmann and Christian Ehricke. Their names are both listed in the baptism record for Hohmann's daughter, Maria Elisabeth, who was born on April 10, 1758. See St. Jakob Köthen, Geborene, 1749–1763, 386.

25. Neu-eröffnetes Welt- und Staats-Theatrum: Welches die in allen Theilen der Welt, sonderlich aber in Europa vorfallende Staats-, Kriegs- und Friedensaffairen[ . . . ] vorstellet (Erfurt: Jungnikol, 1725–1739; or Erfurt: Nonne, 1740–1750). Hartung possessed at least Eröffnungen 1–16. The latest issue he is known to have had appeared in 1753. Some he had bound in calf's leather.

26. In the fourth quarter of 1760 he spent four Reichstaler and twelve Groschen to have a local woodworker named Creutzer make him a bed (D-BS: H III 3:99, 294: "demselben vors Bette"). He must certainly have had a bed before 1760, which he paid an orphan girl to make earlier in 1760 (D-BS: H III 3:99, 288: "dem Waÿsen Mädgen Kirchhofin vor das Bette zu machen"). The secretary cabinet was commissioned from Creutzer for eight Reichstaler and sixteen Groschen (D-BS: H III 3:99, 277: "Mstr. Creutzern auf Abschlag eines Treßur Schranks behandelt vor 8 Rthl. 16 gl.").

27. D-BS: H III 3:99, 344–45.

28. D-BS: H III 3:99, 289: "[4 Gr.] der Nachtwächtern vors Zinn zu scheuren [scheuern] p. T. Ostern."

29. D-BS: H III 3:99, 215: "[14 Groschen] vor 1/2 [Unze] Knaster."

30. Wilhelm Gottfried Scheibe married Eleonora Amalia Jäger on July 12, 1750. See St. Jakob Köthen, Getraute 1721–1769, 353.

31. D-BS: H III 3:99, 227: "Mstr. Kleen vor die ledernen Hosen, zu schwärtzen."

32. Ibid., 213.

33. Ibid., 213.

34. Hartung omits from his Rechenbuch but they are listed in the Cammer Rechnungen. See D-DElsa: DE, Z 73, 1755–1756 for two payments of five Reichstaler, twelve made on January 22, 1756, and June 23, 1756, which Hartung omits from his account book.

35. See D-DElsa: DE, Z 73 (Cöthen Cammer-Rechnungen) 1755–1756, 142; 1756–1757, 143; 1757–1758, 144; 1757–1758, 152–55.

36. Hartung also purchased the following theological tomes during his time in Cöthen: Jablonski 1693; Laurentius 1731; Lobethan 1729; Mosheim 1757; Saurin 1755; Teller 1736.

37. D-BS: H III 3:99, 262: "[4 Groschen] vor Pulv: Vital. 4 Dosis." 266: "der Waÿsen Magd Magdalenen vors Aufwarten in meiner Kranckheit."

38. D-BS: H III 3:99, 47–48: "In diesem Viertel Jahre habe nur 6 Wochen Schule gehalten, weilen die übrige Zeit an einer harten Kranckheit darniedergelegen [ . . . ]"

39. Hartung noted in his account book that Voigt's first lesson payment should have been two Reichstaler but that he was twelve Groschen short. Hartung also loaned Voigt two Reichstaler and twenty Groschen in May 1759, which Voigt eventually paid back. See D-BS: H III 3:99, 351. The book Hartung purchased, Holfelds Comædien, was probably Holberg 1750–1752.

40. Hartung lists collection payments only once for March 1752 and twice for the Erndte Dankfest (1752 and 1759) for a total of twenty-four, but in all likelihood he received such payments twice per year, for a total of sixteen per year (though not in 1760, because he left Cöthen before the Erndte Dankfest that year); this amounts to 136. These payments came from collection plates from all around Sachsen-Anhalt. As noted above, Hartung himself was responsible for keeping the records of these payments.

41. Hartung's account book documents payments of just sixteen Groschen per year in donations: eight in the spring and eight in the fall. The figure of eight Groschen is corroborated by an account of income for donations for 1757, which, coincidentally, was prepared by C. A. Hartung himself, apparently on behalf of the administration of the Schloßkirche. Dessau, Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts: Superintentendurarchiv Köthen D: "Kirchen Collecten-Buch de. a. 1757" (f. 1 from the back).

42. D-BS: H III 3:99, 345: "1 dutzend Geld Körbichen."

43. Dessau, Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts: "Acten der Herzogl. Superintendentur zu Cöthen betr. die Herzogl. Schlosskirche in Cöthen." Litt: C2a, no. 1, vol. 1, Jahr 1724: "Ein jeder wolle den Tag vorher seine Ankunft mir wißen laßen, damit der Schloß-Cantor die Gesänge möge abholen können."

44. D-BS: H III 3:99, 209, 215.

45. Ibid., 246.

46. Ibid., 252.

47. Ibid., 282.

48. Ibid., 175: "Vors Violoncello, war behandelt vor 2 Rthl. habe aber nur [1 Rthl 18 gr.] erhalten."

49. For example, in 1755: "Bettziechen, dem Schloß Calcanten zum Neuen Jahr." See D-BS: H III 3:99, 240. The average tip was one groschen and four pfennige.

50. In 1758 Martin Bettzieche borrowed three Groschen from Hartung on June 21 and paid him back on September 12. He then borrowed four Groschen on September 27 and paid him back on October 3. See D-BS: H III 3:99, 351.

51. "Von einem fremden Manne, welcher die Schloß Orgel weisen müßen, Tranck-Geld." Ibid., 173.

52. Ibid., 7: "12 [Groschen] von dem Laquay Eisenbergen, so beÿ dem Stallmeister de Wietersheim in diensten vor die Taufe. Weilen er sich mit seiner fr. zwar in unehren zusammen gefunden u. selbige nur 14. Tage zur Ehe gehabt, hat er müßen doppelt bezahlen." Three years later, in 1755, Hartung made a similar annotation. Ibid., 27: "12 [Groschen] von der Elisabeth Jänickin vor die Taufe: NB. war ein unehliches, u. wurde im Hause getaufft."

53. For a 1754 wedding described as "von dem Musquet Werner vor die Traue, weilen er in das Superintentur getrauet word[en]" Hartung was paid twleve Groschen, presumably because of the unusual location. Ibid., 3:99, 22.

54. Ibid., 17: "[2 Rthl. 16 Gr.] von dem Hrn. Cammer Consulent Behr vor die Traue"; 43: "[24 Gr.] von dem Koch Schreiber vor die Traue."

55. Ibid., 15: "[4 Groschen] von dem Gren: Sergeanten Pillgram vor die Traue. Es wären mir von Rechtswegen 8 gl. zu gekommen, weilen er sich aber geweigert ein solches zu geben, u. das Geld in meiner abwesenheit an Mons: Finger zahlet, so habe es freÿl. Gut heißen müßen, bin also um 4 gr. zu kurtz gekommen."

56. Ibid., 254: "vor Pappier zum Act: Cantaten."

57. Ibid., 174: "Von denen reform: Schülers p: Compositione der neuen Jahrs Cantata, war behandelt vor 4 Rthl: habe aber nur [3 Reichstaler] erhalten."

58. Ibid., 177: "10 [Reichstaler] Vor die Actus Music von der reform: Schule, habe noch um dis Geld Aerger und Verdruß gehabt."

59. See Talle 2011, 71.

60. For information on Kayser see Talle 2003, Jung 2005, and Talle 2011.

61. Evangelisches Pfarramt St. Jakob in Köthen. "Getraute," Jahrgang 1733, p. 129, Nr. 14.

62. Potsdam Landeshauptarchiv: Rep 37 Lübbenau Nr. 5068, f. 2v. "Der Fürst, welcher bekanntermaßen sehr hÿpochondrisch und überhaupt ein eigener Herr ist, kömmt niemahls zum Vorschein, ißet gantz allein, und führet alle Mittag und alle Abend aus, da er denn beÿ den Hof-Rath Schmidt abzusteigen und ohngefehr eine Stunden beÿ selbigen sich aufzuhalten pfleget; die Fürstin kömmt des Tages zu geweißen Stunden auf eine Zeitlang zu ihm, die fürstl. Kinder aber bekommen ihren Hr: Vater offt in vielen Monathen weder zu sehen noch zu sprechen." The report is from Rochus Friedrich Graf zu Lynar (1708–1781), his son, Friedrich Ulrich (1736–1807), and their travel diarist, Anton Friedrich Büsching.

63. Kayser's difficult financial situation during this period is documented in a letter he wrote on November 2, 1756, to Fürst Karl Georg Lebrecht of Anhalt-Cöthen in which he describes his "bisherigen schlechen Umstände." Three years earlier—in 1753—Kayser began receiving fifty Reichstaler per year "vor die Orgel," but requests more money now "[w]eil ich aber nun mehro den Flügel wieder mit tractire, [ . . . ]." He also notes that "das wenige so ich bishero von der Orgel bekommen, habe nur erst dreÿ Jahr genoßen, da ich doch solche schon vorhero 24 Jahr [since 1729] bespielet habe und mir niemahls etwas dafür sonst ausgemacht worden ist; als was ich die letzten dreÿ Jahre genoßen habe. Wie ich nun bishero immer das Unglück gehabt, daß ich zweÿ gangbahre Proceße, wegen meiner Kinder so wohl erster als ander Ehe gehabt und dadurch in Schulden kommen bin; Als nehme meine unterthänigste Zuflucht zu Eu. Hoch fürstl. durchl. geheiligten Füßen, bittende mich unwürdigen, beÿ jetziger schlechten Zeit in Gnaden anzusehen, daß ich doch ebenfals wie die andern Herrn Cammer Musici mein Tractement erhalte." See LHASA, DE, Z70, Abteilung Köthen, C5 h, Nr. 2 Bd. 9. The "gangbahre Proceße" alluded to here may refer to the deaths of Kayser's wives (in 1742 and 1754).

64. Mizler 1736–1754; Niedt 1706; Mattheson 1713, 1717, or 1721; Mattheson 1739; Scheibe 1745.

65. Wollny 2011, 92–93.

66. D-BS: H III 3:99, 254 ("dem Comiss: Kayser vor die Bachischen Cantaten."). The manuscripts may have been Kayser's scores of "Mein liebster Jesus ist verloren" (BWV 154) and "Ärgre dich, O Seele, nicht" (BWV 186). See D-B: Mus.ms.Bach.P130 and Mus.ms.Bach.P53.

67. D-BS: H III 3:99, 271 ("Käÿsern vor Halsbänder von Schmeltz u. kleinen Coralli"); 272 ("dem W. Knaben Käyser vor 2 Paar Ohr Pommeln"); 274 ("dem W. K. Kaÿser vor 1 P. Halß Bänder zu machen").

68. Ibid., 2 ("Cammer Diener Kuntzschen"); 5 ("Gutscher Zabel"); 5 ("Hr. Bothenmeisters Ritters Kinder"); 7 ("Laquay Knauff"); 27 ("Musquetier Richter"); 33 ("Keller Knecht Siebert"); 33 ("Reit Knecht Trümper"); 33 ("Heÿducken Klauß"); 50 ("Tagelöhner Friedrichs Kinder").

69. Ibid., 22 and 246 ("Mstr. Großmann vor einen Huth" [Heinrich Gottfried Großmann was a hat maker—See St. Jakob Köthen, Geborene 1733–1749, 431, 492, 640]); 19 and 240 ("Wendt" [by whom Hartung regularly had his shoes repaired]); 15 and 236 ("Streuber" [described by Hartung as a tailor]), ("Assessor Herrmann"); 2 and 226 ("Paldamußin" [probably one of the youngest daughters of the "Darmann in mittelsten Braun" or "Malß-Därrer" Ernst David Paldamus—see St. Jakob Köthen, Geborene 1733–1749, 655, 790]); and 48 ("4 Kerstens Kinder, dem Becker seine").

70. Ibid., 18: August Friedrich Vierthaler paid twenty-four Groschen per quarter, three times as much as the ordinary students. Ibid., 11: Businessmen also sent their apprentices to Hartung, probably for private tutoring ("12 Gr. von Dörffling, so bey Hr. Branigk die Handlung lernet"). Ludwig Bramigk was a Rathmann and Kauff und Händels-Mann in Köthen who married Henrietta Christiana Behr, daughter of L. A. Behr, in 1745, and was still active in 1759. (St. Jakob Köthen, Getraute 1721–1787, 108, 315–16, 359); "16 Gr. vom Krebs, welcher beÿ Hr. Behr u. Vierthaler die Handl[ung] lernet." Ibid., 36: The daughter of Andreas Gottfried Holtzmann, Hochfürstl. Accis-Commissarius, Charlotte Friederica Holtzmann (baptized September 8, 1746—Schlosskirche Köthen, Geborene 1608–1814, 476) paid Hartung sixteen groschen per quarter, somewhat more than his ordinary students paid.

71. Ibid., 50: "Siegmann, ein feuer Stahl vors Geld."

72. At least twenty-two of the twenty-four students associated with communion in Hartung's account book were female.

73. Laurentius 1731, 254–55.

74. D-BS: H III 3:99, 262: "Als die Abendmahls Kinder das Præsent brachten, ist aufgegangen, vor Caffee [4 Gr.] vor Milch u. Eÿ [1 Gr. 3 Pf.] vor Zwieback darzu [2 Gr.]."

75. Ibid., 27 ("Von der Nitschin habe ein schön Gold Täschgen mit silbern Spitzen besetzt, erhalten; Von der Nebelin habe einen zinnern Teller bekommen; Von der Frau Pönertin habe eine schöne große zinnern Rand Schüßel zum Geschenck bekommen"); 51 ("Brandtin, Friedrichen, Schönerleinin und Langin, 4 Abendm: M, haben zum Präsent eine zinnerne Schüßel u. 2 zinnerne Teller gegeben").

76. Ibid., 48: "In diesem Viertel Jahre habe nur 6 Wochen Schule gehalten, weilen die übrige Zeit an einer harten Kranckheit darniedergelegen[ . . . ] Nachstehende sind in eine andere Schule gegangen, u. haben mir um ein halb Viertl. Jahr betrogen. Grundmann [8 Gr.], 4 Kerstens Kinder, dem Becker seine [16 gr.]."

77. Monsieur Böttcher's payments were entered on March 19, 1753, September 11, 1753, December 24, 1753, April 2, 1754, and September 23, 1754.

78. G. F. Gerlach's payments were entered in 1753 on June 27, August 29, September 26, October 25, November 26, and December 20; in 1754 on January 31, February 27, March 28, May 2, June 27, July 22, August 19, September 30, November 18, and December 14; in 1755 on January 29, February 20, March 20, April 21, May 28, June 25, September 3, October 27, and December 8; in 1756 on February 17, April 7, July 10, September 11, and November 1 (D-BS: H III 3:99, 173: "Not: Es hat nunmehro selbige völlig aufgehört").

79. The only male students who could conceivably have been married were those about whom we have little information: Böttger, Kreßler, and Voigt.

80. In 1766 Johann Heinrich Allihn became cantor in Raguhn. See Dessau, Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts: Vierthaler Kartei (Edderitz). Johann Gottlieb Heinrich Proft assisted his father as schoolmaster and organist in Wolfen beginning in 1754. See also Vierthaler Kartei (Wulfen) and "Acten der herzogl. Superintendentur zu Cöthen betr. die Schule in Wulfen. Litt. W 5, No. 5, Vol. I, Jahr 1706."

81. D-BS: H III 3:99, 184: "[16 Gr.] von Gebhardten noch vor etl. Stunden Inform. auf dem Clav: u. hat derselbe nunmehro aufgehört weil er ein Knopfmacher wird den 2. April [1760]."

82. Ibid., 167: "NB: hat aufgehört weilen sie nach Dessau gezogen."

83. Hartung was frequently paid to tune keyboard instruments, but never those of his own students, suggesting that tuning services were included in the price of lessons. Hartung is documented in one case as having tuned the instrument of a former student, Augusta Friederica Clæpius, but only after she had ceased to pay him for lessons. The price ranged between four and eight Groschen, depending on the state of the instrument. Maria Catharina Frießleben, the daughter of a deceased brewer and leather tanner, paid Hartung to tune her harpsichord, both before and after her marriage to the brewer and businessman David Lebrecht Friedrich. Students occasionally paid him extra to undertake more serious repairs on their instruments. See D-BS: H III 3:99, 178: "Von Mons: Vierthaler vor den Flügel zu rechte zu machen."

84. RISM A422. D-BS: H III 3:99, 160: "[1 Reichstaler, 4 Groschen] von dem Hr. Registrator Bieler vor VI. Sonaten aufs Clav. die Agrell in Kupffer"]. The work is Johan Joachim Agrell's Sei sonate per il cembalo solo, accompagnate da alcune Ariette, Polonesi e Menuetti, Etc., opera seconda (Nuremberg: Haffner, 1748).

85. Not in RISM. D-BS: H III 3:99, 167: ("Fr. Kretschmarin geb: Leziussin vor die Psalmen Davids zu schreiben"). The work is Daniel Wolleb's published psalm settings. Die Psalmen Davids, mit Beybehaltung der übligen Melodien übersetzt (Halberstadt: Delius, 1751).

86. D-BS: H III 3:99, 173–74: "Von dem Herrn Justiz Rath Paessler in Hartzgerode, zum Geschenck vor Musical." Paessler offered counsel to the Hartung family in a legal dispute in Harzgerode. See D-DElsa: DE, Z 38 Amt und Justizamt Harzgerode, Nr. 43, f. 32r.

87. D-BS: H III 3:99, 223 ("Hr: Rosen vor die neuen Dreßdner Pol: u. Menuets de ao. 1753"). Perhaps this was a publication similar to J. Adam, Recueil d'airs à Danser executés sur le Théâtre du Roi à Dresde accommodés pour le clavecin (Leipzig, 1756) (RISM A/I: A 223).

88. D-BS: H III 3:99, 167 ("von dem Hr. Assessor Herrmann vor Dreßdner Polonoisen de ao. 1753 zu schreiben").

89. Ibid., 253: "desgl. [Post-Geld] nach Berlin an den Music: Meyer" and "demselben vor einen Catalogum."

90. Ibid., 209 ("Herr Cörnern, vor die Psalmen Davids von dem Königl. Hoff Prediger Wolleb: in Halberstadt verferttiget"). Cörner was described around this time as "Lieutenant und Adjutanten beÿ unserer Guarde." See D-DElsa: D, C 5h Nr. 2 Bd. VII, f. 449r–450r.

91. D-BS: H III 3:99, 211 ("vor Wolleb. Psalmen Davids in Frantz Band").

92. Carl Heinrich Christian Geißler (baptized July 10, 1740) as well as his older brother, Johann Friederich Gottfried (baptized February 2, 1738), and his two sisters, Johanna Dorothea (baptized November 12, 1736) and Friederika Henrietta Christiana (baptized October 29, 1742), studied in Hartung's Waisenhaus school between 1752 and 1758. (See Schlosskirche Köthen, Geborene 1608–1814, 259, 313, 364, 385, 425, 448).

93. D-BS: H III 3:99, 158: "[ . . . ] weilen sein Hr. Vater ein guter Freund von mir ist."

94. Dessau, Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts: Vierthaler Kartei (Groß Paschleben).

95. D-BS: H III 3:99, 168: "NB: er hätte müßen noch einmahl so viel zahlen, allein so habe ihn die noch zu zahlende 4 Rthl. erlaßen, weilen seine Eltern mit dem Vieh Sterben heimges: worden."

96. Ibid., 230: "Schrötern in Groß Poschleben vor 3 Gänse, welche meinem Bruder geschencket, ich habe aber mit gegeßen 1 - â 9 gl."

97. Milton 1742.

98. D-BS: H III 3:99, 235: "[4 Reichstaler] ist auf der Hartzgeröder Reise überhaupt aufgegangen."

99. Ibid., 225 and 252.

100. Ibid., 222 and 225.

101. Johann Marius Christoph Hartung was born on September 22, 1725, in Harzgerode. See Hartung 1972, Nr. 101: XII, 12.

102. Though C. A. Hartung typically emphasizes family relationships in his account book (for example, "Mein Bruder der Koch," "Vetter Walter von Bernburg," and the like), he consistently refers to J. M. C. Hartung simply as "Herr Cantor Hartung" (see, for example, D-BS: H III 3:99, 264). See also Hartung 1972, Nrs. 101:XII,12, 101:XIII,12, 101:XII,70 and 101:XIII,70.

103. That he attended school together with C. A. Hartung in 1734 is documented in D-DElsa: DE, Z 18, C 18 Nr. 6, f. 11r–12r. C. A. Hartung's account book reveals that J. M. C. Hartung was alive until at least 1759.

104. Brandt 2000, 12.

105. D-BS: H III 3:99, 264: "[ . . . ] weil der Herr Cantor Hartung mit seiner fr: liebsten u. Tochter von Bernburg ist hier gewesen, ist aufgegangen." In 1759, he recorded the expenditure of one Reichstaler and eight Groschen "as the Cantor Herr Hartung was here with Bernhard," as well as four Groschen "as a tip for the Cantor Herr Hartung's maid." See Ibid., 278–79.

106. Ibid., 264 and 268: "Bothen Lohn vor Sechte von den Herrn Cantor Hartung in Bernburg."

107. Ibid., 281: "der Fr. so den Gevatter Brief von Bernburg gebracht [8 gr.]," "In Bernburg auf der Gevatterschafft ist aufgegangen beÿ dem Hr. Cantor Hartung in die Waÿsen Hauß Büchse [8 gr.]," "in die Hospital Büchse [5 gr.]," "vor Wein und Confect [1 Rthl. 16 gr.]," "der Kind Mutter Magdalenen [8 gr.]," "der Magd [8 gr.]," "der Warte Frau [8 gr.]," "Reise Kosten [4 gr.]," "in Cöthen vor Marcepan Rübgen [6 gr.] vor 1 [Pfund] Aepffel [8 gr.], vor 1 [Pfund] Welsche Nüße [1 gr. 8 pf]."

108. Christian August Jokel was baptized on July 19, 1694 (St. Jakob Köthen, Geborene 1688–1722, 149). He married Catharina Elisabeth Brand on February 1, 1725 (St. Jakob Köthen, Getraute 1721–1769, 42). The couple had eight children, of which August Ludwig Jokel was seventh, born January 14, 1738 (St. Jakob Köthen, Geborene 1732–1747, 436).

109. Born on November 4, 1740, Maria Christina Jokel was the youngest sibling of the family (St. Jakob Köthen, Geborene 1732–1747, 644).

110. Johanna Sophie Jokel was born on August 23, 1731 (St. Jakob Köthen, Geborene 1721–1732, 467).

111. D-BS: H III 3:99, 265: "[1 Groschen, 4 Pfennige] vor 1 Stücke blau band zum Schürtzen vor Hannichen"; 269: "[6 Pfennige] dem Korbmacher vor einen Hanck an Hannichen ihre Thee Kanne"; 276: "[1 Groschen, 6 Pfennige] der fr. Siedeln vor 1 El: roth Taff. Band vor Hannichen"; 277: "[5 Groschen] vor 1 Paar weiße baum wollene Klop Händschken vor Hannichen zum Jahr marckt"; 281: "[14 Groschen] vor eine Sammt binde Hannichen"; 282: "[22 Groschen] der Fr: Siedeln vor 5 2/4 El: band zu Leib bänder a 4 gl. vor Hannichen"; 284: "[6 Groschen] vor 1 Glaß Essentia dulcis Hannichen."

112. Population statistics for Braunschweig are thin on the ground but it is known that in 1671 there were 15,570 residents; in 1783, 27,063. See Braunschweig in der Statistik: Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1551, produced in 2008 by the city's Referat Stadtentwicklung und Statistik and available at www.braunschweig.de/statistik (accessed March 7, 2013).

113. Fuhrich-Grubert 2004, 150–51. A university student who wrote quite a lot about other Braunschweig churches in 1733 but mentioned Hartung's church only in passing: "In transitu besahen wir die Reformirte Kirche, welche kleine und schlecht erbauet." See PL-GD: Ms. 854, 110.

114. Pape 1966, 46, lists the registration in 1900 as follows: "Prinzipal 8' (Baß und Diskant), Subbaß 16' (Baß und Diskant), Gedackt 8,' Octave 4,' Rohrflöte 4,' Quinte 3,' Octave 2,' Mixtur 3f, Cymbel 2f, Trompete 8' (Baß und Diskant). Angehängtes Pedal." Hartung's Braunschweig organ and its clock survived into the twentieth century but was destroyed in a bombing raid on the night of October 14–15, 1944.

115. Fuhrich-Grubert 2004, 150; Pfeiffer 1929, 130–31.

116. A "Musician" (Musikus) in Braunschweig named Hartung purchased clavichords from Barthold Fritz in 1753 and 1755, the latter on commission. This cannot refer to Carl August Hartung, who arrived in Braunschweig in 1760. Nor can it refer to his his nephew, Johann August Ludwig Hartung, son of the cook in Cöthen, who later served as violinist in Braunschweig's princely chapel.

117. Aside from some correspondence with residents of Braunschweig—a letter sent in 1756, two sinfonias received in 1757, and a letter delivered personally to him in 1759—the account book contains no hint of an application for the organist position or an impending move.

118. Hartung would eventually earn sixty reichstaler (one hundred reichstaler after 1764) from the German congregation and twenty-five reichstaler from the French congregation.

119. Braunschweig, Archiv der Evangelisch-Reformierten Kirche, A 44 (Akte "Kopien zu Bediensteten der Gemeinde"). "Hochehrwürdigen und Hochgelahrten, | Hochedle und Großachtbare, | Insonders Hochzuehrende Herrn, || Da Ew: HochEhrwürdl: und HochEdl: aus besondere Neigungen gegen meiner Wenigkeit mir einen schrifftlichen Beruf zu übersenden, und beÿ dero werthen Gemeinde zum Organisten zu ernennen beliebet haben: So statte vor diese gegen mich tragende Liebe und gute Gesinnungen hiermit den verbindlichsten und schuldigsten Danck ab. Ich werde mein neues Amt, so viel als mir Gott Kräffte darzu verleihet, dergestalt und also zu verwalten suchen, daß beÿde Geminden so wohl mit meinem Spielen als auch mit meiner Aufführunge vollkommen zu frieden seÿn werden. Übrigens lebe der erfreulichen und angenehmen Hoffnung, daß Sie allerseits Hochzuehrende Herrn, mich fernerhin in Wohlgewogenheit mögen hold und zu gethan verbleiben. Gott der Allerhöchste wolle Sie insgesamt nach viele Jahre zum Trost und Vergnügen Ihrer hochwerthen Familien beÿ allen ersprießlichen Wohlergehen erhalten. Ich aber recommendire mich zu dero fernere Wohlgewogenheit, und verharre mit der vollkommensten Hochachtung | Ew: HochEhrwürdl: und HochEdl. | Meiner insonders Hochzuehrenden | Herrn | ergebenster Diener || Carl August Hartung."

120. D-BS: H III 3:99, 344: "Von Meubles habe meinen Hannichen in Cöthen aufzuheben gegeben u. zurückgelaßen [ . . . ]"

121. St. Jakob Köthen: Getraute 1721–1787, 448.

122. D-BS: H III 3:99, 292–94.

123. Ibid., 296, 302: "[1 Groschen] vor Sand" and 295: "[4 Groschen, 8 Pfennige] vor einen Besen von Pürstbinder."

124. D-BS: H III 3:99, 296: "[4 Rthl. 18 Gr.] vor 1 Fuder Holz den 11 Nov: [1760]"; "[8 Gr.] Schäfern dem Bälgentreter vors Klein Machen"; "[2 Gr.] einen Becker, der es hat helffen handeln."

125. Ibid., 357: "[5 Rthl] vor ein Decke Bette"; "[5 Rthl, 12 Gr.] vor ein Unter Bette."

126. Ibid., 322–26; 186–89.

127. Ibid., 310: "[8 Gr.] der Frau vors Bier zu bringen."

128. Coffee and tea were commonly listed on the same line as sugar and milk, with a single price for the combined purchase. See Ibid., 301.

129. Ibid., 291: "[4 Rthl.] vor 1 Paar wieße seidene Strümpffe."

130. Ibid., 291: "[8 Gr.] dem Peruquenmacher Gesellen Tranckgeld"; "[2 Rthl.] dem Peruquenmacher Herrn Bauer p. Term: Mich:"; 299: "[4 Gr.] dem Peruquenmacher Jungen vor die neue Peruque Tranck Geld"; 307: "[2 Rthl. 12 Gr.] Herr Böhmen dem Peruquenmacher vor eine neue Peruque," "[2 Gr.] dem Peruquenmacher jungen."

131. Ibid., 303. We lack the writing samples to definitively identify the handwriting as Hannichen's, but it is clearly not Hartung's, and one struggles to imagine anyone else adding expenditures to his account book.

132. Ibid., 300–319 (generally), and 165: "[14 Groschen] vor 3 Halßbänden, welche nach Cöthen gekommen."

133. Ibid., 141: "NB. Im Monath Septembr habe kein Inform: Geld verdienet, weilen den gantzen Monath in Cöthen zugebracht."

134. Johanna Rahel Henriette Hartung was baptized on August 1, 1762. See D-BS: G III 1: E251d (T. 2), 801.

135. D-BS: H III 3:99, 354: "[4 Pfennige] Nelcken."

136. Ibid., 356: "der Fr. Meÿern, so die Brüste ausgesogen."

137. The payments are varied. See Ibid., 301: (4 Gr. for "Dorotheen Utschen vor Woche aufzuwarten"); 312: (8 Gr. for "dem Mädgen Mieth Pfennig"); 316: (1 Gr. "vor 1 Quartier Mumme"). By way of comparison, the servant of a Leipzig university student in 1733 received one Reichstaler per week. See Talle 2008, 110–30.

138. Henriette Conradine Hartung was baptized on June 28, 1765. See D-BS: G III 1: E251d (T. 2), 813.

139. Johanna Sophia Carolina Hartung was baptized on September 13, 1767. See Ibid., 822.

140. Johanna Rahel Henriette Hartung died on February 27, 1766 (Braunschweigische Anzeigen 1766, Spalte 104), and Johanna Sophie Caroline Hartung died on December 4, 1767 (Braunschweigische Anzeigen 1767, Spalte 1064). I would like to thank Hartmut Nickel of the Stadtarchiv Braunschweig for providing this information.

141. D-BS: H III 3:99, 295: "vor eine Kohl Pfanne dreÿfuß u. Schüppe." Organists commonly used coal to warm their fingers during the winter. See Stahl 1952, 69.

142. For a complete list of the works purchased see Talle 2011.

143. For a complete list of all the music associated with C. A. Hartung see Talle 2011, 61–78.

144. D-BS: H III 3:99, 208: "einen Ducaten in Gold [ . . . ] von des Engl. Abgesandten an dem Landgräfl: Hofe Bedienten, Mons: Andreæ, für 6. Partiten auf die Harfe."

145. Ibid., 99, 208.

146. Ibid., 99: "[1 Rthl.] Von Herrn Lambelet, als ein Geschenck wegen der Friedens Music den 18. April [1763]."

147. Ibid., 135: "Von dem Kaufmann Herrn Favreau aus Magdeburg zum Prasent für den Hochzeit Carmen, das Geld in 2 doppelten Braunschweig. Louis d'or in Golde, â 1 Louis dor zu 9 Rthl: C. Geld gerechnet, erhalten den 21. Junii."

148. The painter (Schönfärber), Herr Rittmeÿer, was charged one Reichstaler and eight Groschen each month for sixteen hours of instruction for his children. The wife of the riding master (Rittmeister), Herr von Embst, was charged two Reichstaler for sixteen hours, probably because of the greater number of subjects Hartung taught her daughters. See D-BS: H III 3:99, 64 and 65.

149. Ibid., 62: "[6 Reichsthaler] von Hr. Ahlefeld Informations Geld für seine Söhne, welche seit dem 17. Novembr. 1760 bis zum April 1761 täglich 2 Stunden im Schreiben und Lesen unterrichtet habe den 10. April."

150. If they paid the same rate as the painter's children—two Groschen per hour—the six Reichstaler they paid would have bought them just two hours per week for eighteen weeks (allowing for the Christmas and New Year holidays), which is impossible to reconcile with Hartung's remark that he taught the boys "two hours daily."

151. D-BS: H III 3:99, 309: "[2 Gr.] Tranckgeld H. Ahlefelds [sic] Holzhacker"; 326: "[8 Gr.] Hr. Ahldefelds Clav. auszubeßern."

152. Ibid., 123: "9 Rthl. oder einen Louis d'or in Golde, von dem Kaufmann Herrn Sack in Lübeck vor das Meß Logis. ist aber diesmahl nicht gekommen. den 31. Januarii [1764]."

153. Walther 1987, 133.

154. In 1762, for example, Hartung earned just over 232 Reichstaler from keyboard teaching, making his average income from this source over nineteen Reichstaler per month.

155. D-BS: H III 3:99, 124: "Von Mons: Jonas für die Opera Adriano von Graun aufs Clav: 30 Bogen â 3 ggl. in C. Geld den 20. Febr: an statt des Geldes habe einen Schlafrock von baumwollen Zeuge, u. 1. Schüßel voll Butter erhalten."; 200: "[2 Rthl.] von der Madem: Bausen für einen Monath Clavier Inform: ist abgerechnet gegen ein Paar Manchetten."

156. See for example Ibid., 120 and 122.

157. As in Cöthen, most of Hartung's Braunschweig students were unmarried. The only male students whose marital status cannot be determined are Chenel and Jordan.

158. D-BS: H III 3:99, 108. "[2 Reichstaler] Von der Madem: Burchardi für einen Monath Clav. Infor: den 2. Augusti hat aufgehört, weilen sie den Hr. Pastor Gericke heÿrathet." Christian Caspar Jacob Gercke, pastor in Dedeleben, married Johanna Catharina Burchardi, the daughter of a deceased Braunschweig merchant, on October 2, 1763 (D-BS: G III 2: E72, II: 356, and III: 565–66).

159. See also the earlier discussion of a Clavierbuch in Nuremberg's Germanisches Museum (D-Ngm: Hs. 31781), which once belonged to Anna Margaretha Bassi (née Stromer).

160. D-BS: H III 3:99, 155: "[1 Rthl.] von Mons: Engelbert Bausen für einen halben Monath auf dem Violoncell zu informiren."

161. Ibid., 122: "Von der Madame Bausen auf der breiten Straße ein fein gedruckt blau bunt Frauenzimmer Halstuch, 1/2 [Unze] schönen Thee, und 1 [Unze] Coffee Bohnen, zum neuen Jahr den 4. Jan. [1764]."

162. Ibid., 198: "[16 Gr.] Von eben derselben [Mademoiselle Daniels] für einen Monath für die Mittwohs u. Sonnabends Information an Roß Geld den 30. Sept. [1761]."

163. Ibid., 76: "Besoldung p. Termino Mich: den 28. Julii von der Frau Diekmeiern erhalten in C. Gelde."

164. Ibid., 302: "[2 Groschen, 8 Pfennige] dem Glaser vor Liebauens Laterne welche ich entzweÿ geschmißen." At night it was important to walk with a tin lantern held on a pole to light the cobblestone streets, as anyone out after ten o'clock without a light was assumed to be a thief and could be arrested by the Braunschweig police. See Boswell 1928, 67. "It is a regulation at Brunswick that if any person is found on the streets after ten o'clock at night without a light, the patrol shall carry him to the Guard. I dreaded this, and as I was posting along, up came a couple of musketeers on horseback. I tried to escape but in vain. They rode me up to the wall." The guards took him back to his inn and told the innkeeper: "Das is een Heer, das ich habe op straas gevonden."

165. D-BS: G III 2: E321, 180. J. L. Lambelet married Magdalena Elisabeth Lambelet (née Pielat) in 1753, not long after the death of his first wife. For the first nine months of keyboard lessons for "Kleine Mademoiselle Lambelet," Hartung recorded payments for kl. Madem: Lambelet & Madame, suggesting that Magdalena Elisabeth herself studied the keyboard alongside her step-daughter. See D-BS: H III 3:99, 74–75.

166. D-BS: H III 3:99, 70: "[2 Rthl.] Profit auf ein Clav: von dem seel: Leidenroth, welches Herr Lambelet bekommen. den 29ten April [1762]."

167. Ibid., 206: "[2 Rthl.] Von Mons: Mühlrath, diener bey Hr: Lambelet, vor Clavier Sachen, als vor 2 Theile von Kobrich und 2 Theile von Tischers galanter: Parthien den 26. April [1762]." The works were Johann Anton Kobrich's Sechs Leichte und dabey angenehme Clavier-Partien (Nuremberg: Haffner, ca. 1750) and all three volumes of Johann Nikolaus Tischer's Das vergnügte Ohr und der erquickte Geist in Sechs Galanterie-Parthien zur Clavier-Ubung für das Frauenzimmer in einer leichten und applicablen Composition dargestellet (Nuremberg: Haffner, ca. 1742–46).

168. D-BS: H III 3:99, 193–94: "[1 Reichstaler 21 Groschen] Von dem Fürstl. Cammer Musici Herrn Großen, für 2 Flügel Concerts," "[21 Groschen] Vor Herrn Großen für einen Fl: Trav: Conc: von Riedt," and "[1 Reichstaler 12 Groschen] Von Herrn Großen für 2 Flöten Concerts."

169. Ibid., 119: "An Ihro durchl. dem Erb-Printz von Anhalt Bernburg habe 6 Stück Schwanenbergische Sinfonien übersendet." The crown prince referenced here was presumably Franz Adolf von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym.

170. Ibid., 119: "Von dem Mohr Pauli für etl: Stück Sinfonien den 4. Jan. [1763]."

171. Ibid., 311, 319, 329. Hartung's lottery expenditures totaled more than two Reichstaler.

172. Ibid., 64: "[27 Rthl. 12 Gr.] vor eine silberne Minuten Uhr, von dem Fürstl. Waldhornisten Herrn Falke den 12 Juli. [1761]."

173. Oden und Lieder mit Melodien und mit Begleitung des Claviers (Braunschweig: self-published, 1782) [RISM H 2207].

174. This second volume, and probably also the first, was printed in Kassel at the orphanage printing house.

175. Carl August Hartung, Six valses modernes pour le pianoforte (Braunschweig: Spehr, 1790).

176. Schmidt copied a Bach prelude (BWV 921) already in 1713. The manuscript in which it appears (D-B: Mus.ms.Bach.P222) was at some point acquired by Hartung. See Wollny 2011, 85, 90–91.

177. Wollny 2011, 92–93.

178. Ibid., 82–87.

179. Ibid., 93–94.

180. Dok VI, Nr. B 105: "Er war ein vortrefflicher Notenschreiber und er wußte außerdem gar guten Bescheid in solchen Dingen, so daß er mir gar manches verschafft hat, was ich ohne seine Hülfe vielleicht nicht hätte finden können." See also Wollny 2011, 94.

181. The poem reveals that only one of their daughters was still alive in 1785. D-Wa: P 2600 g-k: "Er gab Euch eine Tochter—Eurem Bilde | Wie Blumenknospen schon Entkeimten gleich, | Es zeigt von ihr im lachenden Gefilde | Die schönste Aussicht neue Freuden Euch."

182. D-BS: G III 2: E251d, I: 1284.

183. "[D]es verstorbenen Organisten bei der reformierten Gemeine Hr. Carl August Hartung Witwe Frau Johanne Sophie, geb. Jockeln" died of "Entkräftung" on November 13, 1815, at age eighty-four. See D-BS: G III 2: 266b, 2.

184. Johann Christian Troldenier served as teacher at the orphanage in Magdeburg before being appointed cantor at the reformed church in Cöthen in 1749. His successor in 1769 was Emanuel Rudolph Heiden, who had previously served as teacher at the orphanage in Zerbst. See D-DElsa: Rep. 15 B Konsistorium Köthen. IXa Nr. 23. My thanks to Michael Maul for kindly providing these references.

185. She died in childbirth "nach ausgestandenen zwar kurtzen aber desto grosseren Geburths-Schmertzen und Todes-Angst ohne erfolgter Entbindung" on March 21, 1755 at age twenty-five years and four months. See St. Jakob Köthen, Geborene 1748–1762, 343 and 413; Dessau, Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts: St. Marien in Dessau, Defuncti 1710–1759, 1755 Nr. 9, p. 624–25.

186. Oelrichs 1752, 1: "Daß die Musik ein Theil der Gelehrsamkeit sey, wird wohl nicht leicht iemand in Zweifel ziehen."

187. Ibid., 10. "Ein Doctor der Musik stehet in England im grossem Ansehen. Er hat gleich andern Doctorn der vier Hauptfacultäten den Rang vor den Edelleuten zwischen den Rittern, so Esquires, Schildträger, französisch Escuyer heissen, welchen der König zum Unterscheide von den andern Arten der Ritter eine silberne Kette um den Hals hänget und silberne Sporen an die Füsse leget. Die Doctors und Baccalaurs der Musik tragen hiernechst auch, wie alle andere, so in den vier Hauptfacultäten diese Würden haben, besondere Ehrenkleider."

188. Scheibe 1745, 570. "Sie ist aber eine Wissenschaft und Kunst zugleich. Eine Wissenschaft ist sie, in Ansehung dessen, wenn man sie erkennen, einsehen und beurtheilen will. In diesem Falle ist sie mit verschiedenen andern Wissenschaften sehr genau verbunden. Ihre theoretische Erkenntniß erfordert ein gelehrtes Nachdenken, vernünftige Schlüsse, und hat mit der Erfindung und Erklärung mancherley Wahrheiten zu thun. Eine Kunst aber kann man sie auch dießfalls nennen, weil sie in der Ausübung, was nämlich die Fertigkeit zu singen und Instrumente zu spielen betrifft, mehr eine Leibesübung ist, die durch mancherley Vortheile, Gewohnheiten, Fleiß und Arbeit, nach der Erkenntniß verschiedener, und dazu bestimmter Regeln zu erlangen ist. Hieraus erhellet zugleich, daß ein Componist allerdings ein Gelehrter seyn muß; weil er seine Wissenschaft gründlich erkennen, einsehen, alles, was dazu gehöret, und darinnen vorkömmt, beurtheilen und beweisen, und weil er sie ferner zur Ausübung bringen, nämlich musikalische Stücke verfertigen, und dann endlich auch in allen zur Musik gehörigen Theilen, sonderlich aber in der Wissenschaft derselben unterrichten muß. Man sieht aber auch ferner, daß hingegen ein Sänger und Instrumentalist an sich selbst, kein Gelehrter zu seyn, nöthig hat: weil er nicht beweisen, erkennen, schließen, und auf gelehrte Art von dem Zusammenhange aller musikalischen Wissenschaften urtheilen darf."

189. Scheibe 1745, 572–73. "Da ich nunmehro gezeiget habe, daß die Musik sehr groß, weitläuftig, und überhaupt eine gelehrte Sache ist; über dieses auch ihre Nothwendigkeit und ihr Nutzen keiner weitern Beweisgründe bedürfen: so ist sie also anzusehen, als eine andere gelehrte Wissenschaft, die, wegen ihrer Wichtigkeit und Weitläuftigkeit, auf Universitäten zu lehren und zu untersuchen ist, und darinnen man junge Leute unterrichten muß. Sehet, allhier erhalten wir einen neuen Grund, warum die Musik bisher in Unordnung und in Verfall gerathen ist. Betrachtet einmal die Einrichtung unserer Universitäten! werdet ihr wohl finden, daß man die Musik so viel achtet, sie ordentlich zu lehren, und ihre Beschaffenheit, so wie es von andern Wissenschaften gebrächlich ist, jungen Leuten gelehrt und vernünftig zu erläutern, und deutlich zu machen? Ihr werdet wohl allerhand Arten musikalischer Zusammenkünfte antreffen; allein, nirgends werdet ihr finden, daß man mit ihr so, wie mit andern Wissenschaften und Künsten, die oft lange nicht den Nutzen im gemeinen Leben haben, umgeht. Wo auch vorzeiten etwa noch ein öffentlicher Lehrer der Musik gewesen ist, da hat man kein Bedenken getragen, diese Stelle einzuziehen, und sollte es auch der Absicht des ersten Stifters entgegen gewesen seyn. Wer weis aber auch nicht, daß ein öffentlicher Lehrer der Musik auf einer Akademie weit nöthiger ist, als ein öffentlicher Lehrer oder Lector, fremder und ausländischer Sprachen. Dieses letztere Lehramt kann durch einen jeden Sprachmeister, der auch nichts weiter, als seine Sprache, versteht, verwaltet werden, ohne daß er zugleich ein Weltweiser, ein Critikverständiger, oder ein Redner und Dichter ist. Mußte aber nicht im Gegentheile ein Professor der Musik, ein Mathematikus, ein Musikus, und überhaupt ein Weltweiser seyn? Muß er nicht auch eine scharfsinnige Einsicht in die Critik, in die Redekunst, und in die Dichtkunst besitzen; ob er schon diese schönen Wissenschaften geschickt und fertig auszuüben, nicht eben ausdrücklich nöthig hat? Wie weit nun aber ein Weltweiser, oder auch ein Redner, ein Dichter oder Mathematikus einem bloßen Sprachmeister vorzuziehen ist, brauchet nicht einmal einer Untersuchung. Kein Verständiger wird diesem den Vorzug vor jenem einräumen. Wenn man nun endlich auch weis, wie nützlich die Musik jungen Leuten ist; wie sie die Gemüther ermuntert; und wie sie vermögend ist, einen merkwürdigen Einfluß in ihr ganzes Leben zu haben; außer diesen aber es auch bekannt genug ist, wie nöthig vernüftige Musikverständige und Musikanten, im gemeinen Leben, so wohl in der Kirche, als in der Schule, und endlich bey Höfen sind: so glaube ich, man wird nicht ohne Verwunderung eine so schädliche, unbillige und verwerfliche Verabsäumung der Musik auf unsern Universitäten beklagen können. Bey dieser außerordentlichen Geringschätzung unserer ehrwürdigen Wissenschaft hat es also nicht fehlen können, daß sie bey gelehrten und vernünftigen Leuten in Verfall gekommen ist: zumal da die Unwissenheit und die schlechte Aufführung und Lebensart der meisten Musikanten die Gemüther vollends in dem Wahne bestärkten, daß die Musik eine schlechte und verächtliche Sache sey."

190. Wollny 2011, 91.

 

Andrew Talle teaches musicology at the Peabody Conservatory and is a Gilman Scholar at the Johns Hopkins University. He is the editor of Bach Perspectives, Volume Nine: Bach and His German Contemporaries.

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